[Tornado] 10.09.1828 - Sömmerda, Kölleda (SÖM|TH)

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Norbert Rupsch
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[Tornado] 10.09.1828 - Sömmerda, Kölleda (SÖM|TH)

Beitrag von Norbert Rupsch » Montag 6. Februar 2012, 21:14

http://books.google.de/books?id=68pDAAA ... se&f=false" onclick="window.open(this.href);return false;
S.1014

Es kann sich durchaus auch um einen Staubteufel handeln. Das Wort "Feuersäule" kann hier sowohl als von Gewittern begleitete Säule wie auch als orange-rot gefärbte Staubsäule gewertet werden.

Schöne Grüße
Norbert

Thomas Sävert
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Re: [Verdacht] 10.09.1828 - Kölleda/Sömmerda (SÖM/TH)

Beitrag von Thomas Sävert » Mittwoch 8. Februar 2012, 11:45

Hallo Norbert,

ich meine wegen der doch recht markanten Auswirkungen mit Schäden und Verfrachtungen und vor allem wegen der beschrieben Zugbahn können wir eindeutig von einem Tornado ausgehen. Dass ein Staubteufel eine solch lange Strecke zurücklegt, ist doch sehr unwahrscheinlich.

Grüße, Thomas Sävert
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bärenfänger
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Re: [Verdacht] 10.09.1828 - Kölleda/Sömmerda (SÖM/TH)

Beitrag von bärenfänger » Mittwoch 8. Februar 2012, 14:54

Wohl wahr, aber unwahrscheinlich ist nicht gleich ausgeschlossen :wink:

Aber auch ich sehe hier einen Tornado als Ursache als recht sicher an.


Gruß und Gut Pfad,
Olli.
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Thilo Kühne
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Re: [Verdacht] 10.09.1828 - Kölleda/Sömmerda (SÖM/TH)

Beitrag von Thilo Kühne » Freitag 10. Februar 2012, 20:26

Hallo zusammen,

@Norbert: Vielen Dank für den Fall. Ich bin wirklich begeistern von den neuen Google-Books-Möglichkeiten.

Für mich ist hier auch klar von einem Tornado auszugehen. Die Beschreibungen selbst sind, selbst für den Zeitraum 1828 überraschend deutlich. "Wirbelnde Feuersäule" kann hier mehrfach gedeutet werden. Die Verbindung von "Wirbelwind + wirbelnde -säule" ist sehr eindeutig, wobei das "Feuer-" entweder als gleichzeitige Blitzentladungen in der unmittelbaren Nähe des Tornados gewertet werden kann, oder aber es als kraftverstärkender Ausdruck im Sinne von "sehr stark" oder als Äquivalent zum damals gebräuchlichen "ungeheuerlich" gewertet werden kann. Einen Zusammenhang mit direktem "Feuer" halte ich für unwahrscheinlich, denn dies wäre in dieser Zeit als Schadensfeuer mindestens mit einem weiteren Satz direkter beschrieben worden.

Anmerkung zur Ortsmarke:

"Kleinsömmerda" ist ursprünglich nicht Sömmerda. In dieser Gegend des Thüringer Beckens gibt es einige Orte, die "-sömmern" oder "-sömmerda" im Namen tragen. Um Verwechslungen zuvor zu kommen führte man recht früh die Bezeichnung "Groß Sömmerda" (oder auch "Großsömmerda") für die heutige Stadt Sömmerda ein. Demnach muss mit "Kleinsömmerda" etwas anderes gemeint sein, sicher aber etwas in der direkten Umgebung, denn "Cölleda" (bzw. Kölleda nach heutiger Schreibweise) befindet sich ja unweit von der Stadt Sömmerda.
Soweit ich es bislang recherchieren konnte ist mit "Kleinsömmerda" wohl ein Dorf gemeint, welches irgendwann einmal in die Stadt Sömmerda eingegliedert wurde. Das Dorf befand sich vor den damaligen Toren der Stadt, ca. 500 m SW von Sömmerda selbst.
http://www.hot-map.com/de/soemmerda
siehe: Petrikirche an der Unstrut und lokale Straßen drumherum.

Gliedert man die Tornadofälle nach den heutigen Ortsgrenzen, dann wäre Sömmerda als Ortsbezeichnung also ok. In der Beschreibungsrichtung wäre die Reihenfolge: von Sömmerda via Kölleda in Richtung Finne. Zugrichtung wäre WSW -> ONO. Eine Wegstrecke könnte man ebenfalls ableiten, denn der Entstehungspunkt wird genannt, und es ist lesbar, dass die Finne wohl nicht mehr getroffen wurde. Von dem damaligen "Kleinsömmerda" bis in die Gegend um Großmonra (hinter Kölleda) wären es mindestens 12 km.

Grüße,
Thilo
Mitglied bei ESSL e.V. / QC-Admin ESWD
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