[tornado] 13.05.2007 - Hellenthal / Kall-Sistig (Eifel, NRW)

Erik Dirksen
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[tornado] 13.05.2007 - Hellenthal / Kall-Sistig (Eifel, NRW)

Beitrag von Erik Dirksen »

hier der Link ins WZ-Forum:

http://www.wetterzentrale.de/forum2/rea ... sg-1125691

Gruß

Erik
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Sven Lüke
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Beitrag von Sven Lüke »

Wurde auch über das Skywarn-Fomular gemeldet:
13.05.2007 23:57 Rainer Fink
Kein Skywarn-Mitglied Nordrhein-Westfalen,
Kall-Sistig Melderichtlinien überschritten

Tornado, Hagel 2 - 3 cm , Sturm, Starkregen, Unwetterschäden

Duch ein Heftiges Gewitter am heutigem Abend hat es in der Eifel in Kall-Sistig (NRW), vermutlich einen Tornado gegeben. Sichtbare Schäden unübersehbar. Schneise der Verwüstung, ca. 3km. langer Streifen, ca. 150m breit, Bäume regelrecht abgedreht. im Ort Sistig wurden mind. 25 Dächer abgedeckt. Teilweise auch ab- weggerissen. Hagelkörner zwischen 2-3 cam dick Ob es sich um einen Tornado gehandelt hat - vermutlich ja! Da ich selber nicht so die Ahnung habe, sollte jemand mal vorbeikommen und sich das Schadensgebiet anschauen.
Grüße, Sven
foto-erzgebirge
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Beitrag von foto-erzgebirge »

Viele Grüße aus dem Erzgebirge

Die Kunst des Fotografieren ist nicht die Technik sondern die Erfahrung des Fotografen.

besucht uns unter:

http://xn--sturmjger-erzgebirge-gzb.de" onclick="window.open(this.href);return false;
Thomas Sävert
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Beitrag von Thomas Sävert »

Hallo Bernd,

bei dem Bericht im KStA ist einiges durcheinander geraten, die Daten zu den vergangenen Fällen stimmen vorn und hinten nicht.

Gruß, Thomas Sävert
Tornadoliste Deutschland
http://www.tornadoliste.de
Erik Dirksen
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Beitrag von Erik Dirksen »

Heute nachmittag sind 2 WZ-ler aus Bochum vor Ort. Ich kann leider erst morgen und werde mich vor allem um die Schäden außerhalb des Ortes kümmern, da sich Vegetationsschäden besser beurteilen lassen als Gebäudeschäden.

Gruß

Erik
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Erik Dirksen
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Beitrag von Erik Dirksen »

Kann einer der Admins das Datum 13.07.2007 noch in die Betreffzeile des Eröffnungspostings einfügen? Hab's leider vergessen.

Gruß

Erik
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Nina
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Beitrag von Nina »

Hier noch ein Bericht, wo mal wieder sehr schlampig mit den Begriffen umgegangen wird :evil:
http://www.rundschau-online.de/html/art ... 5496.shtml

Edit: sehe gerade, das ist der gleiche Text wie im oben genannten Artikel, hab das grad noch mehrfach gefunden...
Erik Dirksen
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Vorabinfos zum Tornado Kall-Sistig

Beitrag von Erik Dirksen »

Hallo Forum,

ich war heute vor Ort und habe einen Teil der Schneise abgearbeitet (ca. 11 km). Erst einmal soviel:

Die Schäden, die ich bis jetzt sehen konnte befinden sich zwischen Oberreifferscheid und gehen bis hinter Urft von SW nach NO. Der Tornado hat entweder mehrfach Bodenkontakt verloren oder in seiner Intensität stark "pulsiert". Die Schneisenbreite schwankt zwischen 20 m und bis zu 300 m im Bereich Zingscheid.
Eine ausführliche Analyse erfolgt nach meinem 2. Tag vor Ort. Vorab schwanke ich bei der Intensität zwischen T3/F1 und punktuell T4/F2.

Gruß

Erik
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Thilo Kühne
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Beitrag von Thilo Kühne »

Hallo Erik,

danke für deine Vorortrecherchen. Bei einer potentiellen Zuglänge von 11 km könnte eine Intensitätsschwankung durchaus möglich sein (im Falle eines Tornados). Ebenso gut könnte es sich auch um mehrere Tornados gehandelt haben, welche von der gleichen Zelle kurz hintereinander generiert wurden - solche Fälle werden auch ständig in den USA beobachtet (Bodenkontakt verliert sich / Tornadofunnel bildet sich zurück und prägt sich wenig später wieder voll aus).

Bin gespannt was du dort noch entdecken wirst - freue mich schon auf deinen Bericht.

Grüße,
Thilo
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Forstexperte
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Beitrag von Forstexperte »

Hallo zusammen,
Thilo Kühne hat geschrieben: Bei einer potentiellen Zuglänge von 11 km könnte eine Intensitätsschwankung durchaus möglich sein (im Falle eines Tornados). Ebenso gut könnte es sich auch um mehrere Tornados gehandelt haben, welche von der gleichen Zelle kurz hintereinander generiert wurden - solche Fälle werden auch ständig in den USA beobachtet (Bodenkontakt verliert sich / Tornadofunnel bildet sich zurück und prägt sich wenig später wieder voll aus).
Wahrscheinlich war die Schadensbahn insgesamt noch deutlich länger(mehr als doppelt), da ja auch aus dem angrenzenden Ostbelgien Tornadoschäden gemeldet wurden.
Siehe dazu hier:
http://www.input-aktuell.de/mainframe.a ... wsid=11010
oder weitere Links auf Thomas seiner Tornadoliste

Vor allem, wenn die Zugbahn insgesamt deutlich länger als 20 km sein sollte, könnte ich mir (mehrere) Neubildungen gut vorstellen, zuumal offenbar keine besonders hohe Intensität erreicht wurde. Mehr als T4/F2 kann ich bislang nicht erkennen.
Bin gespannt was du dort noch entdecken wirst - freue mich schon auf deinen Bericht.
Ich auch und schon mal herzliches Dankesschön für die aufwändige Doku/Analyse.

Ach übrigens, die letzen 2 Jahre hab ich im Nationalpark Eifel eine Bodenkartierung für den Geologischen Dienst in NRW durchgeführt und in Schleiden-Dreiborn gewohnt. Das Gebiet ist also fast meine 2. Heimat gewesen, doch erst wenn ich nicht mehr da bin, passiert dort ein Tornado. Ich hatte unmittelbar vor dem Eintreffen des Gewitters mit meinem ehemaligen Vermieter telefoniert. Er berichtete von einem starken Gewitter, doch das schlimmste zog wohl knapp südlich vorbei. Weil er auf der „nassen" Seite es Gewitters wohnt, hat er von dem Tornado auch nichts sehen können. Da wäre im Fall des Falles ein Chasing unumgänglich gewesen.
Hab eben noch mit der Frau des Vermieters gesprochen. Sie sagte mir, dass ihre Schwägerin (wohnt in Hellenthal) eine Windhose auf der Fahrt von Bonn nach Hause nahe Sistig beobachtet habe. Ein Foto hat sie allerdings nicht gemacht. Ich habe um weitere Infos gebeten, mal sehn, was ich noch erfahre. In Dreiborn selbst hat es nur Starkregen mit kurzzeitig kleinerem Hagel gegeben.

Grüße, Martin
Melle-Wellingholzhausen, 20 km sö. Osnabrück
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Sven Lüke
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Beitrag von Sven Lüke »

Ähm, jetzt nur mal so am Rande, wird jetzt hier eine doppelte Analyse angefertigt?

http://w3.wetterspiegel.de/stormchaser/ ... eadid=2186

Grüße, Sven
Forstexperte
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Beitrag von Forstexperte »

Hallo Sven,
Sven Lüke hat geschrieben:Ähm, jetzt nur mal so am Rande, wird jetzt hier eine doppelte Analyse angefertigt?

http://w3.wetterspiegel.de/stormchaser/ ... eadid=2186

Grüße, Sven
Das scheint so zu sein.
Wobei ich selber ja gar keine Anlyse mache.
Ich werde nur ein bischen nebenbei recherchieren (Telefon), weil ich in der dortigen Gegend insgesamt fast 1 Jahr gearbeitet habe.

Zu dem Bericht von Björn Mühle:
T4/F2 sind die stärsksten Schäden, die aich auf den Bildern erkenne.
Der 50 cm starke, abgedrehte Baum auf Bild 24 war eine Fichte, kein Laubbaum. War aber ein Randbaum und daher sturmfest. Unterhalb T4 glaube ich, wäre der nicht gebrochen.
Ein 50 m breiter, auskondensierter Funnel ist für einen Tornado keine besondere Breite, ebenso eine 150 - 200 m breite Schadenschneise. Da hat es auch in Mitteleuropa schon ganz andere Kaliber gegeben.

Liebe Grüße ins nahe OS, Martin
Melle-Wellingholzhausen, 20 km sö. Osnabrück
Erik Dirksen
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Beitrag von Erik Dirksen »

Zu Bild 30 aus Zingscheid:

Tornadoschäden waren dort nur die Laubbäume. Die Nadelbäume wurden vor ein paar Wochen gefällt.

In Zingscheid war die Schneise 200-300 m breit und die Schäden am gegenüberliegenden Hang stammen von der, in Zugrichtung der Zelle gesehen, linken Flanke des Tornados.

Hier der neueste Stand hinsichtlich unserer Nachforschungen. Bjoern Stunpf aus Fulda übernimmt den Teil von Losheimergraben hinüber nach Belgien. Ich fahre die nächsten Tage nochmal hin und übernehme die Strecke zwischen Losheimergraben und Hescheid. Was noch fehlt ist der Bereich zwischen Sistig und Steinfeld (Kuttenbachtal). Dort sollen die größten Waldschäden sein. Dort wird sich Rainer Fink in den nächsten Tagen umsehen.

Wenn man in Urft über den Bahnübergang in Richtung B206 fährt, sieht man etwa auf halber Strecke links von der Straße einige gebrochene Bäume im Wald. Dies ist der letzte Schaden, den ich bis jetzt festgestellt habe, habe aber kein Foto gemacht, weil eine ganze Reihe Autos hinter mir fuhren (Schranke war vorher geschlossen). Rainer Fink wird dies ebenfalls abklären.

Mittlerweile sieht es so aus, dass es möglicherweise ein Tornado war, der sich in Belgien gebildet hat und bis in die Gegend um Urft gezogen ist. Dies sind ca. 30 km Zugbahn. Die Uhrzeiten passen und alle Schäden bilden eine gerade Linie. Falls ich zwischen Hescheid und Losheimergraben wider Erwarten keine Schäden finden sollte, handelt es sich um eine Neubildung aus derselben Zelle. Die Schneisenbreite beträgt stellenweise bis zu 300 m.

Die DWD-Wetterstation in Sistig hatte an dem Tag einen Stromausfall, vielleicht durch Blitzschlag oder, im Idealfall, durch den Tornado selbst. Rainer Fink hat sich mit dem DWD in Verbindung gesetzt um an Daten des 13.05. zu kommen.

Gruß

Erik
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Forstexperte
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Beitrag von Forstexperte »

Hallo Erik,
Erik Dirksen hat geschrieben:Zu Bild 30 aus Zingscheid:

Tornadoschäden waren dort nur die Laubbäume. Die Nadelbäume wurden vor ein paar Wochen gefällt.
Genau, dieses Bild:
http://www.sturmjagd.com/webspace/zingscheidt_30.jpg
zeigt für mich keinen ganz frischen Schaden. Ist jedenfalls unwahrscheinlich, dass dieser 1 Tage nach dem Ereignis schon derart geräumt ist. Und ob dieser Schaden tornadisch war, lässt sich hier jedenfalls nicht erkennen.

Auf Eure Analyse bin ich sehr gespannt. Das hört sich ja schon fast professionell an.

Viele Grüße, Martin
Melle-Wellingholzhausen, 20 km sö. Osnabrück
Thilo Kühne
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Beitrag von Thilo Kühne »

Hallo Martin,

welchen Tornadofall aus Ostbelgien meinst du denn? Es gab am 13.05.2007 anscheinend zwei seperate Fälle dort.

Man müsste schauen wie groß die Schneisenlücken vor Ort sind. Wenn diese eine gewisse Strecke überschreiten würde ich eher für seperate Fälle pledieren. Weiß zwar nicht, ab wo man so eine Grenze ansetzen könnte... vllt 2 km oder mehr?


Grüße,
Thilo
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