[Tornado] 31.05.2008 - Augustusburg (FG, Sachsen)

foto-erzgebirge
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[Tornado] 31.05.2008 - Augustusburg (FG, Sachsen)

Beitrag von foto-erzgebirge » Sonntag 1. Juni 2008, 21:30

Hallo zusammen,
Interessantes Bild in Verbindung mit der Mutterwolke = Aufwindbereich der Superzelle
http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/T ... 99409.html
Bild 26

In diesem Bereich sind wir Rückzu langgefahren. Uns fielen Baumschäden auf, da dieser direkt im Bereich der Meso auftrat und genau 180° Entgegen des RFD gefallen ist. Viel an Bäume standen da nicht, da hier hauptsächlich Feld war...

Volltreffer, Das entstandene Foto ist genau im Hook Echo entstanden. Für alle die die Nachschauen wollen folgende Explorer Daten:
Koordinaten:
50.83 N
12,91 O
Auflösung 100 Pixel
Städte Stufe 6
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Beitrag von foto-erzgebirge » Donnerstag 5. Juni 2008, 17:10

UP.
was meint ihr dazu...

Ich werde morgen noch mal da hinfahren und dies genauer untersuchen....
lg
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Thomas Sävert
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Beitrag von Thomas Sävert » Donnerstag 5. Juni 2008, 17:11

Hallo Bernd,

mir sind zu dem Fall Fotos und ein Video angekündigt, sobald die technischen probleme überwunden sind. Vielleicht kann ich Dir bis morgen auch genauer sagen, wo Du suchen müsstest.

Grüße, Thomas Sävert
Tornadoliste Deutschland
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foto-erzgebirge
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Beitrag von foto-erzgebirge » Donnerstag 5. Juni 2008, 18:31

Hi Thomas,
das würde mir sehr weiter helfen, denn zur Zeit tappe ich noch etwas im dunkeln, da ich die Gegend da nicht ganz so gut kenne....

lg
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Beitrag von foto-erzgebirge » Donnerstag 5. Juni 2008, 19:08

Hallo zusammen,
ich konnte das nun mittels google earth ziemlich gut eingrenzen.
Der meintliche Wolkenwirbel müsste demnach im Bereich:
Hennersdorf rüber zur Kreuzung S223 S228 entstanden sein. Hier hat man Waldgebiet, gut auch auf dem Bild zusehen. Aber auch etwas Feld. Hoffen wir mal, das dieses Dinges nicht gerade über dem Feld zusehen war, denn dann wäre nicht viel wieder zufinden.
@Thomas, ich habe erst einmal einen guten Anhaltspunkt. Wäre toll wenn ich Morgen noch einmal die Videos sehen könnte, kannst sie mir auch per Mail zusenden. bernd.maerz@stormchaser-eruope.com
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Makolki
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Beitrag von Makolki » Donnerstag 5. Juni 2008, 19:19

Warum passieren solche Sachen immer, wenn ich nicht zu Hause bin? *Fluch* Das ist nur ein paar Km von mir entfernt. Viel Glück Bernd, hoffe du findest was.
"Gum biodh Eòin Gràidh nan Gàidheal fillte ri dealbh fo bheatha."

Thomas Sävert
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Beitrag von Thomas Sävert » Donnerstag 5. Juni 2008, 19:20

Hallo Bernd,

dafür müsste ich erst mal was haben. ;-) Wie gesagt, Mailkontakt ist hergestellt und angekündigt ist was, aber halt noch nicht eingetroffen.

Ich denke an den Bereich Kreuzung L228 - Zschopauer Straße (östlich von Hennersdorf) - Zschopenthal und südlich dieses Kreuzungsbereiches.

Grüße, Thomas Sävert
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foto-erzgebirge
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Beitrag von foto-erzgebirge » Donnerstag 5. Juni 2008, 19:25

Hi
ok klar wenn du das noch nicht hast, kannste mir nichts senden. Gut habe genügend Infos dazu...

lg
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Thomas Sävert
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Beitrag von Thomas Sävert » Donnerstag 5. Juni 2008, 19:37

Hallo Bernd,

es gibt doch noch mehr Infos. Hier die Einsätze der Feuerwehren Hennersdorf/Augustusburg:

Einsatz-Nr.: 10/2008
Datum: 31. Mai 2008
Uhrzeit: ab ca. 17.10 Uhr
Einsatzort: Hennersdorf und Augustusburg verschiedene Einsatzorte
Einsatzart: Unwettereinsätze
Einsätze und Orte :

- Wassereinbruch Seniorenhaus Augustusburg
- Bäume/ Äste auf Straße beseitigen: Hennersdorf K-7705 Zschopauer Str. nähe Reitplatz;
K-7754 Hennersdorf-Augustusburg; Augustusburg, R.-v.-Linar-Str.
- Beschädigtes Dach Wohnhaus Augustusburg, H.-Göding-Str.
- Beseitigung gefährlicher Äste von Bäumen Verbindungsweg zwischen Teichgasse und Jägerhofgasse, Augustusburg
- Reinigung Einlauf und Straße Augustusburg, S-236 Eppendorfer Str. Am Seniorenhaus
und weitere

Quelle: Feuerwehr Hennersdorf

Gruß, Thomas Sävert
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Jens(Mittl.Erzgebirge)
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Beitrag von Jens(Mittl.Erzgebirge) » Donnerstag 5. Juni 2008, 23:15

Hallo,

war vor paar Tagen dort mal entlanggefahren, von Schneisen o.ä. keine Spur.
Werde aber morgen mit Bernd nochmal hinfahren.
Anbei paar Fotos von dort:

Bild

Umgestürzter Baum nahe der S 223 (ist von der Hennersdorfer Straße ausfgenommen)

Bild

Bild

Bild

Baumgruppe ca. 100m von der Straße entfernt.

So, hoffe, hab alles richtig gemacht und die Fotos werden hochgeladen.

Grüße Jens

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Beitrag von foto-erzgebirge » Freitag 6. Juni 2008, 09:06

Hi Jens,
die Schäden sind uns nach unserem CHase auch sofort aufgefallen. Der eine Baum lag genau 180° versetzt zur Burstrichtung. Aber hier war dies Ereignis nicht ganz aufgetreten, müsste etwas weiter Richtung Augustusburg gewesen sein. Naja bis gleich
lg
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Beitrag von foto-erzgebirge » Freitag 6. Juni 2008, 12:18

Hallo zusammen,
also wir fahren vor Ort. Das Ding ist im Kasten mehrere getrennte Zeugenaussagen, die eine Windhose gesehen haben. Schnießenlänge über 2km. Intensität teilweise F3.
Warum - in der Kleingartenanlage hat es ein Bungalow das Dach abgedeckt und die fast eine Betonmauer herausgerissen. Bilder folgen im Laufe des Tages noch

Gruß Bernd und Jens
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Beitrag von foto-erzgebirge » Freitag 6. Juni 2008, 19:35

Analyse des Starkwindereignisses – Tornadoverdachts bei Waldkirchen/Augustusburg

Hallo zusammen,
es dreht sich um den fogenden Fall, wo schon ein Foto aus der Freien Presse dazu besteht.
Hier der Link dazu:
Quelle: Freie Presse
http://www.freiepresse.de/TREFFPUNKT/BI" onclick="window.open(this.href);return false; ... /86506.jpg

Auf diesem Bild erkennt man schön einen Trichter, der unten noch recht zerfranst aussieht aber doch eine gute Form in Richtung Mutterwolke zeigt. Auf dem internen Radarbild ist ein markantes und stark ausgeprägtes Hook Echo zusehen. Genau im Hook Echo Bereich ist der Ort Waldkirchen zu finden. Die Position und der Aufnahmezeitpunkt stimmen perfekt miteinander überein.

Wir untersuchten nun das Kartenmaterial von google earth um uns einen Anblick zu verschaffen, der zeigt von wo das Bild aufgenommen wurde und ab wo der vermeintliche Tornado entstand. Ab der 2. Karte ist die Zugrichtung der SZ immer Richtung Norden, von der google earth Karte aus ausgegangen. Ich habe die Karte dazu dem entsprechend ausgerichtet.

Folgende Karte entstand dabei. Der Tornadoursprung konnte mittels Augenzeugen ermittelt werden, die die „Windhose“ regelrecht entstehen gesehen hatten.
Hier die google earth Karte dazu: Quelle google earth
edit: Karte wieder aus rechtlichen Gründen entfernt
Folgend nun eine Karte der Schadensgebiete. Ich denke es ist übersichtlich genug um die Schadensgebiete heraus zu sehen sowie die Schadensstellen.
Hier die Übersichtskarte:
edit: Karte wieder aus rechtlichen Gründen entfernt
Wir arbeiten nun von Schadenspunkt eins bis Schadenspunkt fünf alles nach der Reihe ab.

Schadensgebiet 1:
Ohne die Augenzeugen schon befragt zu haben untersuchten wir die kleine Birkenanhöhe auf Schäden, zuvor suchten wir den Nahe liegenden Wald ab. Keinerlei Schäden waren zu verzeichnen.
Folgend nun eine entsprechende Karte die das Gebiet der 3 Schadenspunkte genauer zeigt:
Quelle: google earth
edit: Karte wieder aus rechtlichen Gründen entfernt
In dieser Karte sind die Fallrichtungen der Bäume angegeben. Es sind nur 3 Bäume umgefallen. Die anderen paar sind wie abgedreht worden und hängen wie ein Faden noch halb an dem Baum dran. Baumart ist Birke:
Folgen nun die Bilder dazu:
Bild
Dieses Bild zeigt die Fallrichtung der Vorderen Bäume. Sie entspricht der Schneißenrichtung.
Bild
Dieser Baum fiel genau 180° entgegen der Zugrichtung des vermeintlichen Tornados. Demnach genau gen Süden.
Die folgenden Bilder zeigen nun ein paar Details der abgedrehten Birken.
Bild
Bild
Bild
Bild
Bild
Bild
Schadensgebiet 2:
Hier wieder unsere Karte dazu. Quelle google earth:
edit: Karte wieder aus rechtlichen Gründen entfernt
In diesem Bereich ist die Fallrichtung eines Baumes zu sehen. Diesen hat Michel dokumentiert und ich verlinke dieses Bild nur. Hier der Link
http://www.frontgewitter.de/name/Admin/img/img6623.jpg" onclick="window.open(this.href);return false;
Die kleinen Verfrachtungen von Ästen und zweigen haben wir leider nicht als Bild Material verfügbar. Die runde Form im Schadensgebiet 2 soll die ungefähre Position der liegenden Äste wieder geben.

Schadensgebiet 3:

Auch hier wieder unsere Karte, genau dieselbe wie in den 2 vorhergehenden Schadensgebieten.
edit: Karte wieder aus rechtlichen Gründen entfernt
Als erstes versuchten wir ein paar Augenzeugen zu finden. Uns fiel ein älteres paar auf. Ich fragte an ob sie näheres zu diesem Starkwindereignis wissen würden. Schlagartig kam die Aussage: „Sie meinen bestimmt die Windhose, ja….“. Nun bin ich näher auf die Thematik eingegangen. Diese älteren Leute wiesen mich auf 2 Augenzeugen hin, die das Ereignis genaustens gesehen hatten. Ich klingelte als erstes bei dem Augenzeuge Punkt D. Ich fragte nun direkt nach diesem Tornado an. Er konnte mir bestätigen, dass der vermeintliche Tornado direkt an der Birkenallee entstanden sei (Schadensgebiet 1). Er sah wie Wolken regelrecht vom Boden nach oben gesogen wurden. Dann sah er den vermeintlichen Tornado auf sich zu kommen und über sein Haus drüber weg machen. Mehr konnte er dazu nicht sagen. Aber er verwies mich auf einen Nachbar hin der dies genau so bezeugen konnte.

Ich klingelte nun bei dem Augenzeuge Punkt E. Er erzählte mir dasselbe wie der vorhergehende Augenzeuge. Eines konnte er noch beobachten. Er sah bei seinem Nachbar, dem vorhergehenden Augenzeugen, wie sich bei seinem Dach die Dachziegel aufigelten einige wegflogen und sich wieder senkten. Desweiteren konnte er 2 Rüssel erkennen. Der eine, der direkt über dem Haus des Nachbarn drüber ging und der 2. sollte angeblich an der Baumallee entlang gezogen sein. Ich schaute mir nach Ende des Gesprächs die Reihe an. Tatsächlich stand da kein Baum mehr. Wo dann die 2. Schneiße weiter lang lief konnte man nicht weiter feststellen, da dort nur noch Feld war. Ich denke aber nicht all zu weit, da es sich ja um einen Multivortex handeln könnte und der Nebenrüssel meist nicht all zu weit vom Hauptrüssel entfernt ist.
Der „Hauptrüssel“ zog dann weiter und deckte in diesem Wohngebiet noch ein weiteres Dach ab. Zwar nicht ganz so tragisch, es war aber dennoch zusehen. Hier das Bild dazu. Einmal von vorn und einmal von hinten aufgenommen:
Bild
Bild
Es entstanden weiter kleine Dachschäden. Hauptsächlich flogen ein paar Dachziegel davon. Diese wurden aber schon wieder aufgearbeitet.
Interessant finde ich noch die Schäden an einem anderen Gebäude. Die Entweder durch herumfliegende Gegenstände entstanden oder durch Hagelschlag. Denn bei Punkt B waren alle Solarzellen beschädigt sowie das große stabile Dachfenster gesplittert. Hierzu benötigt man schon entweder große bzw. sehr große Hagelbrocken oder herum fliegendes Zeugs. Wie der Schaden nun entstanden ist, konnten wir nicht nachvollziehen. Hier das Bild dazu:
Bild

Schadensgebiet 4:

Hier wieder eine Karte dazu: Quelle google earth
edit: Karte wieder aus rechtlichen Gründen entfernt
Hier an dem Altersheim gab es den Großteil an Schäden. Dies aber auch bevorzugt nur am Garten des Heimes. Gebäudeschäden waren keine aufzufinden. Das Gebäude war auch in einem sehr gut gebauten Zustand.
Vielen Dank an das Altersheim, die mir Bildmaterial zur Verfügung gestellt haben, die die Schäden gleich nach dem Ereignis dokumentierten. In dieser Karte sind Buchstaben eingezeichnet. Diese zeigen den jeweiligen Aufnahmepunkt.
Schadensbereich A
Bild
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Bild
Bild
Bild
Einige der Bäume sehen hier nicht mehr gut aus. Leider habe ich im Schulgarten nie aufgepasst, daher kann ich die Baumart nicht zuordnen

Interessant ist dieses Bild hier:
Bild
Man achte auf das Gras. Welches heute wieder ca. 80cm hoch steht. Kurz nach dem Ereignis liegt es förmlich. Überflutungen haben dies nicht verursacht, da ich hier nachfragte.

Schadensbereich B

Hier mal nur der Maschendraht Zaun. Hier sind immer noch Blätter drin gefangen:
Bild

Schadensbereich C

Hier ist nur ein Bild zusehen. Jedoch eine gut gebauter Ahorn, der gebrochen wurde
Bild

Schadensbereich D

Hier ein paar Bilder die die Fallrichtungen wiedergeben.
Bild
Bild

Schadensbereich E

Hier lag nur eine große Fichte herum. Diese war komplett entwurzelt und verfehlte das Altersheim nur knapp
Bild

Schadensgebiet 5:
Dieses Gebiet lag knapp 300 Meter weiter vom Altersheim entfernt. Hier hatte man nur eine Gartenanlage stehen. Hier fand ich die stärksten Schäden. Auch hier wieder eine Karte dazu. Quelle: google earth
edit: Karte wieder aus rechtlichen Gründen entfernt
Hier gab es 3 Schadstellen, wie ein Wunder waren die anderen Bungalows fast gar nicht beschädigt.
Ich habe dieses Schadensgebiet in 3 Punkte unterteilt.

Schadensbereich A
Hier der erste beschädigte Bungalow. Man kam nicht Direkt an diesen Bungalow heran. Nur von außen konnte ich diese 2 Fotos machen
Bild
Bild
Hier hatte es das komplette Dach angehoben und 10 Meter weiter nach oben Verfrachtet. Übrig geblieben von dem Dach ist nichts da im Laufe der Woche das Dach zusammengeschnitten worden ist.

Hier noch ein kleinerer Schaden an einem Bungalow. Hier hat es die vordere Dachhälfte herausgerissen. Man beachte, dass das Wellpappendach verschraubt ist.
Bild
Bild

Schadensbereich B
Dieser Schaden ist meiner Meinung nach der schlimmste. Das komplette Dach hat es herausgerissen, verdreht und wieder abgelegt.
Bild
Hier nun noch ein Bild. Dies zeigt starke Mauerschäden des Bungalows. Außeneinwirkungen die die Wand zum reißen brachte waren nicht zu finden. Dieser Schaden würde meiner Meinung nach schon eher zu F3 gehören.
Bild
Noch ein Bild von vorn. Hier sieht man auch in der Mitte des Hauses, wie ein Teil der Mauer herausgerissen wurde…
Bild

Schadensbereich C

Hier knickte nur eine Fichte ab.
Bild
Bild

Anschließend war keine weitere Schadenspur auffindbar. Ich vermute mal, dass der vermeintliche Tornado übers Feld zog und sich dann irgendwann auflöste.

Fazit:
Ein Tornado scheint meiner Meinung nach 100% gesichert zu sein. Da es mehr als 3 unabhängige Zeugen gibt. Die Schäden sprechen sehr dafür. Die Radarsignaturen gehen sehr in Richtung Tornado.
Dem Bild nach zu urteilen, liegt ein Tornado hier sehr nahe.
Die Intensität liegt meiner Meinung nach bei den Gebäudeschäden zu urteilen in Richtung F3. Die restlichen Schäden kann ich schlecht beurteilen. Ich bitte die Profis um ihre Meinung dazu.

Daten zu dem Tornado:
Schneißenlänge: 2Km>
Schneißenbreite: nicht erkennbar

Vielen Dank an Jens aus Amtsberg der mich begleitet hat.

Bilder der Baumschäden im Altersheim:
copyright by Altersheim Augustusburg

Lg Bernd März
Zuletzt geändert von foto-erzgebirge am Sonntag 16. November 2008, 14:46, insgesamt 3-mal geändert.
Viele Grüße aus dem Erzgebirge

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Thomas Sävert
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Beitrag von Thomas Sävert » Freitag 6. Juni 2008, 20:00

Hallo Bernd und Jens,

vielen Dank für den umfangreichen Bericht. In der Kürze nur so viel: Mit der Einstufung in F3 wäre ich vorsichtig, als Tornado habe ich den Fall aber schon mal eingestuft. Zu dem vorhanden Bild kommen weitere und ein Video. Leider ist beides noch nicht da. Eine Familie hat den Tornado von Witzschdorf aus beobachtet.

Grüße, Thomas
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Thilo Kühne
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Beitrag von Thilo Kühne » Freitag 6. Juni 2008, 20:44

Hallo Bernd und Jens,

vielen Dank für Eure Untersuchung vor Ort!

Zur Schneise: Könnten das 2 km sein?
Des Weiteren scheint mir diese Schneise dermaßen schmal zu sein, dass man einen Hopper vermuten könnte. Zumal auch zwischendrin theoretische Schadenspunkte sein müssten, dessen Fehlen ich mir aufgrund einiger Schadensbilder nicht erklären kann, außer mit Hopper.

Für mich ist das hier mit Abstand das interessanteste Foto:
http://bm.srv2.bitcams.de/6060822.jpg
Zimindest beschreibt auch das Gras an der Oberfläche deutliche Winddruckspuren. Der geworfenen Baumrest scheint im unteren Bereich (Bruchbereich?) nicht ganz gesund gewesen zu sein... Braunfäule? (das weiß Martin besser). Ich würde das trotzdem noch in den T2-T3/F1-Bereich setzen.

http://bm.srv2.bitcams.de/6060816.jpg
Der hat nicht nur Fäule gehabt, sondern war ja schon komplett ausgehöhlt. Das ist sehr schwierig mit einer Intensität zu bewerten, da Intensitätswerte an gesundem Baumbestand betrachtet werden. Für meine Begriffe würde hierzu schon T1/F0 ausreichen, maximal T2/F1.

http://bm.srv2.bitcams.de/6060817.jpg
Astbruch mit Stammbruch im oberen Bereich. Das scheint mir auch nicht mehr der gesundeste Baum gewesen zu sein. Das würde für mich schon mindestens nach T2/F1 aussehen.

Zu den Gebäudeschäden:

http://bm.srv2.bitcams.de/6060813.jpg
Das ist schon ein größerer Bungalow. Das Abreißen des vorderen Dachteils erfolgte komplett. Mehr als T2-T3/F1 ist das für mich aber nicht. Überaus interessant bzgl. der Kleinräumigkeit des Ereignisses ist auch, dass hinter dem Häuschen ein Vogelhäuschen aufgestellt ist, dass anscheinend nichts abbekommen hat. Selbst die Gartengestänge für die Wein(?)pflanzen sind vollkommen unbeeindruckt. Entweder diese Aufbauten halten wesentlich mehr aus als ich vermuten würde, oder es gab hier einen seperaten Touch-Down. Ersteres könnte aber eher in Betracht kommen, aber dann würde ich ein signifikantes Ereignis (T4 und stärker) ausschließen, denn selbst dann hätten, auch bei einem theoretischen Wirbeldurchmesser am Boden von 10 m, auch die umgenzenden Pflanzen und Gartenaufbauten Schaden genommen. Mal abgesehen von starren Bauten wie zB Zäune, Zaunpfähl (die hier aus Beton sind und bei einem vermuteten F3 sichere Spuren von Schäden zB als Umwurf zeigen sollten).

http://bm.srv2.bitcams.de/606086.jpg
Dachwurf bis außerhalb des "Schneisenbereichs". Massiv ist diese Konstruktion nicht, aber an Materialmasse andererseits auch wieder nicht leicht. Dafür würde ich T2-T3/F1 vergeben.

http://bm.srv2.bitcams.de/6060839.jpg
Richtig, hier liegt ein Schaden am Mauerwerk vor. Das dürfte ein versicherungstechnischer Totalschaden sein, da die hintere Hälfte des Häuschens wohl komplett neu gemauert werden muss. Allerdings halte ich diesen Mauerbruch nicht für direkt tornadisch erzeugt. Es ist eher ein Wirkungsschaden des hinaufgeschleuderten Daches. Die Bruchstelle, oben am dicksten, also auch von oben her ausgelöst, befindet sich genau an der Stelle, wo die Dachkante des fliegenden Daches dieses benachbarte Häuschen traf. Das muss mit so einer Wucht geschehen sein, dass als Wirkungsschaden dieser Mauerbruch erfolgte.

Da der Mauerschaden IMO nicht durch direkte Einwirkung des Tornados entstanden ist, sondern als Folgewirkung des Dachwurfes entstand, sollte dieser hier ausgeklammert werden. Es spricht aber bzgl. der Wucht / Geschwindigkeit, mit der das Dach geworfen wurde, eine recht deutliche Sprache. Ich tue mich zwar schwer eine deutlich ausgeprägte Schneise zu erkennen, aber das könnt ihr, da ihr vor Ort gewesen seid, besser beurteilen.
Mein Schluss daher: Aufgrund der Baumschäden (im maximalen Bereich) und des geworfenen Daches (unsicher, aber mit Baumschäden maximal abgleichbar) würde ich sagen T2 /F1 mindestens... T3/F1 maximal, aber mit Unsicherheiten.

viele Grüße,
Thilo
Mitglied bei ESSL e.V. / QC-Admin ESWD
Bild
www.eswd.eu

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