[Plausibel] 20.07.1846 - Warnow (LRO|MV)

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Thomas Sävert
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[Plausibel] 20.07.1846 - Warnow (LRO|MV)

Beitrag von Thomas Sävert » Donnerstag 23. Februar 2012, 22:02

Hallo zusammen,

stufen wir diesen Fall als Plausibel oder als Tornado ein? Meinungen?
Am 20. Juli entlud sich in und bei Warnow ein von Schlössen und wolkenbruchartigem Regen begleitetes Gewitter, dem ein gleich einem Orkan tobender Sturm- und Wirbelwind unmittelbar voranging. Derselbe hielt glücklicherweise nur einige Minuten an, hinterließ aber doch auf seinem schnellen, von Südwest nach Nordost gerichteten Zuge die Spuren der traurigsten Verwüstung an Feldern, Bäumen und Gebäuden. In manchen Dörfern und Gehöften wurden Scheunen und Häuser abgedeckt, einige ganz niedergeworfen, die stärksten Bäume entwurzelt oder abgebrochen, das auf den Wiesen in Haufen liegende Heu und eben gemähtes Getreide hoch in die Luft gewirbelt und spurlos verweht, der bereits in Mandeln stehende Roggen auseinandergeworfen und die einzelnen Garben weit weggeführt. Auf einer Feldmark wurden auf diese Weise allein 50 Fuder Heu gänzlich entführt und ein aufgeladenes Fuder gänzlich umgekehrt, so daß der Wagen oben auf dem Fader zu stehen kam. Bei Warnow wurde ein Bauer von einer durch den Sturm umgeworfenen Eiche niedergeschlagen und gab, furchtbar zerschmettert, nach wenigen Minuten seinen Geist auf. (A. Pr. Z.)
Quelle: http://books.google.de/books?id=BCdEAAA ... nd&f=false" onclick="window.open(this.href);return false;

Es ist nicht ganz sicher, welches Warnow gemeint ist.

Grüße, Thomas Sävert
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bärenfänger
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Re: [Plausibel] 20.07.1846 - Warnow (LRO|MV)

Beitrag von bärenfänger » Donnerstag 23. Februar 2012, 22:23

Klingt m.E. schon recht eindeutig. Stellen wir die Frage doch so: Besteht die Möglichkeit, dass ein geradliniges Windereignis alle beschriebenen Schäden verursacht hat?

Gruß und Gut Pfad,
Olli.
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Gerrit Rudolph, Limburg/L
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Re: [Plausibel] 20.07.1846 - Warnow (LRO|MV)

Beitrag von Gerrit Rudolph, Limburg/L » Donnerstag 23. Februar 2012, 22:37

Hallo Thomas,

es spricht vieles für Tornado. Das beschriebene Szenario passt gut zum klassischen Fall einer Superzelle mit Tornado. Trotzdem bin ich nicht ganz ohne Zweifel. Nachdem uns so allmählich dämmert, dass auch in der guten alten Zeit das Wort "Wirbelwind" nicht immer eindeutig und korrekt verwendet wird, bleibt eine gewisse Unsicherheit, zumal die beschriebenen Schäden kein eindeutiges Tornadoindiz enthalten. Wohl aber ein paar Hinweise:
-Totalschäden an Gebäuden (Zweifel: wie stabil ist die Bausubstanz wirklich gewesen?)
-Entwurzelung, Bruch und Wurf starker ("stärkster") Bäume (Zweifel: schafft das auch ein starker Downburst?)
-Hochwirbeln und Verfrachtungen von Feldfrüchten (Zweifel: In Zugrichtung? Anderswohin?)
-Umwerfen eines Heuwagens (Zweifelargument: wenn der dumm zum Wind steht und etwas weiterollt, kann das auch geradliniger Wind schaffen)
Schon wahr, das ist ziemlich dicht an den 100%, aber es reicht nicht ganz.

Gruß, Gerrit

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