[Tornado] 13.05.2015 - Stettenhofen, Affing (A|BY)

Daniel93
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Re: [Tornado] 13.05.2015 - Stettenhofen, Affing (A|BY)

Beitrag von Daniel93 » Freitag 15. Mai 2015, 01:54

Hallo Zusammen,

wie erwähnt waren mein Wetterkollege Johann und ich heute noch einmal in Affing und Gebenhofen um dort die Schäden bei Tageslicht zu dokumentieren. Erst dort wurde das unfassbare gesamte Ausmaß der Zerstörung sichtbar.

Vorab zur Walze: Die Walze ist nicht gänzlich aus Stahl sondern hohl und kann mit Wasser befüllt werden. Zum Zeitpunkt des Tornados war sie nicht befüllt und somit "nur" einige hundert Kilo schwer. Wir testeten, ob ein Mensch alleine die Walze bewegen kann mit negativem Ergebnis.

Die Route des Tornados verlief ausgehend von Stettenhofen, über Gebenhofen nach Affing, wie man auf folgender Grafik sehen kann:

http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... gesamt.JPG

1. Abschnitt: Entstehung und Schäden in Stettenhofen.

Route in Stettenhofen:

http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... nhofen.JPG


Der Tornado dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit in dem Hain hinter dem Fussballplatz um ca. 22:15 (Uhrzeit von Augenzeuge) in Stettenkofen entstanden sein bzw. dort erstmals Bodenkontakt gehabt haben. Dafür spricht neben dem Schadensbild an dem Hain auch der Augenzeugenbericht eines Anwohners, der von mehreren toten Eichhörnchen nach dem Tornado auf dem Fußballplatz berichtete. Diese Tiere würden m. E. fliehen, wenn ein Tornado im Anmarsch ist. Wenn sich jedoch der Tornado über den Eichhörnchen bildet, haben diese auch wenig Chancen. Gerne darf diese These widerlegt werden. ;) Die anfängliche Stärke des Tornados schätzen wir mit F2 ein. Ein Augenzeuge bestätigte uns den Bodenkontakt und die Sichtung des Rüssels glaubwürdig und schätze den Durchmesser auf ca. 20 m. Der Tornado war kerzengerade und hatte eine breite Basis an der Wolkenunterdecke.
Bilder:
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... C_0571.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... C_0577.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... C_0578.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... C_0579.JPG

Nach dem Bodenkontakt zog der Tornado in Richtung Westen und schlug eine ca. 30 m breite Schneise in den Hain hinter dem Fußballplatz. Auf dem Fussballplatz angekommen gewann er an Fahrt und dürfte, entsprechend dem Schadensbild (bspw. herausgerissene und weggeschleuderte Spielerbänke, welche mit einem 60 cm tief eingelassenen Betonanker befestigt waren, Verschieben einer mehrere hundert Kilo schweren Rasenwalze in ein angrenzendes Feld, Herausreißen und Herumschleudern von Toren, Verbiegen von Metallgeländern), sich zu einem F2+ entwickelt haben.
Bilder:
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4587.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... C_0568.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... C_0570.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... C_0582.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... C_0583.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... C_0587.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... C_0581.JPG

Von dort bewegte er sich weiter in Richtung Ortskern und steuerte die ersten Wohnhäuser an, an denen insbesondere auf der, dem Tornado zugewandten Nordseite erhebliche Schäden entstanden. So wurden unter anderem Dächer nahezu komplett einseitig abgedeckt, Dachstühle beschädigt und Dachziegel bohrten sich in Fassaden und einen Wohnwagen mehr als 10 cm tief. Auf seinem weiteren Weg erreichte der Tornado schließlich die Tankstelle am Rand dieses Sektors und richtete dort ebenfalls erhebliche Sachschäden an. Dort wurde auch das Dach teilweise abgedeckt und der Dachstuhl enorm beschädigt. Ein Dachfenster wurde sogar teilweise aus der Fassung gehoben und ein mehr als 30 kg schwerer Mülleimer flog lt. Augenzeugen hoch durch die Luft.
Bilder:
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4592.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4594.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... C_0531.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... C_0533.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... C_0534.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... C_0563.JPG

Der Tornado passierte nun die Straße. Auf der anderen Straßenseite verbog er die Stahlstangen von Verkehrszeichen derartig, dass diese fast den Boden berührten. An mehreren Häusern riss er Antennen aus der Verankerung, verbog Sat-TV-Schüsseln komplett, deckte ein Dach samt Querverstrebung des Dachstuhls komplett ab.
Bilder:
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4595.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... C_0525.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... C_0527.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... C_0529.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... C_0536.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... C_0556.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... C_0557.JPG

Auf seinem Weg weiter nach Osten traf er schließlich auf den Maibaum und brauch diesen ca. 1,50 m oberhalb der Halterung einfach ab. Der Stamm hatte an dieser Stelle eine Dicke von geschätzt mehr als 60 cm.
Bilder:
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... C_0551.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... C_0552.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... C_0553.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... C_0555.JPG

Schließlich erreichte der Tornado die Gebäude der Jugendinitiative Langweid sowie einige Mehrparteienmietshäuser. Spätestens hier entwickelte er sich zu einem Tornado der Stärke F3. Er hob ein komplettes Dach samt Dachstuhl ab und schleuderte es ca. 100 m weit auf das angrenzende Feld. Außerdem riss er bei einem weiteren Wohnhaus die Rückwand heraus. Bei diesem und einem weiteren Gebäude wurden sogar massive Betonbrocken bzw. einbetonierte Ziegel (Gewicht: 10-15 kg) herausgerissen und weit in das angrenzende Feld getragen. Das Feld glich nach dem Tornado einer Trümmerwüste und war regelrecht übersät mit allen möglichen Gegenständen. Teils wurden diese bis zu 700-800 m in das Feld hineingetragen. Als nächstes fielen ihm zwei ca. 25-30 m hohe Bäume zum Opfer. Diese wurden entwurzelt, zum Teil die Rinde abgeschält und zerbrochen. Die Stämme hatten einen Durchmesser von geschätzt mehr als einem Meter. Zudem wickelte er ein Riesentrampolin, das aus der mehr als 400 m entfernten Siedlung stammen dürfte, regelrecht um einen der Bäume.
Bilder:
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4597.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4598.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4602.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4605.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4610.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4611.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4623.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4624.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4625.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4626.JPG


2. Abschnitt: Überquerung des Flusses Lech, passieren von Anwalting und Ankunft in Gebenhofen

Folgende Karte visualisiert den weiteren Weg des Tornados nach Verlassen der Ortsgrenze von Stettenhofen:


http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... nkofen.JPG


Nachdem der Tornado den Fluss Lech überquert hat bewegt er sich vorerst auf unbebautem Gebiet in Richtung Anwalting und/oder hinterlässt nur geringere Schäden, aber legt unverkennbare Spuren.
Bilder:
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4577.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4579.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4583.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4584.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4585.JPG

Nachdem der Tornado Anwalting gestriffen und verhältnismäßig kleine Sachschäden angerichtet hat, erreicht er kurze Zeit später eine Kapelle, umrandet von einem Kiefernwald. Dort entfesselt er erneut seine Kraft und zerstört den Wald komplett. Es sei erwähnt, dass Kiefern normalerweise sehr elastisch sind und es besonders viel Gewalt braucht, um diese zu brechen oder abzureißen. Auch die Kapelle wird größtenteils zerstört. Der gemauerte kleine Turm wird heruntergerissen, das Dach komplett hinfort getragen und erhebliche Schäden am Gemäuer entstehen. Ein in der Nähe der Kapelle abgestellter Pferdeanhänger wird über 100 m weit auf eine angrenzende Koppel geschleudert.
Bilder:
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4550.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4556.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4560.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4569.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4575.JPG

Nun steuert der Tornado der anscheinend noch einmal eine Stufe hinsichtlich Intensität zulegt direkt auf Gebenhofen zu. Dort angekommen richtet er unfassbare Verwüstung an, welche man kaum in Worte fassen kann. Neben enormen Gebäudeschäden, auch an der Bausubstanz selbst, heraus- und umgerissenen stahlverstärkten Betonzaunpfählen und dem Zerstören eines gemauerten Dachgiebels wurde sogar bei einem massiven Gebäude das komplette Dach und diverse Wände im Inneren komplett zerstört, so dass dieses Gebäude abgebrochen werden musste. Diese Argumente und Bilder sprechen m. E. sehr dafür, dass der Tornado ab hier durchaus an manchen Stellen F3+ erreicht hat.
Bilder:
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4455.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4460.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4462.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4464.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4465.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4471.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4474.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4476.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4477.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4478.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4480.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4481.JPG


3. Abschnitt: Ankunft in Affing und Ende

Diese Karte zeigt die Route des Tornados durch Affing:

http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... Affing.JPG

Nachdem in Gebenhofen der Tornado extreme Schäden hinterlassen hat zieht er weiter nach Affing und erreicht den Ort um ca. 22:26 (Zeitpunkt als die Kirchenuhr stehen blieb). Dort wird unter anderem ein Opel Transporter auf das Dach gelegt. Außerdem wird ein Haus komplett zerstört, eine Wand wird komplett herausgerissen, die andere schwer beschädigt. In viele Häuser haben sich Gegenstände gebohrt oder haben gar teils diese sogar durchschlagen. Einige dieser Häuser sehen aus, als hätte man sie regelrecht mit Schrot beschossen. Ebenfalls wurden Laternenmasten aus Metall umgeknickt. Auch hier berichten uns mehrere Augenzeugen den Tornado miterlebt zu haben. Alle berichten einstimmig von anfänglichem Hagel und von einem Pfeifton, der immer höher wird und einem Surren. Dann hört der Hagel auf und plötzlich knallt und scheppert es nur noch was ca. nur 30 Sekunden dauert und dann herrscht wieder "Totenstille".
Bilder:
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4396.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4408.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4410.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4444.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4442.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4443.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4445.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4446.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4447.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4453.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4494.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4495.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4496.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4498.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4497.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4501.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4505.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4506.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4507.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4512.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4520.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4521.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4524.JPG
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4528.JPG

Am östlichen Ende von Affing lassen die Schäden und deren Intensität sichtlich nach, bis kaum noch eine Schneise zu erkennen ist. Es liegt somit der Verdacht nahe, dass sich dort der Tornado aufgelöst hat und eventuell weiter östlich, bspw. in Aichach erneut aufgetreten ist.


Meinungen, Vorschläge und Kritik jederzeit gerne. :)

In den nächsten Tagen wird auch ein Bericht in Form eines .pdf's erscheinen.


Viele Grüße
Daniel und Johann (bester Fotograf für mich & Quelle der Fotos :))

Thomas Sävert
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Re: [Tornado] 13.05.2015 - Stettenhofen, Affing (A|BY)

Beitrag von Thomas Sävert » Freitag 15. Mai 2015, 06:25

Hallo Daniel,

vielen dank für alles. Damit muss der Tornado zwingend mit F3 eingestuft werden, ob nun T6 oder T7 wird sich zeigen, aber für mehr als T7 sehe ich derzeit keine Anzeichen.

Grüße, Thomas Sävert
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Re: [Tornado] 13.05.2015 - Stettenhofen, Affing (A|BY)

Beitrag von Forstexperte » Freitag 15. Mai 2015, 10:10

Hallo zusammen,
die Schäden am Kiefernwäldchen zwischen Anwalting und Grebenhofen liegen deutlich im T6 - Bereich, mit Tendenz zu T7.
LG, Martin
Melle-Wellingholzhausen, 20 km sö. Osnabrück

Forstexperte
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Re: [Tornado] 13.05.2015 - Stettenhofen, Affing (A|BY)

Beitrag von Forstexperte » Freitag 15. Mai 2015, 10:20

Hallo,
hatte gestern mehr geschrieben, doch da hats leider nicht geklappt.
Ich beziehe mich bei der Einschätzung auf den Beitrag von spätzleschwob im WZ-Forum. Die gezeigten Entrindungen sind allesamt nicht durch Sandstrahleffekt, sondern durch Faserabrisse entlang des Kambiums verursacht. Lediglich ein Bild zeigt Rinndenschäden durch größere Trümmer, die aber auch bei geringeren Intensitäten auftreten können.
LG, Martin
Melle-Wellingholzhausen, 20 km sö. Osnabrück

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Re: [Tornado] 13.05.2015 - Stettenhofen, Affing (A|BY)

Beitrag von Westsachse » Freitag 15. Mai 2015, 12:39

Da kann ich auch nur vielen Dank an Daniel sagen. Die ausführliche Dokumentation ist sehr gut und hat außerordentlich geholfen den Fall aufzuklären. :up:

Auf die PDF sind wir gespannt. Thomas wird diese bestimmt auch auf der Tornadoliste veröffentlichen mit deinem Einverständnis.
Man kann auf seinen Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen! (Erich Kästner)

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Re: [Tornado] 13.05.2015 - Stettenhofen, Affing (A|BY)

Beitrag von Thilo Kühne » Freitag 15. Mai 2015, 17:05

Moin Leute,

vielen Dank an Daniel für die umfangreiche Dokumentation.

@Martin und Thomas:

Auch wenn wir leichte Tendenzen zu T7 vermuten, so können wir den
Fall vorest als deutlichen F3T6 festhalten. Die Gebäudeschäden sehe ich
mit T6 noch abgedeckt.

viele Grüße,
Thilo
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Arcus
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Re: [Tornado] 13.05.2015 - Stettenhofen, Affing (A|BY)

Beitrag von Arcus » Freitag 15. Mai 2015, 17:30

Hallo,

worin seht ihr Tendenzen zu T7?
Ich frage rein interessehalber.

Viele Grüße

Daniel93
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Re: [Tornado] 13.05.2015 - Stettenhofen, Affing (A|BY)

Beitrag von Daniel93 » Freitag 15. Mai 2015, 23:19

Hallo,

hier gibt es eine bebilderte Beschreibung der Fujita- und TORRO-Skala:

http://www.skywarn.de/downloads/schaden ... ildert.pdf

Eine Stärke des Tornados von T6/F3 ab dem östlichen Ortsende Stettenhofen halte ich für mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit als bestätigt. Dafür sprechen folgende Tatsachen und Schäden:

- Alle Bäume in der Schneise des Tornados wurden weitgehend entastet und/oder entwurzelt. Darunter auch tief wurzelnde und elastische Gehölzer.
- Stabile leichte Gebäude, wie Feldstadel oder Viehunterstände wurden vollständig dem Boden gleich gemacht.
- Dächer wurden total abgedeckt, massive Mauern eingedrückt und Dachstühle komplett abgehoben und verfrachtet.
- Teile aus der gemauerten Fassade, wie Bimssteine, wurden herausgebrochen und teils mehr als 100 m verfrachtet.
- Umherfliegende Dachziegel und andere Teile bohrten sich in Hausfassaden oder durchschlugen Wände von bspw. Fertighäusern komplett.
- Ein Viehanhänger wurde mehr als 100 m weit verfrachtet bzw. durch die Luft geschleudert.
- Ein ca. 1,7 t schwerer Kleinbus wurde angehoben und auf das Dach gelegt.
- Stahlmasten von Straßenlaternen wurden komplett umgebogen

Anzeichen für einen T7/F3 sind vorhanden, reichen jedoch nicht für die notwendige Sicherheit aus, um einen T7/F3 bestätigen zu können.
FÜr einen T7 sprechen für mich:

- sehr tiefwurzelnde Bäume mit einem Stammdurchmesser von mehr als einem Meter wurden entwurzelt und komplett entastet. Die Entrindung einzelner Teile der Bäume war deutlich sichtbar. (siehe Bilder vom Ortsende Stettenhofen im Bericht)
- An der Kapelle wurden massive Teile aus dem stabilen Gemäuer herausgerissen und der kleine, massiv gemauerte Turm komplett heruntergrissen, ebenso wie das Dach, welches komplett verfrachtet wurde.
- Der Wald rund um die Kirche wurde vollständig zerstört, was auch eine sehr große Breite des Trichters am Boden schließen lässt. Der Wald bestand aus Kiefern, welche sehr robust und elastisch sind. Diese wurden entwurzelt und/oder komplett entastet und auch dort war ein einigen Stellen eine Entrindung festzustellen.
- In Gebenhofen und Affing wurden mehrere massive Gebäude so extrem und strukturell beschädigt, dass diese abgerochen werden müssen oder eben bis auf weiteres unbewohnbar sind. Zudem wurde an einigen Gebäuden auch deutlich sichtbar bereits das massive Gemäuer abgetragen.
- Herausgerissene stahlverstärkte Betonzaunpfosten

Zudem wurden tatsächlich nur massiv Gemauerte Häuser getroffen. Wir konnten kein Fertighaus sehen, das getroffen wurde. Ein Fertighaus wäre meiner Meinung nach komplett zerstört bzw. zum Einsturz gebracht worden.

Trotz allem teile ich hier die Meinung von Thilo, dass es sich hier defintiv um einen T6/F3, für mich jedoch mit klaren, aber nicht für die notwendige Sicherheit ausreichenden, T7/F3-Tendenzen.

Jedenfalls habe ich so etwas noch nie gesehen und es ist ein regelrechtes Wunder, dass bei diesem Tornado niemand verletzt oder zu Tode kam, denn für jeden, der sich im Freien, einem Auto oder einem leichten Gebäude befand, bestand Lebensgefahr.


Ich möchte auch an dieser Stelle nochmal vor den Bewohnern der Orte Stettenhofen, Gebenhofen und Affing und allen Einsatzkräften den Hut ziehen und mich bei diesen für die Unterstützung durch Augenzeugenberichte, Hinweise und die Erlaubnis unsere Dokumentation vornehmen zu dürfen, bedanken.


Viele Grüße
Daniel

PS:
Auf die PDF sind wir gespannt. Thomas wird diese bestimmt auch auf der Tornadoliste veröffentlichen mit deinem Einverständnis.
Ja, selbstverständlich. :) Diese werde ich dann hier im Forum hochladen. Dauert nur noch ein wenig. Das ist eine Menge Arbeit, das Ganze aufzuarbeiten und zu Papier zu bringen. Wir haben mehr als 270 Bilder und ca. 12 Augenzeugenberichte und diverse weitere Infos. :lol:

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Re: [Tornado] 13.05.2015 - Stettenhofen, Affing (A|BY)

Beitrag von bärenfänger » Freitag 15. Mai 2015, 23:49

Daniel93 hat geschrieben: FÜr einen T7 sprechen für mich:

- sehr tiefwurzelnde Bäume mit einem Stammdurchmesser von mehr als einem Meter wurden entwurzelt und komplett entastet. Die Entrindung einzelner Teile der Bäume war deutlich sichtbar. (siehe Bilder vom Ortsende Stettenhofen im Bericht)
Zur Richtigstellung:

Die auf den Bildern sichtbare Entrindung entstand durch ein Abschälen im Zuge der Biegung des Stammes und der Entastung. Sie wurde quasi mit herunter gerissen.
Als Indiz für T7+ gelten lediglich solche Entrindungen, die durch einen Sandstrahleffekt entstehen.
Diese Beginnen partiell und sehen eher wie fransiges herausreißen der Rindenteile aus, da an diesen Stellen kleine Trümmerteile aufschlagen.
Bei hiesigen Bildern sieht man, dass die entsprechenden Stämme bis auf die fehlende Rinde oder andere Baumteile intakt sind, quasi als hätte man dem Baum die Rinde vorsichtig mit einem Spachtel abgezogen.

Grüße,
Olli.
Zuletzt geändert von bärenfänger am Samstag 16. Mai 2015, 00:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: [Tornado] 13.05.2015 - Stettenhofen, Affing (A|BY)

Beitrag von Daniel93 » Samstag 16. Mai 2015, 00:13

Hallo,

ja, das stimmt auch wieder. Eine Entrindung durch den Sandstrahleffekt war das eher nicht.

Eine solche Entrindung war an diesen Bäumen nicht vorhanden.


Grüße

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Re: [Tornado] 13.05.2015 - Stettenhofen, Affing (A|BY)

Beitrag von Thilo Kühne » Samstag 16. Mai 2015, 11:54

Hallo Daniel,

ich versuche die kommenden Tage darauf etwas genauer einzugehen, stecke aber selbst noch in der abschließenden Kartierung und Analyse des Bützow-Tornados.

Nur kurz (wegen der T7-Argumentation):

Das Haus hier:
http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4460.JPG

Konntest du ausmachen wie die Rückseite des Hauses aussah?

Was wir hier haben: Dach ist weg (T3-T4); Dachstuhl ist weg und zum Großteil zerstört (T4-T5); der Giebel an einer Seite ist komplett eingestürzt (T6). Was mich verwundert ist, dass das Dach zwar in der Mitte auseinander gebrochen ist, aber sich der Teil des Daches, welches sich am noch stehenden Giebel befinden, noch am Haus hängt. Ich denke mir, dass hier ein Teil des haltenden Dachstuhls sich noch auf dem Haus befindet und so das Dachteil gehalten wird. Zerstörungen der Innenmauern der oberen Etage können hier durch das nach innen (teilweise) Stürzen des Giebels (massiver Stein-- Ytong?), sowie durch das wuchtige aufprallen der Dachstuhlhölzer hervorgerufen worden sein. Das reine teilweise Abräumen der Innenmauern (Stein oder Holzverbund mit Dämmung?) sehe ich eher als Folgeschaden, nicht als Primärschaden. Dafür spricht mM das nicht vollständige Abräumen des Dachstuhls an der linken Seite, sowie der Verbleib des Giebels dort. Bei einem Primärschaden in Bezug auf das Zerstören der Innenmauern sollte der linksseitige Giebel ebenfalls strukturelle Schäden zeigen und vor allem sollte der über dem Innenraum befindliche Dachstuhl komplett zerstört worden sein, d.h. auch nicht mehr in der Lage sein ein Dachteil zu halten. Alles in Allem sehe ich hier einen sehr soliden T6-Schaden, was die Gesamtsinstufung als F3 auf jeden Fall gerechtfertigt. Für T7 ist mir der Schaden zu inkonsistent, zumindest in Bezug auf den Innenaufbau und auf das linksseitige Schadenssbild.

http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4560.JPG

Bei der Kapelle ist das Dach weg, der gemauerte Turm, und es zeigen sich massive Vegetationsschäden.

Die Kapelle sah ursprünglich so aus:
Bild

Also den "Turm" da sollte es beim Zerstören des Daches mitgerissen haben, da die Verbauung sehr wahrscheinlich direkt in das Dach integriert wurde oder nur einen flächenmäßig schwachen Verbau mit der Steinkonstruktion hatte. Demzufolge dürfte das Türmchen kollabiert sein, als das Dach weggerissen wurde. Oder aber es war ein Sekundärschaden, da sich die fehlende Dachkonstruktion negativ auf die Standfestigkeit des Türmchens auswirkte. Der Dachaufbau ist übrigens rudimentär noch vorhanden. Hier sehe ich einen soliden F2-Schaden (T4 oder T5... da es möglicherweise massiv gebaut sein sollte eher T5). Der Kiefernbestand davor ist zerstört. Leider brechen Kiefern relativ flächig ab T3. Hier kann man einen argumentativen Schaden bis T4 (alles zerstört) noch mitgehen. Für mehr in der Bewertung wird's dann aber schwierig. Hier müsste man Verfrachtungen und/oder Einschläge von Baumteilen in Gebäuden oder auf dem Felde hinzuziehen. Im Gesamtbild mit der Kapelle würde ich sagen F2-Schaden, T4-5. Vielleicht kann Erik Dirksen hier noch ein wenig mehr sagen.

bis hier hin erst einmal,

viele Grüße,
Thilo
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Erik Dirksen
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Re: [Tornado] 13.05.2015 - Stettenhofen, Affing (A|BY)

Beitrag von Erik Dirksen » Samstag 16. Mai 2015, 14:54

Das Türmchen auf der Kapelle sieht auf dem Foto so aus, als ob es eine Verlängerung der massiven Giebelwand darstellt. Diese scheint aus ca. 50 cm dickem Mauerwerk zu bestehen. Bei gemauerten Giebelwänden kann man in etwa überschlägig davon ausgehen, dass bis 30 cm Dicke T4, 30 bis 48cm T5 und darüber T6 anzusetzen ist.

Dieser Schaden ist somit an der Grenze zu T6, sollte die Wand dicker sein ist es ein sicherer T6 Schaden. Vielleicht kann ja jemand die Wand ausmessen und das verwendete Baumaterial feststellen, dann können wir diesen Schaden sicher einstufen.

Martin hat ja bereits die Vegetationsschäden sicher als T6 eingestuft. Das würde auch zu diesem Schaden passen.

VG Erik
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Thilo Kühne
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Re: [Tornado] 13.05.2015 - Stettenhofen, Affing (A|BY)

Beitrag von Thilo Kühne » Samstag 16. Mai 2015, 17:53

Hallo Erik,

ich habe versucht einmal ein Foto der "Salzbergkapelle" zu finden, auf dem der vordere Turmteil zu sehen ist.

Bild
Quelle: Wikipedia / Salzbergkapelle

Den vorderen Giebel sieht man hier, und man sieht auch Deine Vermutung der Verbaus mit dem Türmchen. Habe überlegt, was ich in der Betrachtung vergessen habe, und ja, ich habe das Giebelmauerwerk in die Betrachtung nicht einbezogen. Demnach ist Giebel mit Türmchen eingestürzt. Nach den F/T-Kriterien ist das dann deutlich T6.

@Martin: Welches sind Deine Indizien für T6 bei dem Kiefernwäldchen?

Grüße,
Thilo
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Daniel93
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Re: [Tornado] 13.05.2015 - Stettenhofen, Affing (A|BY)

Beitrag von Daniel93 » Samstag 16. Mai 2015, 23:11

Hallo Zusammen,
Konntest du ausmachen wie die Rückseite des Hauses aussah?
Hier ein Bild von der Seite, auf dem man sehen kann, dass der Dachstuhl pratkisch komplett weg ist.

http://archiv.wetterstation-bad-bayerso ... 8A4468.JPG


Bei der Kapelle sei noch zu erwähnen, dass ein dort abgestellter Viehanhänger über 100 m weit verfrachtet und total zerstört wurde und auch Teile des Kiefernwaldes verfrachtet wurden. Das spräche für mich fast schon für mindestens T5-T6, da der Viehanhänger sicherlich mehr als 800 kg wog. Zudem wurde ein relativ solider Viehunterstand aus Holz komplett dem Erdboden gleich gemacht. Auch war der "Turm" der Kapelle massiv gemauert. Dass das Dach ihn mitgerissen hat ist möglich. Jedoch wurde das Dach zur anderen, der gegenüber dem Turm liegenden Seite heruntergrissen.


Grüße
Daniel

DerSarde
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Re: [Tornado] 13.05.2015 - Stettenhofen, Affing (A|BY)

Beitrag von DerSarde » Sonntag 17. Mai 2015, 16:07

Hallo zusammen,

wahnsinn, was der Tornado da angerichtet hat. Die Zerstörungen sind echt massiv wie man es im TV sieht, wenn in den USA ein Tornado war. Ich bin zwar eher Laie in dem Gebiet, würde aber aufgrund der Schäden auch auf F3 tippen. Wo ich die Bilder gesehen habe, war ich echt schockiert, zumal ich ganz in der Nähe in Aichach wohne.

Hier in Aichach ist der Tornado auch durchgezogen, zwar mit lange nicht solchen Schäden wie in Stettenhofen / Gebenhofen / Affing, aber teilweise sind sie schon beeindruckend, für mich bewegen sie sich hier irgendwo zwischen T1 / F0 und T3 / F1.
Indizien sind, dass sich die Schäden auf einer höchstens 100 m breite Streifen begrenzen, der quer von West nach Ost durch die Stadt geht. Allerdings gibt es 300 bis 600 m südlich dieser Schneise nochmal einen Bereich mit zahlreichen geworfenen Bäumen.
Außerhalb dieser Bereiche gibt es außer einigen abgebrochenen Zweigen oder Ästen keine Schäden.
Aufgrund der sonstigen Begleiterscheinungen würde ich auf eine HP-Superzelle tippen.

Ich konnte nämlich während des Unwetters (ich wohne etwa 500 m nördlich dieser Schneise) folgendes beobachten: Vor dem Unwetter blitzte es schon mindestens einmal pro Sekunde, auf der gesamten Breite Richtung West bis Nord, die meisten waren Wolkenblitze. Schließlich fing es an mäßig zu regnen, aber noch komplett ohne Wind. Erst als die blitzaktive Zone mich fast schon überquert hat, setzte ein Downburst aus Nordwest mit extrem starkem Regen ein, durchsetzt mit einigen Hagelkörnern. Die Sicht ging dabei nahe null, Häuser auf der gegenüberliegenden Straßenseite waren kaum noch zu erkennen. Nach einigen Minuten ließ der Downburst wieder nach. In dieser Zeit aber drehte der Wind, der vorher immer aus Nordwest wehte, wo das Gewitter herkam, auf einmal für etwa eine Minute auf Süd bis Südost, das war klar zu erkennen am Regen, der auf einmal in die andere Richtung geweht wurde. Ich hab auch irgendein leises Surren gehört, was ich schon an diesem Abend nicht eindeutig Regen, normalen Sturmböen, Donner oder Autoverkehr zuordnen konnte. Aufgrund dieser beiden Dinge hatte ich bereits da einen leisen Verdacht, es könnte ein Tornado in der Nähe gewesen sein, hab ihn aber wieder verworfen, da ich erstmal keine Sirenen etc. gehört habe.
Nach der Minute kam der Wind dann wieder aus Nordwest und der Regen wurde nochmal etwas stärker (aber nicht so stark wie vorher), und nach einigen weiteren Minuten war es dann ganz vorbei.

Ich hab eine Karte der Schäden gemacht: https://www.google.com/maps/d/edit?mid= ... voj3buRnT4

Einige Bilder (die meisten sind von mir, andernfalls ist die Quelle angegeben):

entwurzelter Baum (Fallrichtung SÜD):
http://abload.de/image.php?img=imagei5uu6.jpg

Ziegel auf der Straße (könnten aber noch mehr gewesen sein, da schon aufgeräumt wurde):
http://abload.de/image.php?img=imagexzupl.jpg

das abgedeckte Dach der Grundschule:
http://abload.de/image.php?img=20150514_1522563mkre.jpg

Fundort des Daches (200 m von der Schule entfernt, über vier 2 bis 3-stöckige Gebäude hinweg, Quelle: Aichacher Zeitung vom Sa, 16.05.2015):
http://abload.de/image.php?img=img_1558xrupw.jpg

abgedecktes Dach der Realschule (von unten):
http://abload.de/image.php?img=imagenluw6.jpg

abgedecktes Dach der Realschule (von oben, Quelle: Aichacher Zeitung vom Sa, 16.05.2015):
http://abload.de/image.php?img=img_155903upl.jpg

Trümmer des Daches hinter der Realschule (wobei die Realschule HINTER dem Gebäude im Vordergrund steht):
http://abload.de/image.php?img=imagelwup3.jpg

Trümmer des Daches, die direkt hinter einem Zaun und einem Baum runtergefallen sind:
http://abload.de/image.php?img=images4udl.jpg

weitere Trümmer, die teilweise vorher auf dem Dach des einstöckigen Gebäudes lagen, sowie eine zerstörte Wetterstation in der Bildmitte:
http://abload.de/image.php?img=imagejnurk.jpg
Vom Direktor des Gymnasiums (ist neben der Realschule) weiß ich, dass einige Trümmer über 2 zwei- bis dreistöckige Gebäude hinweg bis zu 350 m weit in ein Stadion geflogen sind. Die Holzwolle sogar 600 m bis Untergriesbach.

Stahlträger, der im Boden der Aula steckt (Quelle: Homepage Wittelsbacher Realschule):
http://abload.de/image.php?img=2015-05- ... 98yu1o.jpg

weitere Bilder vor allem von den Trümmer bei der Realschule:
http://www.aichacher-zeitung.de/galerie ... cme16483,0

Besonders eindrucksvoll ist u.a. das Bild 56 (Seite 2). Das Fenster im obersten Stockwerk des Gebäudes wurde hier eingedrückt, die Scheibe zerbrach dadurch. Dann auch Bild 68 (Seite 3). Der Baum wurde mitsamt der Wurzel rausgerissen und fiel Richtung NORDOST (also fielen die Bäume in verschiedene Richtungen). Zum Schluss die Bilder 72 bis 74 (Seite 3). Zu sehen ist der abgerissene Stahlträger vom Dach, der sich in den Boden gerammt hat. Die Fliese am Boden ist völlig unbeschädigt, also hat sich der Träger mit sehr hoher Kraft reingerammt.

Hier auch noch ein Video vor allem der Schäden aus Aichach, aber auch Affing:
http://www.aichach.tv/sendebeitraege/25 ... dberg.html

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