Schwacher Golfstrom, strenger Winter, weniger Stürme?

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accelerater
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Schwacher Golfstrom, strenger Winter, weniger Stürme?

Beitrag von accelerater » Freitag 8. Oktober 2010, 23:40

Die Russen behaupten, es gäbe einen Jahrtausend Winter in Europa, schuld daran soll der schwache Golfstrom sein.
Was haltet ihr von dieser Einschätzung?
Wird dies evtl. auch Auswirkungen auf die Intensität der Winterstürme haben ?

CMM
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Re: Schwacher Golfstrom, strenger Winter, weniger Stürme?

Beitrag von CMM » Sonntag 10. Oktober 2010, 00:13

Hab' mal etwas nachgelsen.
Das soll wohl mit dem Corexiteinsatz wegen der Ölkatastrophe zutun haben oder?
Also mich würde es nicht sonderlich stören, ich hab' aber auch ein Dach, mehrere Heizungen und einige Kilo Salz vom letzten Winter.

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bärenfänger
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Re: Schwacher Golfstrom, strenger Winter, weniger Stürme?

Beitrag von bärenfänger » Sonntag 10. Oktober 2010, 10:32

Also das mit dem strengeren Winter hab ich auch schon gehört. Hab aber eher gedacht, dass das was mit La Nina zu tun hat (beeinflusst aber wahrscheinlich auch den Golfstrom). Nun kommt auch noch die sehr schwache Sonnenaktivität dazu. Also ich könnte mir das schon vorstellen. Berlin hat wohl auch in den letzten Monaten einem im Durchschnitt 4hPa zu hohen Luftdruck gehabt, was wohl an einer sich von der Arktis her verstärkten Hochdrucklage liegen soll. Korrigiert mich bitte, wenn ich quatsch erzähle.
Zu den Stürmen. Da hieß es ja mal vor Jahren, dass der Sonnenwind ihre Stärke beeinflusse. Der is ja dieses Jahr sehr schwach. Und durch die niedrigeren Temperaturen erhöht sich ja der Temperaturunterschied zu den Tropen. Also wäre meines Erachtens einerseits eine Schwächung andererseits eine Verstärkung denkbar. Wenn, dann gehe ich aber von einer Verstärkung aus, denn ich glaube, dass die Temperaturgegensätze größeren Einfluss haben würden als der Sonnenwind.

Und zum Thema Streusalz:
Ich bin ja dagegen, weil das Grundwasser dadurch sehr stark belastet und die Flora am Straßenrand noch stärker als ohnehin geschädigt wird. Aber wenns hart auf hart kommt ist das kein Problem, denn unser Ort hat ein Salzbergwerk.
Es ist also genug da.

Gruß und Gut Pfad,
Olli.
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CMM
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Re: Schwacher Golfstrom, strenger Winter, weniger Stürme?

Beitrag von CMM » Sonntag 10. Oktober 2010, 11:50

Naja, Salz ist es nicht wirklich. Mein Opa streut auch eher Splitt. Und wir haben auch eine alte Saline hier, waren einer der wenigen Landkreise in Niedersachsen mit Salz :)

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bärenfänger
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Re: Schwacher Golfstrom, strenger Winter, weniger Stürme?

Beitrag von bärenfänger » Sonntag 10. Oktober 2010, 11:58

Zu DDR-Zeiten hätte man aus unserem Fluss (Wipper) einfach nur das Wasser auf die Straße kippen müssen.
Das war so stark Kalium und Chlorid-belastet, dass es unterhalb von Sollstedt kaum Leben gab.
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Christoph Geißler
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Re: Schwacher Golfstrom, strenger Winter, weniger Stürme?

Beitrag von Christoph Geißler » Montag 11. Oktober 2010, 19:27

Die Ausgangslage ist wirklich sehr interessant, der Golfstrom ist recht schwach, die Sonnenaktivität niedrig und die Westwindzirkulation gestört! So ähnlich sah es auch im vergangen Winter aus, allerdings setzte diese Lage erst im Dezember ein und hielt sich mit Unterbrechungen bis jetzt. Nun, ich sehe das so: Wenn der Golfstrom weiterhin schwach bleibt, ist der Temperaturunterschied, in den nördlicheren Breiten, zwischen Wasser und Luft geringer, weshalb ich eine Abschwächung des Islandtiefes auch in nächster Zeit für wahrscheinlich halte. Dies fördert natürlich Lagen wie die jetzige, in der Hochdruckgebiete von Russland nach Westen ziehen und die Westdrift zum Erliegen bringen und es zu mehr Nord- und Ostströmungen kommt, die im Winter zu mehr Schnee und Kälte führen. Auch die häufigere Entwicklung von Vb Wetterlagen halte ich für möglich.
Es ist meiner Meinung nach von einem zeitigem Winter auszugehen, der sich ab Ende Oktober bemerkbar machen wird. Wie schlimm es wirklich wird und vorallem wie lange der Winter bleibt, hängt dann stark von der Entwicklung der Großwetterlage ab. Die Änderung sehe ich aber frühestens mit dem Weihnachtstauwetter ab Ende Dezember. Und wegen der westlich Lage der Hochdruckgebiete wird der Osten Deutschlnads mehr Schnee bekommen als Westdeutschland.
Aber vermuten kann man viel, lassen wir uns einfach überraschen, welche Wetterlagen für Spannung sorgen werden. :D

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Re: Schwacher Golfstrom, strenger Winter, weniger Stürme?

Beitrag von ke51ke » Dienstag 12. Oktober 2010, 20:33

Der Golfstrom hat jetzt noch ca. 70% seiner normalen Energie.


Allgemein wird der Winter aber immer wärmer berechnet.

NWS/NCEP
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Gruss Kevin
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accelerater
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Re: Schwacher Golfstrom, strenger Winter, weniger Stürme?

Beitrag von accelerater » Montag 30. Januar 2012, 21:11

So nun ein gegenteiliger Bericht:

Der Golfstrom hat sich im 20. Jahrhundert deutlich stärker erwärmt als der übrige Atlantik. Er ist nicht die einzige Meeresströmung, deren Temperatur erheblich steigt.

Der Golfstrom, dem die amerikanische Ostküste und Europa ihr mildes Klima verdanken, hat sich offenbar im 20. Jahrhundert deutlich stärker erwärmt als der Rest des Atlantiks. Die Meeresströmung ist seit dem Jahr 1900 um etwa ein Grad wärmer geworden, der Atlantik um 0,4 Grad, berichtet Martin Visbeck vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel.

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Er gehört zu einem internationalen Forscherteam, das ähnliche Effekte bei fünf Strömungssystemen gefunden hat, die jeweils in den Subtropen am Westrand eines Ozeanbeckens beginnen und sich dann polwärts und nach Osten erstrecken (Nature Climate Change, online). Dazu gehören der Kuroshio-Strom vor der chinesischen Küste sowie warme Strömungen vor Südafrika, Brasilien und Australien. Alle haben sich etwa zwei- bis dreimal so stark erwärmt wie die globale Durchschnittstemperatur der Weltmeere. Für die Küsten, vor denen sie entlangfließen, bedeutet das auch eine überdurchschnittliche Erwärmung. Im Golfstrom etwa wälzen sich 100 Milliarden Liter Wasser pro Sekunde langsam gen Europa.

Die Datenlage für die Wissenschaftler war allerdings nicht optimal. Großflächige, repräsentative Messungen der Wassertemperaturen bis zum Jahr 1900 gibt es nicht. Die Forschergruppe hat sich darum auf acht verschiedene Datensätze gestützt, die die Temperaturentwicklung rekonstruieren. Alle zeigen die stärkere Erwärmung der fünf Ozeanströmungen. Zudem haben sich die nach Osten weisenden Äste - beim Golfstrom das warme Wasser, das Europa erreicht - offenbar leicht zum Pol hin verschoben.

Was das alles bedeutet, und wie sich die Veränderungen erklären lassen, ist den Wissenschaftlern noch nicht klar. "Alles deutet auf eine Veränderung der globalen Ozeanzirkulation durch den Klimawandel hin", sagt Visbeck. Aber der Patient Ozean brauche eine Art Langzeit-EKG, "mit sporadischen Messungen werden wir die Ursache nur sehr schwer finden".


Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wissen/golfs ... -1.1271056" onclick="window.open(this.href);return false;

Gerrit Rudolph, Limburg/L
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Re: Schwacher Golfstrom, strenger Winter, weniger Stürme?

Beitrag von Gerrit Rudolph, Limburg/L » Montag 30. Januar 2012, 21:30

Quelle?

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Sven Lüke
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Re: Schwacher Golfstrom, strenger Winter, weniger Stürme?

Beitrag von Sven Lüke » Mittwoch 1. Februar 2012, 10:08

Ich habe die Quelle mal beigefügt. Bitte immer daran denken, die Quelle mit anzugeben!

Grüße, Sven

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