[tornado] 15.06.2007 - Babensham/Oberbayern

Kevin Kerner
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[tornado] 15.06.2007 - Babensham/Oberbayern

Beitrag von Kevin Kerner » Samstag 16. Juni 2007, 15:19

In Babensheim soll ein Tornado gewütet haben:

"Die Polizei in Oberbayern sprach vom «Verdacht einer tornadoähnlichen Entwicklung» in Babensham, wo schwere Sturmböen zehn Hausdächer abdeckte. Dabei entstand Sachschaden in Höhe von 750.000 Euro."

Quelle: net-tribune.de

Weiß jemand was genaueres?
Zuletzt geändert von Kevin Kerner am Sonntag 17. Juni 2007, 15:33, insgesamt 1-mal geändert.
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FloHBY

Beitrag von FloHBY » Samstag 16. Juni 2007, 16:06

Hallo,

ja, ich weiß genaueres. Ich war mit der FF danach vor Ort. Nach meinem aktuellen Kenntnisstand ist die Böe/Windhose/Tornado, oder was es auch immer genau war, in einem Abstand von mehreren Hundert Metern an der betroffenen Ortschaft vorbeigezogen. Trotzdem wurden mehrere Häuser z.T. schwer beschädigt (Dächer, Fenster usw.), viele Bäume entwurzelt und im angerenzenden Wald eine ca. 50m breite Schneise geschlagen. Hier wurden die Bäume nicht entwurzelt, sondern in einer gewissen Höhe abgebrochen! Laut einer Augenzeugin war auch eine typische trichterförmige Wolke zu sehen. Die Einwohner der Ortschaft selbst haben davon aber aufgrund der Sichtverhältnisse (waren nur noch einige Meter!) nichts direkt mitbekommen.

Gruß Flo

Alexander Seel

Mini-Tornado

Beitrag von Alexander Seel » Samstag 16. Juni 2007, 21:14

Und wieder taucht dieses grässliche Wort "Mini-Tornado" bei BR online auf. Ich glaube viele haben es in 100 Jahren noch nicht kapiert dass auch in D-LAnd ECHTE! Tornados gibt.

Forstexperte
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Beitrag von Forstexperte » Samstag 16. Juni 2007, 22:09

Hallo Flo,
FloHBY hat geschrieben: ... Laut einer Augenzeugin war auch eine typische trichterförmige Wolke zu sehen.
Wenn dem so war, kann man mit Sicherheit von einem Tornado ausgehen.

Viele Grüße, Martin
Melle-Wellingholzhausen, 20 km sö. Osnabrück

foto-erzgebirge
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Beitrag von foto-erzgebirge » Sonntag 17. Juni 2007, 00:20

Hi,
dennoch bitte analysiere dies noch mal genauer...
lg
Viele Grüße aus dem Erzgebirge

Die Kunst des Fotografieren ist nicht die Technik sondern die Erfahrung des Fotografen.

besucht uns unter:

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Kevin Kerner
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Tornado wahrscheinlich

Beitrag von Kevin Kerner » Sonntag 17. Juni 2007, 15:32

Hab gerade nochmal im Internet nach Zeitungsartikeln über den Fall gesucht, in einem steht folgendes:

"An einigen Gebäuden wurden sogar die Dachstöcke in Mitleidenschaft gezogen. Der Sturm wirbelte Dachbalken wie Streichhölzer durch die Luft."
Quelle: http://www.augsburger-allgemeine.de/Hom ... ,4288.html

Angesichts der Beweislage ist ein Tornado sehr wahrscheinlich!
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Janina/Muc-Ost

Bericht einer Bekannten dazu würde passen...

Beitrag von Janina/Muc-Ost » Montag 18. Juni 2007, 10:41

Anmerkung dazu, die Familie wohnt in Rechtmehring, nord-östlich von Wasserburg, Babensham ist ca 10km entfernt und zu der Zeit waren sie auf der B15 Höhe Soyensee/Altensee unterwegs :

"Ein Stück weiter gab es eine Windhose, leider hatte ich den Foto dabei und Rainer konnte sie nicht knipsen.
Der Himmel war abartig - so ein Grau hab ich noch nie gesehen. Und es sah aus, als würden Rauchsäulen vom Boden aufsteigen - es sah nicht nach Gewitter aus, sondern nach Großbrand.

Hinter Wasserburg tobte der Bär. Wir sind da gestern gefahren, sowas hab ich noch nie gesehen. Dort müssen Windhosen oder was auch immer gehaust haben - der eine Wald ist echt im Eimer: dort lagen immer fleckenartig
die Bäume flach - das erste Eck etwa 100 Bäume, total umgeknickt, wie Mikado - dann nichts - dann wieder eine Schneise mit umgelegten Bäumen, aber in die andere Richtung, dann wieder nichts - dann wieder eine große Fläche mit vollkommen entwurzelten Bäumen (und das waren dicke und große Bäume) - dann wieder Baumsalat - Mikado - entwurzelt - dann wieder nichts. So ging das immer weiter. Sah schlimm aus!!! UNd die Bäume sind zum Teil in der Mitte abgebrochen, oder oben - oder sie sind total runtergebogen, also auch nicht mehr brauchbar. Dann kamen abgedeckte Häuser, zerstörte Hütten, ein umgeschmissenes Klohäuschen und so weiter. Eine kleine ORtschaft dort wurde komplett zerstört - kein Dach ist mehr da, wo es hingehört.
Sieht aus, wie nach dem Krieg dort. Brutal.

Es gab wohl auch in Haag ziemlich viel Wasserschäden und vollgelaufene Keller. In Soyen, wo Lisas Kiga ist, da gab es Tischtennisball große Hagelkörner."


lg Janina

Janina/Muc-Ost

Beitrag von Janina/Muc-Ost » Montag 18. Juni 2007, 14:29

Text aus dem Münchner Merkur Online heute:

Ein Tornado fegt über Babensham

Schwere Gewitter haben in der Nacht zu Samstag in Oberbayern gewütet. Am schlimmsten traf es die kleine Gemeinde Babensham im Kreis Rosenheim: Ein Tornado deckte Dächer ab, unzählige Bäume knickten unter der Wucht des gewaltigen Wirbelsturms wie Streichhölzer um. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt ­ doch der Schock sitzt noch tief bei den Bürgern von Babensham. Das berichten Augenzeugen.



Babensham -­ Er sah die Wolken, er hörte das Donnern, er spürte den Wind. Und plötzlich hatte Peter Chris\-tandl diese Vorahnung. „Auf einmal war es total finster im Haus, absolut dunkel, für vier, fünf Minuten”, erzählt er. Die Bilder von damals schießen ihm durch den Kopf: Es sind Bilder von zerstörten Häusern, Bilder von umgeknickten Bäumen. Es ist Freitagabend ­ und es ist wie damals, am jenem Julitag 1950, als ein Sturm über sein Dorf hinweggefegt war. „Das ist kein normales Gewitter. Kein normales Gewitter”, sagt der 77-Jährige aus Babensham nach wenigen Sekunden. Kurz darauf tobt ein Tornado über dem 2991-Seelen-Ort im Kreis Rosenheim.

Schwere Dachplatten wirbeln durch die Luft, Mauern brechen zusammen, im Ortsteil Altbabensham stürzt die Giebelwand eines Stalles ein. Ein riesiger Balken fliegt über Christandls Haus hinweg: „Wie ein Pfeil kam der angeschossen”, wird der Landwirt später sagen. Er wird erzählen, wie er vergeblich versuchte, die rückwärtige Tür seines Bauernhauses zu öffnen; „ich habe sie nicht aufgebracht, der Sog war einfach zu stark”. Von seinem Wald, das ist ihm längst klar, steht kaum noch ein Baum. Die Buchen und Fichten ­ nur noch Brennholz.

Zur gleichen Zeit ist Rosalie Latein in ihrem Auto unterwegs. Die 54-Jährige will in Wasserburg ihre Tochter abholen. Ein Blick in den Rückspiegel, „und ich habe sofort gesehen, da braut sich etwas zusammen”. Sie gibt Gas. Sie ist auf der Kraiburgerstraße, so nennen Einheimische die Verbindungsstraße zwischen Babensham und Wasserburg. Sie muss durch ein Waldstück fahren ­ ausgerechnet.

Es wird dunkler. Hinter sich hört Rosalie Latein die Äste knacken. Sie will schneller fahren, sie hat Angst, raus aus dem Wald, pocht es in ihrem Kopf.

Vergebens.

Ein Berg an umgeknickten Bäume versperrt ihr den Weg. Rosalie Latein setzt zurück. Panik. Raus aus dem Wald, pocht es immer lauter in ihrem Kopf.

Doch nur wenige Meter hinter ihr liegen auch schon Bäume auf der Straße. Rosalie Latein ist gefangen. „Ich habe um mein Leben gefürchtet”, sagt sie. Sie steht unter Schock. Sie weiß nicht, was sie machen soll. Aus Verzweiflung steigt sie aus, läuft zu Fuß weiter. Raus aus dem Wald. Raus aus diesem Wald. Sie kommt raus.

Die Feuerwehr ist längst alarmiert. „Ich habe viel gesehen, aber das übertrifft alles”, sagt Andreas Brunnlechner, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Babensham. Er leitet den Einsatz. „Auf Orkan Kyrill waren wir vorbereitet, aber dieses Unwetter hat uns eiskalt erwischt.” Bis Mitternacht sind hunderte von Helfern im Einsatz, räumen die Straßen frei, sichern die zerstörten Gebäude. Die Schäden werden am Tag darauf auf mehr als 750\x0f000 Euro beziffert. Doch immerhin: keine Verletzten. Bürgermeister Josef Huber spricht bis heute von Schutzengeln.

B. Nazarewska, L. Simeth und E. Unfried


Quelle: http://www.merkur-online.de/regionen/ba ... 07835.html
Zuletzt geändert von Janina/Muc-Ost am Montag 18. Juni 2007, 22:01, insgesamt 1-mal geändert.

Thilo Kühne
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Beitrag von Thilo Kühne » Montag 18. Juni 2007, 15:18

Hallo zusammen,

die Berichte klingen recht heftig. Was wir nun noch bräuchten wäre jemand (oder mehrere Leute), die sich vor Ort ein Bild des Schadens machen und jenen dokumentieren.

@Janina/Muc-Ost:

Bitte solche kompletten Zeitungsartikel stets mit genauer Zitatquelle posten, sonst kommen wir hier in Teufel's Küche. :wink:


viele Grüße,
Thilo
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Janina/Muc-Ost

Beitrag von Janina/Muc-Ost » Montag 18. Juni 2007, 18:40

ups...sorry, dachte Angabe von dem, wo ich es her habe und dem, der es geschrieben hat reicht!?!

Wie schaut dann eine Zitatquelle genau aus?? Bitte mal erklären....

lg Janina

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Beitrag von Thilo Kühne » Montag 18. Juni 2007, 19:00

Hallo Janina,

das ist ganz einfach. Am Ende des Zitates (oder des kopierten Textes) noch einmal genau hinschreiben welcher Quelle der Text entstammt. Also: Titel des Artikels, ggf Verfasser, ggf. Seitenangabe (bei Internetquelle natürlich nicht möglich), Bezeichnung der Zeitung. Bei Online-Material natürlich auch der Direktlink zum Artikel (falls kein Direktlink möglich, dann auch Link zur jeweiligen Hauptseite).

Ein einzelner Direktlink würde bei einem Kurzzitat auch ausreichen - bei einem kompletten Artikel aber nicht.

Damit wäre das ganze wasserdicht. :wink:


viele Grüße,
Thilo
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Janina/Muc-Ost

Beitrag von Janina/Muc-Ost » Montag 18. Juni 2007, 19:05

danke dir !!! werds mir merken ;)

lg Janina

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Beitrag von foto-erzgebirge » Donnerstag 21. Juni 2007, 17:19

Viele Grüße aus dem Erzgebirge

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Beitrag von Thilo Kühne » Donnerstag 21. Juni 2007, 17:33

Hallo zusammen,

@Bernd: danke für den Link zur Fotostrecke.

Das sieht heftig aus. Gerade aber bzgl des Waldschadens müsste man mal genau schauen wie die Baumreste liegen. Ich kann auf den ersten Blick viele Bäume sehen, die in Richtung des Schneisenverlaufs liegen, aber auch andere, welche von der Schneise weg liegen (in Richtung Schneisenbegrenzung gefallen/geknickt). Die Gebäudeschäden sind sehr eng begrenzt (mM oberes T3/F1) und Trümmerteile wurden deutlich verfrachtet.

Nach meinem ersten Verständnis sieht das nach Tornadoschaden aus.


Grüße,
Thilo
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Beitrag von Cumulus Humilis » Donnerstag 21. Juni 2007, 19:16

Hallo,

das Schadensbild läßt m.E. kaum eine andere Ursache als einen Tornado zu. Allein die Verfrachtungen sprechen schon sehr dafür. Wie weit wurden denn die Dachteile geworfen, ist dazu etwas bekannt? Für eine restlose Klärung wäre eine Übersicht der Schadensschneise gut. Ob hier T3 ausreicht oder ob doch schon T4 anzunehmen ist, da bin ich mir nicht im Klaren. Die Dachteile machen doch einen recht stabil verarbeiteten Eindruck und in der ersten Bilderserie ist ja ein offenbar völlig zerlegter Geräteschuppen zu sehen, oder irre ich mich da?

Gruß,
Andreas
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