Wetter und Topographie

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ignis_pugnatur
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Wetter und Topographie

Beitrag von ignis_pugnatur » Samstag 8. August 2015, 09:47

Eine Theoretische Frage ....

Beispiel: 2 Parallele Höhenzüge - Höhe 300 m (Differenzhöhe zur Umgebung), sind in Nord-Südausrichtung , eine Ortschaft zwischen den beiden Höhenzügen.

Wie kann sich das auf Wetterlagen auswirken?

Meine These ...
  • Bei West-Ostverlauf des Wetters kann es sich Teilen und/oder ober- / unterhalb (oder beides) vorbei ziehen da es nicht "drüber will"
  • Es kann bei Nord-Südverlauf zur "Kanalisierung" kommen und bestimmte Wetterlagen verstärken (was auch die Windgeschwindigkeiten betrifft und z.B. Böen und Downbursts ggf. in Richtungen drückt die Nicht in der Wetterzugrichtung liegt)
Hier ein Topographischer Ausschnitt:
https://photos.google.com/photo/AF1QipP ... n4E04ed9l0
Bild
Es geht um die beiden (drei) Höhenzüge in der Bildmitte zwischen Hannover (links oben), Hameln (unten mitte) und Stadthagen (links oben).
Es geht um den kleinen Ort Lauenau an der A2 innerhalb der Bergzüge

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Cumulus Humilis
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Re: Wetter und Topographie

Beitrag von Cumulus Humilis » Mittwoch 12. August 2015, 23:02

Hallo,

das Thema gab es hier in der Vergangenheit schon öfter in verschiedenen Varianten. (Einfach mal ein bisschen suchen.) Wir sprechen in dem Zusammenhang übrigens von Orographie und nicht von Topographie.

Bei 300 m Höhendifferenz ist ein "nicht drüber wollen" irrelevant, jedenfalls für Gewitter mit einer vertikalen Ausdehnung von 8 - 12 km und steuernden Winden in ca. 5 km Höhe. Relevant höchstens für Bodennebel, o. ä.
Bei der Entstehung und Entwicklung von Gewittern (v. a. Multizellen) kann die Orographie u. U. eine Rolle spielen. Das hat aber nichts mit der Struktur des Geländes an sich, sondern mit daraus resultierenden thermodyamischen Effekten zu tun (veränderte Bodenfeuchte / -temperatur über und in der Nähe von großen (!) Wasserflächen, Thermik an Hängen, erzwungene Hebung, etc.)

Kanalisierungen können immer auftreten, unabhängig von der geografischen Ausrichtung. Tatsächlich kann dies beispielsweise die Ausbreitung eines Downbursts beeinflussen. Es spricht einiges dafür, daß z. B. beim Fall Framersheim vom 07.07. d. J. die Orographie einen Einfluß hatte.

Gruß,
Andreas
--
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ignis_pugnatur
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Re: Wetter und Topographie

Beitrag von ignis_pugnatur » Donnerstag 13. August 2015, 17:24

Das ist das was ich vermutet habe.
Dass dich "läppischen paar Höhenmeter für Gewitter kaum eine Hindernis darstellt.
Ich will es mal so sagen .... Ich wohne hier noch nicht lange (ca 1 Jahr) und die Einheimischen reden immer wieder davon, dass die Bergzüge sowas wie Wettergrenzen bilden und das Tal ansich kaum was abbekommt.
Deine genannten Phänomene (Windkanalisierung, Nebel etc) ist schon klar. Komischer weise haben wir trotz der recht häufigen Großwetterlagen dieses Jahr keine Unwetterartigen Ereignisse gehabt, obwohl es die Gebiete drumrum zum Teil doch heftigst getroffen hatte.
Ich schenke z.B. auch Bauernweisheiten nicht all zu viel Glauben, aber ein Fünkchen Wahrheit ist an dem einen oder anderen ja schon dran, solange es nicht sowas ist ...
"Kräht der Bauer auf dem Mist, die Bäurin wohl im Urlaub ist." :mrgreen: :lol:

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