10. - 12.06.2014 | SW, Mitte, Osten | Schwere Gewitter

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bärenfänger
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10. - 12.06.2014 | SW, Mitte, Osten | Schwere Gewitter

Beitrag von bärenfänger » Sonntag 15. Juni 2014, 01:37

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Bodenwetterkarte vom 11.06.2014 um 14 Uhr MESZ;
Quelle: Deutscher Wetterdienst via http://www.wetter3.de/" onclick="window.open(this.href);return false;



Synoptische Übersicht:

Die zu heftigen Gewittern neigende Wetterlage fand am Dienstag und den Folgetagen ihre Fortsetzung, während die Großwetterlage im Großen und Ganzen dieselbe blieb. Die Höchsttemperaturen erreichten allerdings nicht mehr ganz so extreme Werte, wie sie in den Tagen zuvor gemessen wurden. Auch die Windscherung in den von Gewittern gefährdeten Gebieten nahm etwas ab, da der Jet-Stream im Nordwesten verblieb, die Zone mit Gewittern aber mehr nach Südosten auswich und eher unter einem Hochdruckkeil verweilte.
Die Warmluft wurde langsam in den Südosten verdrängt, weswegen – nach dem Nordwesten – auch andere Teile Deutschlands an der Kaltfront und vorgelagerten Konvergenzen zunehmend von Unwettergefahr betroffen waren.

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Gewitter bei Neresheim im Ostalbkreis am Nachmittag des 10.06.
Foto: Daniel Eggert



Gewitterentwicklung ab 10.06, 10 Uhr:

Ab Dienstagmorgen beruhigte sich die Wetterlage bis zum Nachmittag, während verbreitet wieder Temperaturen bis 30°C gemessen wurden.
Erneute Auslöse von Gewitterzellen erfolgte dann gegen späten Nachmittag, als – begünstigt durch Orographie – starke Entwicklungen mit langsamer Zugbahn im Südwesten und in der Mitte zu beobachten waren. Die Begleiterscheinungen reduzierten sich meist auf Starkregen und Hagel – so kam es zum Beispiel in Kassel zu Überschwemmungen, auch Hagel bis 5cm ist bei anderen Gewitterzellen bestätigt. Trotz geringerer Scherung ist es wahrscheinlich, dass einige Gewitter Superzellen waren. Zum späten Abend kam im äußersten Westen nun die Kaltfront mit linienhaft angeordneten Gewittern herein, welche allerdings kaum Unwetterpotenzial bargen. Ein Gewittercluster, das von den Alpen Richtung Norden zog, war vor allem durch lokal ergiebigen Starkregen und heftige Windböen in seinem Outflow beachtlich.
In der Nacht zum Mittwoch und am Mittwoch kam die an die Kaltfront gekoppelte durchbrochene Gewitterlinie weiter Richtung Osten voran. Besonders heftig fielen dabei Neuentwicklungen nachmittags in Ostsachen aus, wo teilweise Hagel bis 5cm registriert wurde. Auch in Süddeutschland gab es zum späten Nachmittag an Schwarzwald und Schwäbischer Alb langsam ziehende Unwetter.
Am Donnerstag war die labile Gewitterluft inzwischen nur noch in Süddeutschland zu finden, wo es erneut an Schwarzwald, Schwäbischer Alb und später auch im Alpenvorland zu Gewittern kam. Insgesamt betrachtet erreichten diese aber nicht mehr die Stärke der Gewitter der vergangenen Tage.

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Nächtliche Blitze beim Augsburg am 11.06.
Foto: Daniel Eggert



Schäden:

Schäden gab es am Dienstag, dem 10.06. vor allem in Nordhessen, dem Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb durch großen Hagel und Überflutungen.
Am Mittwoch waren insbesondere Ostsachsen und das südliche Sachsen-Anhalt von zum teil schwerem Hagelschlag betroffen.


Presselinks:

Links zum 10.06.

Links zum 11.06.


Chasing-Berichte:

Bericht von Marco Kaschuba

Bericht von Jonas Lamprecht


Weitere Infos folgen!


(letzte Aktualisierung: 15.06.2014; 1:36)

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