[Verdacht] 06.08.2013 - Kaltensundheim (SM|TH)

Thomas Sävert
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Re: [Verdacht] 06.08.2013 Kaltensundheim (SM|TH)

Beitrag von Thomas Sävert » Donnerstag 22. August 2013, 08:22

Gerrit Rudolph, Limburg/L hat geschrieben:Björn Stumpf hat auf der WTInfo-Facebookseite mittlerweile den Fall Kaltensundheim für abgeschlossen erklärt und dazu einen Begründungstext verfasst.
https://www.facebook.com/WTINFO" onclick="window.open(this.href);return false;
Scrollen zum 18. August 2013
Hm, ich zitiere mal aus der genannten Quelle:
Der Tornado im Fall Kaltensundheim konnte anhand der vorliegenden GPS Bodenkartierung, der Bruch- und Verfrachtungsschäden, der visuellen Begehung (Schadenanalyse), des insgesamt konvergenten Fallmusters und durch Zeugenaussagen eindeutig nachgewiesen werden.
An dieser Stelle wäre von Bjoern eine Veröffentlichung der Schadenanalyse sinnvoll, sonst kann niemand außer ihm selbst die Geschichte nachvollziehen. Und das kann ja nicht in seinem Sinne sein. Ein Nachweis ist für mich, wenn nicht nur ich selbst, sondern auch andere Mitmenschen den Nachweis nachvollziehen können.
Die Änderung der Zugrichtung ist typisch für Typ II Tornados. Typ II Tornados entstehen immer an breiten langgezogenen Böenfronten (Squallines) und haben keinen mesozyklonischen Ursprung wie z.b. damals der Typ I Tornado in Diedorf am 01.10.2006 http://www.w1nfo.de/2006/01102006_diedorf/" onclick="window.open(this.href);return false;
Was ist denn ein Typ II - Tornado? Ich habe da eine andere Denition im Kopf. @ Bjoern: Magst Du uns bitte mal aufklären? Dass ein Typ II - Tornado immer an Böenfronten / Squalllines auftritt, bezweifle ich, wobei ich mich auch frage, warum hier Böenfronten mit Squalllines gleichgesetzt werden.
In der Böenfront am 06.08.2013 traten mehrere Gustnados (Böenfrontwirbel) auf. Im Tornadofall Kaltensundheim konnte keine Metapasie eines Böenfrontwirbel zu einem Typ II Tornado festgestellt werden, jedoch zog kurz vor dem Kaltensundheim-Tornado ein Gustnado durch Reichenhausen.
@ Bjoern: Kannst Du uns bitte mal den Zusammenhang genauer erläutern?

Grüße, Thomas Sävert
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Cumulus Humilis
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Re: [Verdacht] 06.08.2013 Kaltensundheim (SM|TH)

Beitrag von Cumulus Humilis » Donnerstag 22. August 2013, 23:49

Hallo,
Im Tornadofall Kaltensundheim konnte keine Metapasie eines Böenfrontwirbel zu einem Typ II Tornado festgestellt werden
Metapasie? Ein neues Wort? Oder ist vielleicht Metaplasie gemeint? Passt aber auch nicht, oder findet neuerdings Zytologie auch Anwendung auf Gewitterzellen? :scratch:

Gruß,
Andreas
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bärenfänger
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Re: [Verdacht] 06.08.2013 Kaltensundheim (SM|TH)

Beitrag von bärenfänger » Donnerstag 22. August 2013, 23:59

Womöglich eine Floskel um wissenschaftliche Kompetenz vorzugeben.
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Gerrit Rudolph, Limburg/L
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Re: [Verdacht] 06.08.2013 - Kaltensundheim (SM|TH)

Beitrag von Gerrit Rudolph, Limburg/L » Freitag 23. August 2013, 07:46

Hallo,

zur Definition von Typ I und Typ II sei als Leserservice dieser Beitrag verlinkt, der nach meiner Kenntnis weiterhin den Stand des Wissens wiedergibt.
http://www.skywarn.de/forum/viewtopic.php?f=54&t=6047" onclick="window.open(this.href);return false;

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Re: [Verdacht] 06.08.2013 - Kaltensundheim (SM|TH)

Beitrag von Markus Weggässer » Freitag 23. August 2013, 18:01

Dazu folgender Artikel aus dem Freien Wort: http://www.insuedthueringen.de/lokal/me ... 44,2777842
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Re: [Verdacht] 06.08.2013 - Kaltensundheim (SM|TH)

Beitrag von Rhoenpitt » Samstag 24. August 2013, 07:10

Also, ich war ja auch vor Ort, zwar erst einige Tage später, aber es gab noch genug Schäden zu begutachten. Ich habe schon darüber weiter oben geschrieben.
Ich werde hier noch mal wie versprochen Bilder einstellen, aber eines steht fest.
Der "Tornado" der außer am Ortsrand von Kaltensundhein (und da auch nur minimal abweichend) ausschließlich lineare Schäden hinterließ, hat sich nicht bei Kaltenlengsfeld aufgelöst. Aber das habe ich oben auch schon geschrieben.

Vielsagend ist m.E. doch schon die Bildunterschift in dem im letzten Post verlinkten Artikel unter dem zweiten Bild oben links in der Ecke:

"..., als die Wolkenfront heranrollte."

Liegt es denn im Bereich des Möglichen, dass eine Böenfront bzw ein Downburst auf eine so große Distanz - Gersfeld bis evtl. Eisenach - und eine bergrenzte Breite seine Stärke beibehält oder sich immer wieder regeneriert?
Schön wäre hierzu vielleicht noch mal ein Radarloop von ca. 17.00 bis 19.00Uhr, um die eventuelle Verbindung der einzelnen Gebiete mit heftigeren Schäden zu belegen.
Mir würde auch schon genügen, wenn Andreas oder Thomas sich Ihre Daten noch einmal anschauen, und hier etwas dazu schreiben könnten.
Danke schon mal im Vorraus :up:

Allerdings habe ich bei Gersfeld in einem Waldstück schon sehr unterschiedliche Fallrichtungen vorgefunden und unter anderem Verfrachtungen nach Westen. Auch dazu folgen bei Gelegenheit noch Bilder.

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Re: [Verdacht] 06.08.2013 Kaltensundheim (SM|TH)

Beitrag von Rhoenpitt » Samstag 24. August 2013, 07:20

bärenfänger hat geschrieben:Womöglich eine Floskel um wissenschaftliche Kompetenz vorzugeben.
Ich erinnere an den Focusonlineartikel

"Björn Stumpf kennt dieses Naturphänomen. Er ist einer von drei Menschen in Deutschland, die Tornados als solche erkennen und verifizieren können."

Ich beschäftige mich wie Björn seit dem Tornadofall in Motten auch mit dem Thema. Leider habe ich berufsbedingt nicht so viel Zeit, jedem umgefallenen Baum hinterherzufahren, ansonsten wären es wohl mitlerweile vier Experten in Deutschland. :wink:

Thomas Sävert
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Re: [Verdacht] 06.08.2013 - Kaltensundheim (SM|TH)

Beitrag von Thomas Sävert » Sonntag 10. November 2013, 16:09

Hallo zusammen,

bei einer Nachbesprechung der Tornado-Arbeitsgruppe im November 2013 haben wir beschlossen, den Fall weiterhin als Tornadoverdachtsfall zu führen.

Grüße, Thomas Sävert
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