20.07.2007 - Klomnice, Huby, Adamowo (SL) / Polen

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Thilo Kühne
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20.07.2007 - Klomnice, Huby, Adamowo (SL) / Polen

Beitrag von Thilo Kühne » Sonntag 22. Juli 2007, 00:19

Hallo zusammen,

gestern am frühen Abend des 20.07.2007 fand in Polen ein heftiger Tornado statt, bei dem ich von einem starken Tornado ausgehe. Der Tornado zog nahe Czestochowa in Schlesien durch drei Gemeinden: Klomnice, Huby und Adamowo (Distanz zwischen diesen Orten ca. 9 km). Laut Medienangaben wurden bis zu 4 Menschen verletzt -Tote gab es zum Glück nicht. Einige Häuser, in deren Baustil mit amerikanischem Leichtbau vergleichbar wurden komplett zerstört und teils dem Erdboden gleich gemacht. Bei Steinhäusern wurden Dächer, Dachstühle und Außenmauern zerstört. Insgesamt wurden 97 Häuser beschädigt oder stark beschädigt... weitere 20 wurden komplett zerstört. Mateusz Sornat, ein polnischer Unwetterforscher mit dem ich zusammen arbeite, ließ mir eine Fülle an Informationen zukommen, die ich hier zur Diskussion stellen möchte.


Fotos der Schäden(I):
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Quelle/Urheber der Fotos: RMF-FM, K.Musial; http://rmf.fm/fakty/?id=120810


Schadensvideo:
http://www.tvn24.pl/-1,1515137.1,wiadomosc.html
(TVN24, 21.07.2007)

Tornado-Video!!! (poln. Storm-Chaser):
http://youtube.com/watch?v=XIF-vCL5NhM


Nach meinem Verständis sieht das bei den Gebäuden schon nach unterem T6/F3 aus. Auch wenn die Bauweise doch ein wenig zu wünschen übrig lässt, so ist der Schaden an dem Leichtbauhaus doch sehr auszeichnend für US-amerikanische Tornado-Ereignisse im F3-Bereich.


was meint ihr dazu?

Grüße,
Thilo
Zuletzt geändert von Thilo Kühne am Mittwoch 25. Juli 2007, 19:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Thilo Kühne
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Beitrag von Thilo Kühne » Sonntag 22. Juli 2007, 01:30

Habe noch ein paar mehr Fotos aus dem Video zusammengestellt:

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Quelle/Urheber: TVN24, http://www.tvn24.pl/-1,1515137.1,wiadomosc.html


Grüße,
Thilo
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Thorsten Gaulke
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Beitrag von Thorsten Gaulke » Sonntag 22. Juli 2007, 03:15

Moin Thilo...
Nach meinem Verständis sieht das bei den Gebäuden schon nach unterem T6/F3 aus. Auch wenn die Bauweise doch ein wenig zu wünschen übrig lässt, so ist der Schaden an dem Leichtbauhaus doch sehr auszeichnend für US-amerikanische Tornado-Ereignisse im F3-Bereich.


was meint ihr dazu?
Nach den Bildern von Micheln würde ich diesen Tornado auch eher F3 einstufen...aber nur rein nach dem Aussehen. Micheln ist deutlicher dokumentiert. Aufgrund der Schäden tippe ich eher auf "nur" F2, was aber auch schon reicht. Dotzek schreibt in seiner Vorlesung Radarmeteorologie: "Schwere Schäden an Massivbauten, Einsturz zahlreicher Gebäude"...Deine Bilder zeigen teilweise Dachabdeckungen, aber auch Dachzerstörungen. Und wenn du schreibst, einige Häuser in "Leichtbauweise" seien zerstört worden, tippe ich nach wie vor auf einen F2 bzw. T5-Tornado, obwohl die Bilder des Tornados Gewaltigeres vermuten lassen...Nur meine Meinung, und um Meinungen hast du gebeten...
Gruß
Th. Gaulke

8° 41' 23,2'' ; 51° 52' 07,8''

Thilo Kühne
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Beitrag von Thilo Kühne » Sonntag 22. Juli 2007, 13:12

Hallo Thorsten,

ich habe T6/F3 als Maximalintensität vermutet und freue mich, wenn daraus eine konstruktive Diskussion erwächst.

Bzgl. der Intensitäten ist es ja so definiert, dass bei einem F2-Tornado Dächer und Dachstühle fortgerissen werden und bei schwächeren Strukturen auch schon Giebelwände einstürzen können (oder zum Teil einstürzen). Das Einstürzen von Gebäuden an sich ist bei F2 nur auf strukturschwache Gebäude zu begrenzen... d.h. labile Großraumscheunen (hier würde schon T4/F2 reichen) oder auf kleinere Holzgebäude (Gartenhäuschen, Holzstrukturscheunen).
Die vorliegenden Schäden aus der Region Czestochowa vom 20.07. zeigen aber ähnliche Schäden wie Micheln 2004. Der Tornado von Micheln wurde als T7/F3 festgestellt. Bei dem aktuellen Fall wäre es daher durchaus vertretbar, diesen als "Unterkante" T6/F3 zu diskutieren (maximale Intensität). Auch ich sehe bei vielen anderen Schadenspunkten eher T5/F2... möchte aber ein hineinreichen bis in T6/F3 nicht ausschließen.

Werde mich zu diesem Fall auch mit Dotzek in Verbindung setzen.

Übrigens gab es am 29.07.2005 im tschechischen Abertamy einen Tornado der Intensität T5/F2, welcher ähnliche Schäden wie jene in Polen anrichtete... allerdings scheint das Gesamtschadensbild in Polen noch ein wenig intensiver zu sein.

viele Grüße,
Thilo
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Thorsten Gaulke
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Beitrag von Thorsten Gaulke » Sonntag 22. Juli 2007, 14:02

Moin Thilo...
ich habe T6/F3 als Maximalintensität vermutet und freue mich, wenn daraus eine konstruktive Diskussion erwächst.
...aus Diskussionen kann man lernen und ich möchte und muss noch lernen, da ich ja noch in der Kinderschuhen stecke, was Tornados, deren Intensität und vor allem was die Kategorisierung von Tornados betrifft. Und da muss ich auch noch lernen, mich korrekt und vernünftig auszudrücken. :wink: Das Zitat von Dotzek, welches ich oben aufgeführt habe, bezieht sich natürlich auf F3...also, ich wiederhole und komplettiere: Dotzek schreibt in seiner Vorlesung Radarmeteorologie zum Schadensbild eines F3-Tornados: "Schwere Schäden an Massivbauten, Einsturz zahlreicher Gebäude"...

Da wäre es natürlich jetzt gut zu wissen, was "Massivbauten" sind - vor allem im Vergleich (meinetwegen) Tschechien/Polen - Amerika - Deutschland.... Den Bildern nach zu urteilen, sind sowohl F2 als auch F3 Schäden sichtbar...die Steinbauten sehen schon recht ordentlich "verarbeitet" aus. Das Bild, das diese rosa- und grüngefärbten Zimmer zeigt, stammt bestimmt nicht von einem Massivbau...

Und bei den entwurzelten Bäumen muss man auch immer bedenken, auf welchem Untergrund sie stehen und wie er beschaffen ist. Bei völlig durchgenässtem Boden braucht ein Baum nicht erst 220-256 km/h oder 256-295 km/h, sondern da reicht schon eine Böe mit 150 km/h, vielleicht auch nur eine Böe mit 100 km/h. Wichtig ist auch, wie viel Laub der Baum trägt - ist es ein Laubbaum oder ein Nadelgehölz. Da gilt es natürlich, so viele Schadensbilder von umgestürzten Bäumen oder abgedrehten Bäumen zu sichten und zu analysieren...

Bei dem Kracher, den du uns da allerdings präsentierst, muss schon eine enorme Kraft hintergesteckt haben....

Vielleicht melden sich auch noch einige andere zu Wort.....
Gruß
Th. Gaulke

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Forstexperte
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Beitrag von Forstexperte » Sonntag 22. Juli 2007, 15:11

Hallo Thilo,

aufgrund der 2. Bildersequenz denke ich doch, dass hier bereits T6/F3 gerechtfertigt ist.

Während die beiden oberen Bildern mit den Baumschäden sich noch mit T5 erklären lassen (die Bäume auf dem 1. Bild erlitten Stammbrüche und das Wurzelsystem der entwurzelten Eiche auf dem 2. Bild sieht sehr fest aus), wird’s bei den nächsten 3 Bildern schwierig. Immerhin wurde hier der obere Bereich des Hauses in Massivbauweise komplett abgetragen und auch die andern (nicht im Detail) zu sehenden Häuser weisen schwere Schäden auf.

Die Baumschäden auf dem Bild darunter - hier:
http://img72.imageshack.us/img72/5647/huby5jp3.jpg
weisen klar in T6/F3, v. a. die weitgehend entasteten Stammtorsi links. Rechts liegt ein offenbar teilweise entrindetes Stammstück- schade, dass hier Details nicht erkennbar sind.
Entrindung muss nicht zwangsläufig durch Sandstrahleffekt passieren. Auch mit niedrigerer Geschwindigkeit gegen einen Baum schlagende größere Gegenstände oder ein anderer Baum selbst können Rinde abschlagen und durch Faserausrisse (seihe Bild 1) kann die Rinde abgeschält werden. Diese Schäden lassen sich aber vom „echten Sandstrahleeffekt“ unterscheiden.

Also, vorläufig in T6/F3 geratet liegt man hier bestimmt nicht zu hoch.

@ Thorsten, bzgl. sturmbedingter Baumschäden empfehle ich Dir das hier von mir vor ca. 3 ½ Jahren veröffentlichte:
http://www.tordach.org/pdf/Hub04.pdf

Im kommenden Winter werde ich hierzu mal eine umfangreichere Online-Bilder-Doku bringen.

Viele Grüße, Martin
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Beitrag von Cumulus Humilis » Sonntag 22. Juli 2007, 18:19

Hallo,

was die Gebäudeschäden angeht, tue ich mich mit T6 auch noch ein bisschen schwer. Ich kann zwar strukturelle Schäden erkennen, die sich aber offenbar auf den Dachstuhlbereich beschränken lassen, was noch mit T5 erklärbar wäre. Die Definiton von T6 verlangt "Schwere Schäden an strukturellen Elementen von Massivbauten." Ob man davon hier sprechen kann, scheint mir unklar. Sicher ist es ein Grenzfall und wenn, wie von Martin beschrieben, die Baumschäden für T6 sprechen, kann ich das akzeptieren.

Gruß,
Andreas
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Beitrag von Thomas Sävert » Montag 23. Juli 2007, 18:01

Hallo zusammen,

wegen Urlaub erst jetzt mein Kommentar, der aber auch nichts Neues bringt. Denn ich sehe das ähnlich: Bei den Gebäudeschäden ist es ein Grenzfall von T5 zu T6, da wir die Gebäude bzw. deren Beschaffenheit vor dem Tornado nicht kennen. Wenn aber die Vegetationsschäden auf T6 deuten, dann ist die Sache schon recht klar.

Gruß, Thomas Sävert
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Beitrag von Thilo Kühne » Montag 23. Juli 2007, 18:26

Ok Jungs,

ich werde diesen Fall vorerst als T6/F3 führen (unter dem Zusatz, dass diese Einstufung vorübergehend festgesetzt wurde).


Grüße,
Thilo
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Beitrag von Thilo Kühne » Donnerstag 6. Dezember 2007, 10:06

Hier jetzt endlich weiteres Fotomaterial zu diesem Fall. T6/F3 würe ich weiterhin vertreten wollen.

http://www.podlesie.jpg.pl/?440211,21336,518165
http://www.podlesie.jpg.pl/?440211,21336,518167
http://www.podlesie.jpg.pl/?440211,21336,518171
http://www.podlesie.jpg.pl/?440211,21336,518172
http://www.podlesie.jpg.pl/?440211,21336,518178
http://www.podlesie.jpg.pl/?440211,21336,518186
http://www.podlesie.jpg.pl/?440211,21336,518188 <-interessant. Giebel eingestürzt, aber Dachstuhl steht noch ???? natürlich nicht T6 hier, aber interessant.
http://www.podlesie.jpg.pl/?440211,21336,518190

ab hier wird's heftiger:
http://www.podlesie.jpg.pl/?440211,21336,518191
http://www.podlesie.jpg.pl/?440211,21336,518192
http://www.podlesie.jpg.pl/?440211,21336,518195
http://www.podlesie.jpg.pl/?440211,21336,518211
http://www.podlesie.jpg.pl/?440211,21336,518213
http://www.podlesie.jpg.pl/?440211,21336,518234
http://www.podlesie.jpg.pl/?440211,21336,518254
http://www.podlesie.jpg.pl/?440211,21336,518255
http://www.podlesie.jpg.pl/?440211,21336,518272
http://www.podlesie.jpg.pl/?440211,21336,518273
http://www.podlesie.jpg.pl/?440211,21336,518274
http://www.podlesie.jpg.pl/?440211,21336,518275
http://www.podlesie.jpg.pl/?440211,21336,518276
http://www.podlesie.jpg.pl/?440211,21336,518277
http://www.podlesie.jpg.pl/?440211,21336,518278
http://www.podlesie.jpg.pl/?440211,21336,518280
http://www.podlesie.jpg.pl/?440211,21336,518289
http://www.podlesie.jpg.pl/?440211,21336,518291
http://www.podlesie.jpg.pl/?440211,21336,518292

kleinräumiger Überblick:
http://bi.gazeta.pl/im/8/4330/z4330698X.jpg

...und abschließend ein Foto des Tornados:
Bild
Quelle: Agencja Gazeta

Grüße,
Thilo
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Beitrag von Erik Dirksen » Donnerstag 6. Dezember 2007, 16:17

Hallo Thilo,

T6/F3 halte ich mindestens für gerechtfertigt besonders in diesen beiden Bildern:

Bild

Der Überblick zeigt 2 komplett entastete Bäume!

http://www.podlesie.jpg.pl/?440211,21336,518170

Ein umgestürzter metallener Strommast!

Hier ist ein Bild, wo ich nicht sicher bin, ob auch eventuell T7/F3 anzunehmen ist:
http://www.podlesie.jpg.pl/?440211,21336,518233

Die Frage ist, woher kommen die entrindeten Stellen an diesem Baum?

Gruß

Erik
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Beitrag von Thilo Kühne » Donnerstag 6. Dezember 2007, 17:52

Hallo Erik,

danke für deine Einschätzung.

Bei dem Mast handelt es sich in Polen für gewöhnlich um Telefonleitungen. Der Mast ist aus Beton. Habe aber schon Fälle aus Polen gesehen, wo solche Betonmasten ab T4/F2 überwiegend brechen (nicht ausgeschlossen, dass da fliegende Trümmerteile nicht unbeteiligt waren).


lg,
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Beitrag von Cumulus Humilis » Donnerstag 6. Dezember 2007, 20:04

Hallo zusammen,

die neuen Bilder lassen mich nun auch ehr auf T6 (vielleicht sogar mehr) schließen. Die Zerstörungen sind doch zu deutlich und auch die Schäden der starken Bäume entlang der Straße sind mit T5 wohl nicht mehr abzudecken. Der Mast auf dem Bild, das Erik zitiert hat, ist doch ein Stahlgittermast - das sieht mir nicht nach Telefonleitung aus. Schade, daß es keinen Überblick über die Schadensschneise gibt und man erkennen kann, wo welches Bild hingehört.

Die eingestürzten Giebelwände trotz gut erhaltenem Dachstuhl und intaktem Schornstein sind interessant. Leider kann man nicht erkennen, aus was diese Wände bestanden. Beide Bilder zeigen aber das selbe Haus, es ist also ein Einzelfall.

http://www.podlesie.jpg.pl/?440211,21336,518187
http://www.podlesie.jpg.pl/?440211,21336,518189

Gruß,
Andreas
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Beitrag von Thilo Kühne » Donnerstag 6. Dezember 2007, 20:06

Ach Gottchen, Erik,

entschuldige bitte, jetzt sehe ich welchen Mast du meinst :-). Dachte du meinst diesen kleinen Betonmast, aber das ist ja eine Hochspannungsleitung. Nun ja, Den Zusammenbruch von so'nem Ding habe ich bei T3-T4/F1-F2 auch schon gesehen (auf Fotos :-) ). Das ist nicht zwangsläufig ein F3-Argument für mich.


lg,
Thilo
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Beitrag von Forstexperte » Samstag 8. Dezember 2007, 13:30

Hallo zusammen,

das umfangreiche Bildmaterial (55 bilder) bestätigt meine erste Einschätzung von T6 aufgrund der Baumschäden.
Bei T6 würde ich es aber belassen. Für noch höhre Intensitäten finde ich anhand der Baumschäden keine sicheren Indizien.
Und auch die Gebäudeschäden sind mit T6 m.M. nach vollständig erklärbar.

@ Erik,
Die zerissene Starkesche weist auf Winde in T6-Intensität hin. T6 reicht aber auch für solch einen Baum sicher aus. Die ansatzweisen Entrindungen beruhen hier eindeutig erkennbar NICHT auf dem Sandstrahl-Effekt durch sehr schnell umherfliegende Kleintrümmer (ab Schwelle T7-T8 ), sondern durch Faserausreißen bei der Torsion der Stämmlinge/Kronenteile. Eine derartige Rindenschäle ist besonders in der Zeit des Saftstromes, also während der Wachstumsperiode von Ende April bis Anfang Oktober rel. leicht möglich, nämlich dann, wenn starke Äste oder Stammteile mechan. abgerissen werden.

Viele Grüße, Martin
Zuletzt geändert von Forstexperte am Samstag 8. Dezember 2007, 20:38, insgesamt 1-mal geändert.
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