[Verdacht] 22.06.2011 - Steinheim, Heidenheim (HDH|Baden-W.)

Thomas Sävert
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Re: [Verdacht] 22.06.2011 - Steinheim, Heidenheim (HDH|Baden-W.)

Beitrag von Thomas Sävert » Sonntag 26. Juni 2011, 23:58

Hallo zusammen,

eine kleine Korrektur zum Fall: Das Hochhaus steht nicht in Steinheim, sondern ca. 5 km östlich im Norden Heidenheims. Ca. 500m westlich dieses Hochhauses entstanden diese Fotos:

http://www.wzforum.de/forum2/read.php?8,2202641" onclick="window.open(this.href);return false;

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Thomas Sävert
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Re: [Verdacht] 22.06.2011 - Steinheim, Heidenheim (HDH|Baden-W.)

Beitrag von Thomas Sävert » Montag 27. Juni 2011, 03:55

Noch etwas zum Fall: Die Schäden sind zwar über weite Teile von Steinheim und Heidenheim verstreut, am schlimmsten sieht es aber in der Tat von der Eelektrofirma in Steinheim quer durch den Wald bis zum hier gezeigten Haus, das sein Dach verlor und weiter nach Osten. Etwa 1100m östlich des Hauses gab es im Bereich der Kläranlage große Schäden. Dazu aus einer Meldung der Heidenheimer Zeitung vom 24.06.11:
Verheerend sieht es an der Brenz in Richtung Klärwerk Schnaitheim aus. Dort stehen nur noch wenige Bäume. Inzwischen wird sogar ein Wirbelsturm nicht mehr als Verursacher für die Katastrophe ausgeschlossen. Viele entwurzelte Bäume wurden regelrecht heraus- oder abgedreht und lagen entgegen der Windrichtung auf dem Grund. Eine große Weide wurde direkt neben dem Marine-Heim zerfetzt.
Das ist doch mal ein deutliches Indiz.

Dann aber am nächsten Tag in derselben Zeitung:
Scheinbar völlig unberechenbar war die Böenwalze, die sich am Mittwoch am Rande des Sturmtiefs „Harry“ bildete: „Ich dachte, das zieht wieder einmal vorbei“, so Andreas Lapaczynski, der dann aber auf Radarbildern verfolgte, wie sich die nur knapp 60 Kilometer breite Böenwalze bildete. Aus Südwesten raste das Monstrum über den Kreis. Lapaczynski:
„Es gab kaum zehn Minuten Vorwarnzeit.“ Typisch für eben solche Walzen ist es, dass der Wind sich enorm verwirbelt, es heftigste Böen und starken Sog gibt – genau das sorgte in Stadt und Kreis für die größten Schäden. Andreas Lapaczynski: „Oft drehte der Wind blitzartig, während gebogene noch unter Spannung standen. Das bringt den Bruch.“ Bäume fielen dann oft auch ganz anders als in der generellen Windrichtung aus West-Südwest. Lapaczynski berichtet von den Schäden an der Solaranlage auf der Aufhausener Reithalle, deren Metallkonstruktion aus Norden eingedrückt wurde – ein klassischer
Fall jener Verwirbelung, die oft die heftigsten Böen verursachte. In bebautem Gebiet kommen dann noch Kamineffekte durch Gebäude dazu, die den Wind wie in einer Düse beschleunigen. Dort gab es Böen, die wohl weit in jene Windstärke 12 reichten, die mit 120 km/h und mehr den Orkan markiert. „Eine Böenwalze ist enorm komplex, es gibt Scher- und Dreheffekte“, weiß auch Guido Wekemann: Es sei kein Wunder, dass auch Einsatzkräfte bisweilen
von Windhosen ausgegangen seien, die es aber nicht gab.
So blitzartig die Böen kamen, so schnell waren sie wieder vorbei: „Eine Böenwalze hält sich oft kaum zehn Minuten“, so Andreas Lapaczynski.
Und es kommt noch besser in derselben Ausgabe:
STEINHEIM. Zwei Tage nach dem verheerenden Unwetter mit Millionen-Schaden zog Forstdirektorin Dr. Mechthild
Freist-Dorr eine erste vorsichtige Bilanz: In den Wäldern habe der Sturm offenbar keine Flächenwürfe verursacht.
Das Schadensbild aber spreche für einen Wirbelsturm.

KLAUS-DIETER KIRSCHNER
Die Bilanz des Fachbereichs Forsten beim Landratsamt Heidenheim ist eine vorläufige, gleichwohl ist der Schaden noch nicht zu beziffern: „Viele Waldgebiete konnten wir wegen umgeworfener Bäume noch nicht erreichen“, sagte Dr. Mechthild Freist-Dorr gestern auf Anfrage der Kreisredaktion. Für einen Wirbelsturm spreche vor allem, wie die vielen Laubbäume
beschädigt wurden. Selbst von einigen Fichten seien die Wipfel 40 und noch mehr Meter weit von den Orkanböen mitgerissen worden. Die Wetterwarte Stötten, die für Steinheim zuständig ist, bestätigte Windgeschwindigkeiten
von bis zu 135 Stundenkilometern (also Orkanstärke).
Grüße, Thomas Sävert
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Re: [Verdacht] 22.06.2011 - Steinheim, Heidenheim (HDH|Baden-W.)

Beitrag von Erik Dirksen » Montag 27. Juni 2011, 07:14

Moin Thomas,

in der WZ wurden ja auch Bilder der Zelle gepostet in denen eine schöne Böenfront erkennbar war. Daher gehe ich hier eher von einem gradlinigen Ereignis oder einem Gustnado als Ursache aus. Die Schäden liegen meist im T3-Bereich. Einzig die spätere Schneise im Wald könnte tornadisch sein, es fehlt jedoch für eine genauerer Beurteilung eine ausreichende Schadensbeschreibung und vor allem aussagekräftige Fotos.

Viele Grüße

Erik
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Re: [Verdacht] 22.06.2011 - Steinheim, Heidenheim (HDH|Baden-W.)

Beitrag von Axel F. » Montag 27. Juni 2011, 08:42

Einfach mal als Laie hineingefragt: Ist ein Tornado an oder hinter einer Böenfront generell ausschließbar, also so rein physikalisch gesehen? Letztendlich hat mich z.B. Großenhain gelehrt, daß es sehr wohl eine vielfältige Mischung aus geradliniger Wucht, gepaart mit tornadischen Elementen geben kann, warum also hier nicht auch.

Die Schadensbilder der Schneise sind schon beeindruckend, vor allem der Fakt, wie der abgetrennte Oberteil einer Kiefer fast 200m entfernt zwischen 4 Laubbäume "versenkt" wurde. siehe wzforum http://www.wzforum.de/forum2/read.php?8,2202641" onclick="window.open(this.href);return false;

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Re: [Verdacht] 22.06.2011 - Steinheim, Heidenheim (HDH|Baden-W.)

Beitrag von Cumulus Humilis » Dienstag 28. Juni 2011, 13:11

Hallo Axel,

da die Böenfront die Grenze zum Niederschlags- also Abwindbereich markiert, ist ein Tornado hinter der Böenfront tatsächlich ausgeschlossen. An der Böenfront sieht das ein bisschen anders aus: Es ist durchaus zu beobachten, daß sich der Aufwindbereich manchmal sehr dicht an die Böenfront anschließt und ein Tornado, der sich an oder nahe diesem "Interfacebereich" bildet, sehr dicht neben der Böenfront auftritt. Auch kann dort ein an der Böenfront gebildeter Gustnado in den Aufwindbereich gelangen und dann zum Tornado werden. Ein Gustnado kann übrigens durch einen Downburst getriggert werden, ich konnte das eindrucksvoll 2009 in Texas beobachten. Insofern sind bei einem Schadensereignis durchaus gemischte Schadensbilder aus tornadischen und nichttornadischen Schäden möglich und sogar wahrscheinlich. Allerdings räumlich und / oder zeitlich getrennt.

Gruß,
Andreas
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Re: [Verdacht] 22.06.2011 - Steinheim, Heidenheim (HDH|Baden-W.)

Beitrag von Thomas Sävert » Mittwoch 29. Juni 2011, 01:13

Hallo zusammen,

noch mal zu dem Hochhaus, um das es auf der ersten Seite dieses Threads ging. Dazu hat sich jemand geäußert, der heute noch mal vor Ort war:
Bei dem Dach des Hochhauses, dass abgerissen worden ist, handelt es sich um ein Warmdach (wurde bei Skywarn diskutiert). Ich habe mir heute das Gebäude angesehen. Nachdem ich das dramatische Foto gesehen habe, habe ich mit einem schlechteren Zustand des Hauses gerechnet. Das Dach wird derzeit erneuert. Die Fassade ist auf der Süd-, Nord- und Ostseite leicht beschädigt. Es handelt sich hier um zebrochene Eternitplatten, wahrscheinlich durch Trümmerflug. Ein Fenster wurde außerdem eingedrückt. In dem Gebiet Mittelrain gibt es viele Hochhäuser, vielleicht wurde dadurch Rotation ausgelöst?
Die Schneise im Wald:

http://www.wzforum.de/forum2/read.php?8 ... sg-2203241" onclick="window.open(this.href);return false;

erstreckt sich mit zwei Unterbrechungen über eine Strecke von etwa 700 Metern.

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Re: [Verdacht] 22.06.2011 - Steinheim, Heidenheim (HDH|Baden-W.)

Beitrag von Thomas Sävert » Donnerstag 30. Juni 2011, 11:51

Und ergänzend noch zu dem Hochhaus:

Auch in der Umgebung des Hauses gibt es Schäden, so z.B. ca. 200 m westlich ein herausgerissener Baum sowie in der Umgebung des Hauses eine Menge weiterer beschädigter bzw. liegender Bäume. Und auch das weitere abgedeckte Dach eines Einfamilienhauses in der Franz-Marc-Straße liegt kaum mehr als 100 m entfernt, diesmal allerdings östlich des Hochhauses.

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Re: [Verdacht] 22.6.2011 Steinheim (HDH) BaWü

Beitrag von Andreas Friedrich » Donnerstag 30. Juni 2011, 15:20

Axel F. hat geschrieben:gute Idee, habs mal versucht. Ich würde mich angesichts dieser Trichterform und des "Fluges" der Schrapnelle auf einen Tornado festlegen
Auf diesem Bild kann man meines Erachtens keinen Trichter erkennen, der deutlich auf einen Tornado hindeutet. Auch einen (rotierenden) Flug von Trümmerteilen kann man nicht auf Basis dieses Fotos erkennen. Da bräuchte man dann schon eine animierte Sequenz.

Gruß,
Andreas

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Re: [Verdacht] 22.06.2011 - Steinheim, Heidenheim (HDH|Baden-W.)

Beitrag von Thomas Sävert » Montag 4. Juli 2011, 23:36

Hallo zusammen,

auch östlich von Heidenheim setzt sich die Schadenspur fort:

http://www.wzforum.de/forum2/read.php?8 ... sg-2208379" onclick="window.open(this.href);return false;

Grüße, Thomas Sävert
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Re: [Verdacht] 22.06.2011 - Steinheim, Heidenheim (HDH|Baden-W.)

Beitrag von Norbert Rupsch » Dienstag 12. Juli 2011, 21:33

Tach,

http://www.wzforum.de/forum2/read.php?8 ... sg-2202641" onclick="window.open(this.href);return false;
Anhand der Bilder und der Aussagen von Steff ist für mich ein Tornado an dieser Stelle mehr als plausibel. Meiner Meinung nach erkennt man auf den Bildern auch ein leicht konvergentes Muster.

Schöne Grüße
Norbert

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Re: [Verdacht] 22.06.2011 - Steinheim, Heidenheim (HDH|Baden-W.)

Beitrag von Thomas Sävert » Mittwoch 13. Juli 2011, 14:43

Hallo zusammen,

schaut Euch mal dies an:

http://www.storm-chasers.de/board3-bild ... eim-brenz/" onclick="window.open(this.href);return false;

Hier müsste man natürlich noch wissen, wo genau die einzelnen Orte bzw. Häuser liegen.

Grüße, Thomas Sävert
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Re: [Verdacht] 22.06.2011 - Steinheim, Heidenheim (HDH|Baden-W.)

Beitrag von Norbert Rupsch » Mittwoch 13. Juli 2011, 19:22

Tach,

ich hätte da noch was:
http://www.youtube.com/watch?v=b5eB7LxmfyQ" onclick="window.open(this.href);return false;
http://www.brenzpark-ev.de/galerien/stu ... 0-uhr.html" onclick="window.open(this.href);return false;

Schöne Grüße
Norbert

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Re: [Verdacht] 22.06.2011 - Steinheim, Heidenheim (HDH|Baden-W.)

Beitrag von StormchaserBrB » Donnerstag 14. Juli 2011, 03:39

Guten Morgen zusammen,

Habe mit zwei Augenzeugen telefoniert, wovon eine in Steinheim lebt neben der Firma Kempa Die zeugin sprach von deutlichen verwirbelungen und rotationen am Boden.
Ein weiterer Augenzeuge ist ein Versicherungsdienstleister deren Kunden auch teilweise das halbe dach fehlt. werde mich morgen mal nochmal mit ihm in Verbindung setzen ob er diesbezüglich schon schadensbilder hat. Weiteres poste ich dann in unserem Trad.

http://www.storm-chasers.de/board3-bild ... eim-brenz/

Liebe Grüße Cevin

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Re: [Verdacht] 22.06.2011 - Steinheim, Heidenheim (HDH|Baden-W.)

Beitrag von Fred » Donnerstag 14. Juli 2011, 21:01

Hallo StormchaserBrB,

deine Karte zum Schadesverlauf passt ganz gut. Ich bin die Strecke bereits abgelaufen. Eine Ergänzung: Die Linie beginnt schon weiter westlich (am Steinhirt, ein Hügel zw. Steinheim und Sontheim/Stubental) und setzt sich weiter östlich Richtung Nattheim fort:

http://www.wzforum.de/forum2/read.php?8 ... sg-2208379" onclick="window.open(this.href);return false;

Bin gespannt auf die Bilder

Viele Grüße

StormchaserBrB
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Re: [Verdacht] 22.06.2011 - Steinheim, Heidenheim (HDH|Baden-W.)

Beitrag von StormchaserBrB » Samstag 16. Juli 2011, 10:08

Ja ich kenne mich da relativ gut aus, wie schon erwähnt habe in HDH gewohnt und war sehr oft in steinheim. also laut einer zeugin wurde die Rotation westlich vom Kempa gelände gesehen und bewegte sich weiter in Richtung osten(ziegelhütte). ein Zeuge konnte auch einen Schlauch erkennen. Für fotos war es aber zu spät nach zeugenaussagen, da er sich schon kurz vor dem Haus befand und sich die Bewohner in sicherheit brachten. kann nochmal mit anderen telefonieren die in steinheim wohnen vllt. hat einer der Jungs ein video gemacht oder Bilder.
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