Amoklaus an Schulen? Wer hat SchulDß

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hunni
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Amoklaus an Schulen? Wer hat SchulDß

Beitrag von hunni » Mittwoch 21. Februar 2007, 20:34

Hi
Wir haben in Moment das Thema Gewalt in der Schule und da dacht ich mir ich nehme die Repoprik Amoklauf an Schulen.
Sicherlich habt ihr was von den beiden neuesten Fällen an dem einen Gymnasium und der Sophi Scholl Schule gehört.
Was haltet ihr davon, wer hat Schuld ?
Die Eltern, die ihr Kind nicht mehr unter Kontrolle hatten, oder den Gewaltverherlichende Spielen, wie z.B. Counterstrike oder Doom 3.
Was sagt ihr dazu ?
hunni :?:
Jemand der Ordnung hält ist zu faul zum suchen!

sunset
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Beitrag von sunset » Mittwoch 21. Februar 2007, 22:36

Ich glaube du solltest nicht nach entweder oder "oder" fragen. Denke das ist eine Mischung aus allem.
Die Spiele würde ich mal ausschliessen, da müsste schon die halbe Jugend einen Amoklauf durchgeführt haben.

Ich denke eher, es ist eine Mischung aus Misserfolg in der Schule, vielleicht noch Mobbing und Eltern, die sich nicht oder nicht richtig um ihren Nachwuchs kümmern.

Die Spiele mögen dann einen Amoklauf verändern, indem der Amokläufer vielleicht Waffen verwendet, die er aus Spielen kennt. Die Tat ist dann aber wohl schon längst geplant.
Ich warte ja auf einen Amokläufer, der diese Spiele nicht spielt, allerdings dürfte es heutzutage schwer sein einen Jugendlichen zu finden, der nicht solche Spiele besitzt und/oder spielt.

Ich besitze aus meiner Jugend noch diverse solcher Spiele, kein einziges hab ich installiert. Die "Killerspiele" wie es die Medien zerreissen, habe ich nur gern auf LAN-Partys gespielt, da kann man im Team oder alle gegen alle spielen. Teamarbeit und Wettkampf steht dabei im Vordergrund. Alleine haben mir diese Spiele nie wirklich Spass gemacht, da habe ich lieber Autorennen und Simulationen gespielt.

Die Eltern sollten aber auch darauf achten, was ihre Kinder spielen. Meine 9 Jahre alte Cousine spielt Vice City (ab 16 freigegeben) und meine Tante interessiert das nicht.
Wäre ich der Vater dann... :evil:

Sturmkobold
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Beitrag von Sturmkobold » Donnerstag 22. Februar 2007, 08:10

Guten Morgen!

Welche Frage man sich wohl noch stellen sollte, ist, wie denn verflucht nochmal diese Kinder und Jugendliche an die Waffen gekommen sind. Forsch doch mal nach, wieviele von den Amokläufern sich beim elterlichen Waffenschrank bedient haben.
Die Computerspiele sind sicherlich kein Auslöser und bestimmt nicht der "Sündenbock", den so einige aus der Regierung gerne hätten. Die Eltern haben da sicher einen ganzen Teil dazu beigetragen, durch ihr Tun und Nichtstun. Es müsste viel mehr unterstützt werden, wenn die Eltern sich um ihr Kind bemühen und alles weniger verstaatlicht werden. So wird die Verantwortung nur hin und her geschoben. Wer Lehrer ist oder Lehrer kennt, weiss, was für Erziehungsdefizite auf die Schule losgelassen werden. Es ist bestimmt auch für die Eltern nicht immer einfach. Die brauchen dann aber eben mehr Unterstützung und keine Bestimmungen von oben. Das fängt schon mit der Behandlung von hyperaktiven Kindern an. Aber das ist ein anderes Thema.
Soziale Kompetenz wird in früher Kindheit in der Familie entwickelt und gefördert. Wenn nicht, gibt es kaum eine Institution, die das wieder grade biegen kann. Insbesondere schulische Einrichtungen sind damit überfordert. Wenn die Basis nicht stimmt, und man da nicht konsequent gegensteuert, geht irgendwann was richtig schief.

Gruß
Insa

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Beitrag von Storm-Saarbruecken » Donnerstag 22. Februar 2007, 15:22

Hallo ,
da ich nun die Schule gewechselt habe (von Gymnasium auf Gesamt) hört man so manches .
Die Lehrer haben auch eine große Mitschuld ! Lehrer sind (kann es nur von "meinen Erfahrungen" beurteilen) eigentlich immer negativ gegenüber Schüler eingestellt , ich kenne nur wenige Außnahmen .

Ich kenne es z.B. vom Gymnasium . Dort hat meine Englisch- und meine Deutschlehrerin immer Leute fertig gemacht , wegen falscher Antwort , falsch gemachten Aufgaben etc. Wir hatten Klassenintern einen richtigen Hass gegenüber diesen Lehrern entwickelt , und man hört das nicht nur von unserer Klasse .
Von meinen Freunden/Verwandten höre ich auch , dass bei ihnen auf der Schule (ERS) die Schüler mit System fertig gemacht werden , die "zu dumm sind" um in den Real-Schul-Zweig zu kommen .

Wegen solchen Sachen baut sich bei Schülern frust und Hass gegenüber der Person auf !

Ich habe die Wut verarbeitet indem ich Fahrrad-fahren gegangen bin , bishin zum Schulwechsel .

Ich denke auch nicht das Killerspiele an den Amokläufen Schuld haben , und meinen genannten Argumente rechtfertigen auch nicht eine solche Tat , aber viele Lehrer müssten meiner Meinung nach nicht so mit Schülern umgehen !!!

Und Wege zum Direktor helfen merist auch nicht , wie bei uns in diesem Fall ...

Meine Meinung !

gaby
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Beitrag von gaby » Freitag 23. Februar 2007, 07:45

hallo,
ich denke das neben elterliche vernachlässigung,mobbing in der schule,negative einstellungen der lehrer,vieleicht auch drogen,killerspiele sehr wohl einen großen beitrag zu amokläufen leisten :!:
man überlege sich doch einfach mal,was so ein spiel ausmacht,was das ziel dieser spiele ist.ich würde es begrüßen,wenn so unnützes zeug,einfach vom markt genommen würde(wobei mir klar ist,das es viele gegenstimmen geben wird 8) ) es ist einfach so,das labiele kinder und jungendliche mit so viel gewalt nicht umgehen können,und einfach losgehen,und nachmachen,was sie gesehen,oder monatelang am pc gemacht haben.mann muß bedenken,in meinen augen, ist so ein schimmes handeln kein normales denken mehr,also krankhaftes handeln.
soweit erstmal.

gruß gaby
wat fürn wind aber auch

Sturmkobold
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Beitrag von Sturmkobold » Freitag 23. Februar 2007, 08:07

Zum Thema Lehrer:

Es ist ganz bestimmt nicht in Ordnung, wenn Lehrer ihre Schüler "fertig machen". Als Schüler muss man dafür auch nicht unbedingt Verständnis aufbringen. Nur ist es doch wohl so, dass viele Lehrer bzw. Schulen durch die Bildungspolitik in Zugzwang gekommen sind. Sie stehen nun im Mittelpunkt der Kritik vor allem wegen der schlechten Pisa-Ergebnisse. Und dann ist es zum Beispiel in Niedersachsen so, dass sehr viele Lehrerstellen nicht besetzt sind oder einfach fehlen. Die Politiker lügen sich eins zurecht von nahezu 100% iger Unterrichtsversorgung. aber die Wirklichkeit sieht anders aus. Der Stoff wird nicht mehr geschafft, aber das liegt eben nicht nur an den dummen und faulen Schülern oder nur an den unfähigen Lehrern. Das Problem ist nur, dass der Frust darüber wohl nicht in die richtigen Bahnen geleitet wird. So frusten die Lehrer die Schüler an und umgekehrt und es wird noch schlimmer, weil keiner mehr Bock drauf hat.
Was wohl passieren würde, wenn alle mit den Zuständen an der Schule zufrieden wären? Gäbe es dann noch Amokläufe? Oder würden die dann woanders stattfinden?

Gruß
Insa

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Cumulus Humilis
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Beitrag von Cumulus Humilis » Freitag 23. Februar 2007, 10:57

Sturmkobold hat geschrieben: Was wohl passieren würde, wenn alle mit den Zuständen an der Schule zufrieden wären? Gäbe es dann noch Amokläufe? Oder würden die dann woanders stattfinden?
Danke für diese sehr interessante Fragestellung!

Eigentlich wollte ich mich zu dem Thema zurückhalten, aber nun doch ein paar Worte:
Es ist m.E. vollkommener Unfug, DEN Schuldigen zu suchen. Das Problem ist weitaus vielschichtiger. Wieviele derer, die früher Märchen und Sagen gelesen oder erzählt bekommen haben sind zu Gewalttätern geworden, obwohl dort nicht selten (überspitzt formuliert) Gewalt "verherrlicht" wird? Ich erinnere mich gut (obwohl es schon viele Jahre her ist ;) ), daß auch zu meiner Schulzeit das Verhältnis Schüler - Lehrer teilweise äußerst gespannt war. Allerdings wäre wirklich niemand auf die Idee gekommen, die Bockflinte aus Vaters Waffenschrank zu stehlen, um damit tabula rasa zu machen. Und schließlich: Wie steht es mit den rechtzeitig zum Abendessen servierten Bildern der Nachrichtensendungen - das dort allzuhäufig gezeigte Grauen ist (meist) kein Märchen, es sind keine fiktiven Gestalten, nein - das ist die Wirklichkeit!

Das Problem liegt weder an den Eltern noch an den Lehrern, geschweige denn an Sekundäreinflüssen (Killerspiele, Gewaltvideos) alleine, sondern es ist ein gesellschaftliches Problem, einzig und allein darin begründet, wie (und ob) wir einander wahrnehmen und miteinander umgehen. Wer meint, das Problem durch "herumdoktern" an Symtomen, oder Schuldzuweisungen an Einzelne lösen zu können, wird scheitern bzw. das Problem nur verlagern. Nur wenn alle (Erwachsenen) als Eltern, Lehrer, Ausbilder, Nachbarn, Freunde (!), was-auch-immer nicht die Augen zu machen, wird sich wirklich was ändern. Sorry, aber die einfache Lösung für das komplexe Problem gibt es nicht, auch wenn das vielen lieber wäre, getreu dem Motto: Wozu drüber reden, verordnen - fertig!

Ob man Killerspiele, etc. wirklich braucht, ist ein ganz anderes Thema. Dazu will ich mich aber mangels Erfahrung als Nicht-Computerspieler nicht äußern.

Gruß,
Andreas
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Beitrag von terrandi » Freitag 23. Februar 2007, 12:44

Hi,
danke Andreas! Das sehe ich auch so. Unsere und auch andere Gesellschaften sind meiner Meinung geprägt von einem allgemeinem Verlust an Respekt vor der Persönlichkeit anderer. Wir haben uns auch vor 30 Jahren auf dem Schulhof und draußen gezoft und dann und wann gab es auch was auf die Nase. Wir hatten aber noch einen gewissen Respekt und eine höhere Hemmschwelle. Wenn jemand am Bodenlag war eben Schluß. Heute ist die Zerstörung der Gesundheit oder sogar des Lebens fast schon alltäglich. Und das potentiert sich leider immer weiter.
Das Problem ist tiefer verwurzelt als es gern dargestellt wird und die Gründe sind sehr vielfältig.
Grüße, Andi
...auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt...

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Beitrag von gaby » Freitag 23. Februar 2007, 16:35

das das an vielen faktoren liegt meine ich auch,auch an allgemein zunehmende gewalt und gegengewalt,die sich zunehmend hochschaukelt.doch denke ich,das anschauliche gewalt(@andreas ich denke nicht,das man rotkäppchen mit einem ergoshooter vergleichen kann)ein auslösender faktor sein kann,wenn eins zum andern kommt.

gruß gaby
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Cumulus Humilis
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Beitrag von Cumulus Humilis » Freitag 23. Februar 2007, 23:27

Hallo Gaby,
gaby hat geschrieben:(@andreas ich denke nicht,das man rotkäppchen mit einem ergoshooter vergleichen kann)
da bin ich mir nicht so sicher, denn es ist nicht die Anschaulichkeit, die das eigentliche Gefahrenpotential darstellt, sondern die Phantasien und unterschwellige Sehnsüchte. Ich gebe Dir aber insoweit Recht, daß gespielte (aber eben auch "geträumte") Gewaltphantasien eventuell einen Anstoß geben. So zu sagen der Tropfen, der das Faß zum Überlaufen bringt, sein können - aber die Beseitigung dieses Tropfens ist eben nur ein solcher auf einen heißen Stein... ;)

Gruß,
Andreas
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sunset
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Beitrag von sunset » Samstag 24. Februar 2007, 03:32

jungendliche mit so viel gewalt nicht umgehen können,und einfach losgehen,und nachmachen,was sie gesehen,oder monatelang am pc gemacht haben.mann muß bedenken,in meinen augen,
Naja, nach einem DTM Rennen Sonntags fahre ich auf der BAB auch nicht im 3. Gang in den Begrenzer...wie ich schon schrieb, mögen die Spiele zu einem Verhalten während einer Eskalation animieren, dann ist die Tat aber schon geplant und ein Amokläufer muss sich nicht an Waffenarten orientieren.
Und der Altersgruppe, die diese Taten begehen, spreche ich ein Urteilsvermögen garantiert nicht ab, die wissen was sie wollen.

@CH:
Da magst du recht haben, wenn diese Spiele das Fass zum überlaufen bringen, nur war das Fass vorher schon fast randvoll, die Probleme liegen da an anderer Stelle.
Wären die Spiele daran Schuld, würde ich und ein paar andere Mitbürger nicht mehr leben.

Ich bin die Friedlichkeit in Person!!

Dank meines neuen Amtes, in das ich gewählt wurde (und schon vorher feststellte), muss ich berichten, dass 10-13Jährige ob m oder w ein Schriftbild haben wie SAU (sry für den Ausdruck aber is so).
Rechtschreibfehler kann man ja verbessern, aber das Schriftbild für einen 8. Klasse Schüler-/in sollte nicht einem 3. Klasse Schüler-/in entsprechen.

Und da versagt ganz einfach das Schulsystem UND die Eltern.
Wenn ein Nachbarsjunge (so um die 12) zu mir sagt, dass ich ein Arschloch bin, weil ich mal dummerweise an deren Haus vorbei muss, wo die Racker Fussball spielen, dann platzt mir der Kragen (rege mich natürlich nur innerlich auf, was soll ich auch machen?).

Da läuft doch in der Erziehung was schief.

Meine Cousine ist so eine freche Göre, wenn ich der Vater wäre dann....aber selbst das darf man heutzutage nicht mehr.

Nina
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Beitrag von Nina » Samstag 24. Februar 2007, 08:59

sunset hat geschrieben: Wenn ein Nachbarsjunge (so um die 12) zu mir sagt, dass ich ein Arschloch bin, weil ich mal dummerweise an deren Haus vorbei muss, wo die Racker Fussball spielen, dann platzt mir der Kragen (rege mich natürlich nur innerlich auf, was soll ich auch machen?).

Da läuft doch in der Erziehung was schief.

Meine Cousine ist so eine freche Göre, wenn ich der Vater wäre dann....aber selbst das darf man heutzutage nicht mehr.
Ja, alles auch schon selber erlebt. Erst letztens am Bahnhof eine Schulklasse, würde mal so 6. oder 7. Klasse schätzen. 4 Schüler, 2 halten den einen fest, der 4. zieht ihm einen Schuh aus und wirft den Schuh auf die Gleise, während die ganze Klasse ihren Spass daran hat. Festhalten und Schuh ausziehen ist ja noch OK, aber auf die Gleise damit, wo der Schuh nur unter Lebensgefahr geborgen werden kann?

Kinder haben ein Recht, einen Anspruch auf Erziehung, und die fängt nicht erst an, wenn das Kind in den Kindergarten oder die Schule kommt. Wenn die Kinder nicht schon von Anfang an gelernt haben, wo ihre Grenzen sind, oder was überhaupt Grenzen sind, ist eh alles zu spät. Dass viele Eltern mit ihrer Aufgabe überfordert sind und damit alleine gelassen werden oder schlichtweg zu faul sind ihre Kinder zu erziehen (ja, auch dafür kenne ich Beispiele) nimmt leider immer mehr zu. In solch einem Umfeld bietet dann die Familie auch keinen sicheren Rückzugsort, die Eltern sind kein vertrauensvoller Ansprechpartner für die Probleme der Kinder. Und so wird schon im frühesten Kindesalter die Grundlage gelegt für solche schlimmen Geschichten. Wenn dann noch Probleme mit der Schule dazu kommen und die betroffenen Personen eher aggressiv sind, dann knallt es schnell. Für die Erziehung sind meiner Meinung nach immer noch an allererster Stelle die Eltern verantwortlich, nicht die Schule.

Gewaltspiele sind da in meinen Augen auch höchstens ein letzter Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Ich kann mir zum Beispiel auch gut vorstellen, dass viele Menschen ihre versteckten Aggressionen über solche Spiele ausleben und abbauen und nach der Spielrunde wieder als "normaler Mensch" entspannt in den Alltag zurück kehren.

Die Spiele können aber einen anderen Effekt haben. Ich habe letztens einen Bericht im WDR über das Lernen gesehen. Personen, die nach dem Lernen von Vokabeln ein Gewaltspiel am PC gespielt haben, konnten sich die Vokabeln deutlich schlechter merken als Personen, die sich mit anderen Dingen als PC-Spiele beschäftigt haben. So führen die Gewaltspiele möglicherweise zu schlechten Leistungen in der Schule, und dass, obwohl man sich sogar Mühe gegeben hat beim Lernen. Das muss doch zu Frust führen.

Meine bescheidene Meinung zu dem Thema...

Tornado-Elli
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Beitrag von Tornado-Elli » Samstag 24. Februar 2007, 11:14

Meine <b>persönliche</b> Meinung zu diesem Thema:
Natürlich stellen die Gründe, die ihr bereits mehrmals nanntet (gewaltverherrlichende Computerspiele (den Begriff "Killerspiele" mag ich nicht ;) ), unzureichende Fürsorge der Eltern und noch einiges mehr), wichtige Aspekte bei der Suche nach den Ursachen dar. Aber wie ihr ebenfalls schon sagtet: Es kann nicht nur einen Grund geben, das ist eben eine Verkettung mehrerer Umstände, die einen Jugendlichen zu so einer Gewalttat fähig werden lassen.

Ich möchte hier aber noch einmal einen anderen Aspekt ins Gespräch bringen, der in den letzten Posts bereits angesprochen wurde. Ich denke, dass die Jugendlichen und ihr fehlender Respekt sich selbst, Gleichaltrigen und Erwachsenen gegenüber ein großes Problem sind. Die Jugendkultur bzw. die Kultur an Schulen entwickelt sich immer mehr dahin gehend, dass nur die stärksten "überleben". Ja, das war vielleicht schon immer so - heute bekommt das "überleben" in diesem Satz leider jedoch eine ganz andere Bedeutung. Während es früher eher metaphorisch gemeint war, da die schwächeren Schüler nur bis zu einer bestimmten Grenze gehänselt und gemobbt wurden, kann Mobbing und das "Schwachsein" heute tatsächlich lebensgefährlich werden. Ich habe das Glück, zur Zeit eine Schule mit einem wirklich ausgezeichneten Schulklima zu besuchen, es herrscht kaum Gewalt. Über das andere Gymnasium in unserer Stadt sind jedoch mehrere Fälle von Selbstmord durch den steigenden Druck durch Mitschüler bekannt. Das meine ich mit "lebensgefährlich".
Und da Menschen logischerweise unterschiedlich sind, finden sie auch unterschiedliche Methoden, ihren durch Mitschüler verursachten Schmerz und die Wunden in ihrer Seele zu kompensieren. Einige töten sich selbst, andere finden nur den Weg, der "Rache" heißt.

Wie auch der Amokläufer von Emsdetten in seinem Video anspricht - der Gruppenzwang habe ihn zu einem Außenseiter gemacht. Wer nicht "in" sei, werde gnadenlos niedergemacht. Er behauptet, sein Leben sei schön gewesen, bevor er in die Schule kam. Ich sehe das ganz genauso. Versteht mich bitte nicht falsch: Ich möchte auf keinen Fall die Tat von Emsdetten rechtfertigen. Eine solche Tat ist durch nichts zu rechtfertigen. Man kann eben höchstens nach den Ursachen suchen, und in diesem Punkt kann ich die Denkweise des Täters nachvollziehen.
Ich persönlich bin in meinem Jahrgang akzeptiert - und zwar so, wie ich bin. Ich würde mich nicht als "in" bezeichnen, wollte das auch nie sein und muss so mit teilweise sehr respektlosen Kommentaren leben. Aber um die Schule psychisch unbeschadet zu überstehen, muss man eben einen dicken Schutzmantel um sich herum aufbauen, was manche Schüler nicht schaffen. Meiner Meinung nach trägt die heutige Jugendkultur - der Verfall der Werte, des Respekts - eine große Mitschuld an Massakern wie dem von Emsdetten. Natürlich sollte die Schule auch dazu da sein, die Psyche und den Charakter der Schüler zu formen - dennoch sollte dies nicht in einer Art und Weise passieren, die den Schülern schadet.

In vielen Naturvölkern existieren solche Einrichtungen wie Schule, Kindergarten oder Hort nicht. Dort ist es normal, dass die Kinder mit ihren Eltern, ausschließlich mit ihnen und ihren eigenen Geschwistern, aufwachsen und von ihnen lernen. Mir ist natürlich klar, dass so etwas in unserer modernen Gesellschaft nicht funktionieren kann. Viele Eltern sind berufstätig und haben einfach nicht die Zeit, ihre Kinder ohne die Hilfe solcher Einrichtungen aufzuziehen. Aber sollte man nicht eventuell in Frage stellen, wie es denn funktionieren soll, dass Schüler voneinander - von Gleichaltrigen, die mehr oder weniger auf dem selben Entwicklungsstand wie man selbst sind - lernen? Ein Pädagoge und 20-30 Schüler. Da ist es klar, dass die Schüler sich gegenseitig als Vorbild nutzen und den Lehrer als die "böse Autorität" ansehen.

Nicht nur die Art, wie die Bildung vermittelt wird, sollte modifiziert werden (siehe Pisa ;) ). Man sollte versuchen, Werte wie Respekt und Anstand in den Jugendlichen zu wecken.

Markus Wolff
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Beitrag von Markus Wolff » Samstag 24. Februar 2007, 19:27

Nina hat geschrieben:Gewaltspiele sind da in meinen Augen auch höchstens ein letzter Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Ich kann mir zum Beispiel auch gut vorstellen, dass viele Menschen ihre versteckten Aggressionen über solche Spiele ausleben und abbauen und nach der Spielrunde wieder als "normaler Mensch" entspannt in den Alltag zurück kehren.
Genauso seh ich das auch und ist auch meine eigene Erfahrung mit ''Killerspielen'', ich spiele sie nur gelegendlich und dann wenn ich sie spiele war ich vorher sauer usw. eine halbestunde später bin ich wieder ''normal''.

Ich denke das ist auch bei den meisten anderen die diese Spiele zocken, aber eben manche können spiel und realität nicht unterscheiden und sich dann denken was ich im spiel kann kann ich doch so bestimmt auch.
Besorgen sich dann ne waffe von nem kumpel, oder so, der in einer ganz leicht rechts angehauchten gruppe mitglied ist, und dann spielt er das spiel in der realität weiter. Kenn ich fast alles aus persöhnlicher erfahrung. Bin aber kein kandidat eines Amoklaufs, habe damit schon seit ca. 6-7 Jahre abgeschlossen.

Sascha aus Wuppertal

Beitrag von Sascha aus Wuppertal » Donnerstag 8. März 2007, 19:34

Kann dem nur zustimmen.

Wir haben (glaube) Vorletztes Jahr war das, da haben wir am Schulzentrum Süd eine Bombendrohung erhalten. Was da los war, wissen wir Schüler bis heute nicht - aber ich glaube das weicht etwas vom eigentlichen Thema ab ;-)

Jedenfalls glaube ich nicht, dass Killerspiele zwingend dafür verantwortlich sind - viel nehr die Gesellschaft. Wenn beispielsweise Kinder schon im Elternhaus auf Gewalt regelmäßig stoßen (coole Satzstellung 8) ), dann wissen sie nicht richtig mit Gewalt umzugehen.

Außgenommen die Prügelei(en), die jeder schonmal hatte. ;)

Killerspiele (uhh wie ich diesen Namen hasse) zu verbieten, bringt gar nix. Man kommt spätestens durchs Internet wieder ran. Außerdem können die meisten zwischen Spiel und Realität unterscheiden
(aus mir spricht der 'Halo'-Fan ;)).

Kinder, die gemobbt werden (wurde ja auch schon angesprochen), haben wieder einen komplett anderen Grund auszurasten. Sie verspühren ein Rachegefühl. Es gab einen in meiner Klasse, der aufs schlimmste gemobbt wurde, daher weiß ich wovon ich rede.

Im Endeffekt führen mehrere, eigentlich eine Menge Aspekte zu Gewaltausbrüchen in Schulen.

Jetzt langsam wird mir die Tipperei zu viel, ich denke jeder hat verstanden, worauf ich hinaus will! ;)

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