[Status=?] 11.09.2011 - Peißen (SLK | Sachsen-Anhalt)

CiJay86
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Re: [Status=?] 11.09.2011 - Peißen (SLK | Sachsen-Anhalt)

Beitrag von CiJay86 » Sonntag 18. September 2011, 19:55

Axel F. hat geschrieben:Naja, 5 cm große Hagelkörner verwüsten die Umgebung schon allein mit der alleinigen Fallgeschwindigkeit, da reichen 60er Böen aus, um den Putz von den Wänden zu klopfen.
Außerdem gehts hier um den Ausschluß eines Tornados. Daß Winde bei einem Hagelschlag IMMER eine Rolle mit spielen, brauch an dieser Stelle und in diesem Forum sicher keine Erwähnung finden, weil das Grundwissen sein sollte oder?
Das wage ich zu bezweifeln, dass 60 km/h und 5 cm Hagel diesen Schaden verursacht hätten (selbst ein 10cm Hagelereignis mit Wind hat im Raum Halberstadt- Quedlinburg am 24.08. nicht den Hauch dieser Schäden hinterlassen). Und mit Sicherheit ist der Hagelschaden teilweise so gross, dass man z.B. nicht sehen kann, in welchen Teilen der Wind - zum Beispiel - Dächer beseitigt hat (nicht nur durchlöchert, das ist ein Unterschied!).
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Re: [Status=?] 11.09.2011 - Peißen (SLK | Sachsen-Anhalt)

Beitrag von Forstexperte » Sonntag 18. September 2011, 22:45

Hallo Axel,
Axel F. hat geschrieben:Naja, 5 cm große Hagelkörner verwüsten die Umgebung schon allein mit der alleinigen Fallgeschwindigkeit, da reichen 60er Böen aus, um den Putz von den Wänden zu klopfen.
Außerdem gehts hier um den Ausschluß eines Tornados. Daß Winde bei einem Hagelschlag IMMER eine Rolle mit spielen, brauch an dieser Stelle und in diesem Forum sicher keine Erwähnung finden, weil das Grundwissen sein sollte oder?
Das muss nicht immer der Fall sein.
Bei mir gab es am 15.02.202 einen Hagelschlag aus einer Superzelle siehe hier:
http://www.skywarn.de/dokumentationen/w ... zhausen02/" onclick="window.open(this.href);return false;

Auch wenn an anderer Stelle tatsächlich Windschäden bis in T2 - Intensität auftraten, bei mir und auch woanders, wo es hagelte, gab es keinen nennenswerten Wind. Der Hagel fiel daher nahezu senkrecht und nicht mit der hohen Geschwindigkeit wie in einem Orkan. Das hat sich natürlich auch auf das Schadensbild ausgewirkt.

Christian hat ja eben noch erwähnt, dass der wesentlich größére Hagel in Halberstadt- Quedlinburg am 24.08. wegen schwächerer Winde und ganz sicher geringerer Dichte weitaus geringere Schäden verursacht hat.

Einen Tornado für Peißen schließe ich aufgrund des bislang gesehenen Bild- und Videomaterials allerdings so gut wie aus. Die Schäden wurden m. M. nach durch großen Hagel in Verbindung mit T2-T3 Fallwinden verursacht.

Viele Grüße, Martin
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Heiko Wichmann
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Re: [Status=?] 11.09.2011 - Peißen (SLK | Sachsen-Anhalt)

Beitrag von Heiko Wichmann » Montag 19. September 2011, 15:02

Hallo,
Forstexperte hat geschrieben:Hallo Axel,
Axel F. hat geschrieben:Naja, 5 cm große Hagelkörner verwüsten die Umgebung schon allein mit der alleinigen Fallgeschwindigkeit, da reichen 60er Böen aus, um den Putz von den Wänden zu klopfen.
Außerdem gehts hier um den Ausschluß eines Tornados. Daß Winde bei einem Hagelschlag IMMER eine Rolle mit spielen, brauch an dieser Stelle und in diesem Forum sicher keine Erwähnung finden, weil das Grundwissen sein sollte oder?
Das muss nicht immer der Fall sein.
Bei mir gab es am 15.02.202 einen Hagelschlag aus einer Superzelle siehe hier:
http://www.skywarn.de/dokumentationen/w ... lzhausen02" onclick="window.open(this.href);return false;

@Martin: meinst bestimmt das Jahr 2002, nicht das hier noch jemand nach deinem Alter fragt. :mrgreen:


Ergänzend zu Martins Ausführungen sei noch gesagt das es nicht ganz so leicht ist zu sagen, das genau DIE Windstärke in Verbindung mit Hagel zu DIESEN Schäden führt. Ich beschäftige mich jetzt seit ca. 2 Jahren mit dem Thema Schäden durch Windeinwirkung im Zusammenhang mit Hagel.
Offensichtlich muß eine Vielzahl von Parametern stimmig zueinander passen um den hier zu untersuchenden Effekt zu erzielen. Das ist alles andere als klar definiert und lange nicht erforscht. Selbst in den Staaten findet man nicht ausreichend Material um Zusammenhänge erkennen zu können. Zu pauschalisieren bringt uns hier nicht weiter, da hilft nur akribische Detektivarbeit. Ich habe Auswertungen in diese Richtung vom 26.05.2009, dem 24.05.2010 und dem 11.06. 2010. Hier ähneln sich die Zusammenhänge.
Ich möchte den 11.09. 2011 in meine Auswertung aufnehmen, habe aber bis jetzt dazu kein ausreichendes Bildmaterial gefunden, weshalb ich in 14 Tagen in das Gebiet fahren werde. Es wäre schön wenn mir ein Ortskundiger dabei helfen könnte.

Interessierte googeln bitte nach " wind driven hail damage" . Diese Kombi bringt die besten Treffer.


Grüsse Heiko
Die Details machen das Ganze !

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CiJay86
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Re: [Status=?] 11.09.2011 - Peißen (SLK | Sachsen-Anhalt)

Beitrag von CiJay86 » Montag 19. September 2011, 17:59

Heiko Wichmann hat geschrieben:Hallo,
Forstexperte hat geschrieben:Hallo Axel,
Axel F. hat geschrieben:Naja, 5 cm große Hagelkörner verwüsten die Umgebung schon allein mit der alleinigen Fallgeschwindigkeit, da reichen 60er Böen aus, um den Putz von den Wänden zu klopfen.
Außerdem gehts hier um den Ausschluß eines Tornados. Daß Winde bei einem Hagelschlag IMMER eine Rolle mit spielen, brauch an dieser Stelle und in diesem Forum sicher keine Erwähnung finden, weil das Grundwissen sein sollte oder?
Das muss nicht immer der Fall sein.
Bei mir gab es am 15.02.202 einen Hagelschlag aus einer Superzelle siehe hier:
http://www.skywarn.de/dokumentationen/w ... lzhausen02" onclick="window.open(this.href);return false;

@Martin: meinst bestimmt das Jahr 2002, nicht das hier noch jemand nach deinem Alter fragt. :mrgreen:


Ergänzend zu Martins Ausführungen sei noch gesagt das es nicht ganz so leicht ist zu sagen, das genau DIE Windstärke in Verbindung mit Hagel zu DIESEN Schäden führt. Ich beschäftige mich jetzt seit ca. 2 Jahren mit dem Thema Schäden durch Windeinwirkung im Zusammenhang mit Hagel.
Offensichtlich muß eine Vielzahl von Parametern stimmig zueinander passen um den hier zu untersuchenden Effekt zu erzielen. Das ist alles andere als klar definiert und lange nicht erforscht. Selbst in den Staaten findet man nicht ausreichend Material um Zusammenhänge erkennen zu können. Zu pauschalisieren bringt uns hier nicht weiter, da hilft nur akribische Detektivarbeit. Ich habe Auswertungen in diese Richtung vom 26.05.2009, dem 24.05.2010 und dem 11.06. 2010. Hier ähneln sich die Zusammenhänge.
Ich möchte den 11.09. 2011 in meine Auswertung aufnehmen, habe aber bis jetzt dazu kein ausreichendes Bildmaterial gefunden, weshalb ich in 14 Tagen in das Gebiet fahren werde. Es wäre schön wenn mir ein Ortskundiger dabei helfen könnte.

Interessierte googeln bitte nach " wind driven hail damage" . Diese Kombi bringt die besten Treffer.


Grüsse Heiko
Das hört sich interessant an. Als selbst betroffener würde mich deine Recherche auch ein stückweit interessieren ... Halt' mich mal mit auf den Laufenden (etwas Material hatte ich ja bereits in der WZ veröffentlicht). Die Schäden an meinem Fahrzeug weichen auch ein gutes Stück von einem gewöhnlichen Hagelschaden ab.

Grüsse,
Chris
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Axel F.
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Re: [Status=?] 11.09.2011 - Peißen (SLK | Sachsen-Anhalt)

Beitrag von Axel F. » Montag 19. September 2011, 22:40

Danke für den argumentativ netten Schuß vor den Bug :D Das hätte ich jetzt so nicht gedacht, daß dies so diffizil und komplex ist.
Ich würde gern die Diskussion im Stillen mit verfolgen...klingt richtig interessant

Major
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Re: [Status=?] 11.09.2011- Bernburg OT Peißen (SLK | S.-Anhalt)

Beitrag von Major » Montag 10. Oktober 2011, 21:49

Ich bin wieder ansprechbar,

entschuldigt bitte die lange Pause, aber nachdem wir am Freitag den 16.9. den Einsatzbereich des DRK (nach fast 10000 herausgegeben Essensportionen) geschlossen haben, hatte ich eine Menge an Nachbearbeitung (Papierkrieg) und musste meine schon vorher angeschlagene Gesundheit ein bisschen auf vordermann bringen.

Ich möchte nochmal auf den ersten Beitrag von mir hinweisen, es hat sich in dieser Woche absolut KEIN anderes Bild ergeben, als wie bereits beschrieben. Zusätzlich möchte ich noch ein paar Aussagen hier bringen:

"...der Hagel flog teilweise fast horizontal..."
"Die Wolkenwand war violett und grün"
"...trotz der Uhrzeit war es dunkel wie in tiefster Nacht..."
Ein Mitachtziger meinte: "...ich habe den 2. Weltkrieg mit allem erlebt was er zu bieten hatte, es war wie ein russischer Sturmangriff auf Berlin in den letzten Tagen 45...", da musst ich selber nochmal schlucken

Ich muss noch zusätzlich anbringen, dass viele Häuser gerade an der ehemaligen B71 eine Kunststoffverkleidung hatten um die Reinigung der Fasaden zu vereinfachen.

hier der Link zu meiner Galerieseite, auch nur deswegen weil knapp 100 Bilder hier in der Seite auch den Rahmen sprengen würden. Nicht wundern es sind auch Bilder von unserer Einsatzstelle und den Leuten dabei, es ist der Einsatzordner in meiner Galerie. Die Bilder sind alle ausschließlich in Bernburg Ortsteil Peißen gemacht wurden.
http://galerie.emergency-radio.de/index ... i8=&page=1

Fazit: im Bereich des südlichen Bernburg das betrifft Peißen, Könnern, Preußlitz, Cörmigk, Chrüchern, Biendorf und die ganzen kleine Dörfchen drumherum, niemand mit dem ich Kontakt hatte konnte mir einen auf den Boden befindlichen Tornado bestätigen. Einige sahen "nur" einen drehenden Wolkenring vom Durchmesser bis zu 50 Meter.

Beste Grüße
Torsten

Axel F.
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Re: [Status=?] 11.09.2011 - Peißen (SLK | Sachsen-Anhalt)

Beitrag von Axel F. » Donnerstag 2. Februar 2012, 12:02

Ich denke mal, da hier von Bernburg die Rede ist, gehört der Bericht wohl eher hier rein als nach Pleißen.

Ich weiß nicht, wie lange der MDR das online stellt (meist 4 Wochen): Ist ein Exakt Extra vom 1.2.2012

http://www.mdr.de/mediathek/themen/repo ... 277cd.html" onclick="window.open(this.href);return false;

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