Juni 2021: Die komprimierte Gewittersaison in der Eifel und darüber hinaus mit einigen Highlights

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René Pelzer
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Juni 2021: Die komprimierte Gewittersaison in der Eifel und darüber hinaus mit einigen Highlights

Beitrag von René Pelzer »

Hallo,

fast alle chasingwürdigen Gewitter im Jahr 2021 in der hiesigen Region waren im Juni. Dabei gab es manche Gewitterlagen, die sich über mehrere Tage hinzogen und so manche Überraschung brachten. Dabei gab es auffällig viele rotierende Wallclouds. Ich war in der Eifel und darüber hinaus im Rheinland, bis in die südbelgischen Ardennen und bis in die Pfalz unterwegs.

Am 2. Juni war eine moderate Gewitterlage durch Tief Olger angekündigt - ideal zum Warmlaufen für die Gewittersaison. Weil ich das meiste Potential in unserer Region in Ostbelgien gesehen habe, bin ich in das Herver Land gefahren, um auf die Auslöse zu warten. Gegen 18.30 Uhr gingen dann erste kurzlebige Zellen in den Ardennen südlich von Lüttich hoch, die nur sehr langsam nach Nordosten zogen. Quellwolken mit tollen Lichtstimmungen:
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Gegen 19.40 ging es dann schnell und um mich herum gingen einige Zellen in einer Linie hoch. Ich stand glücklicherweise zwischen zwei Zellen. Die Zelle westlich von mir:
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Diese Zelle machte schließlich das Rennen und sah zuerst noch ziemlich schön aus über dem weiten Herver Land:
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Allerdings verclusterte die Zelle mit den anderen, war aber noch blitzaktiv:
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Als sich dieser Cluster abschwächte und abzog, war der ganze Himmel voller Mammaten:
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So ein Fisheye ist schon praktisch, um mal eben den ganzen Himmel abzudecken, ohne ein Panorama machen zu müssen ;)

Aber auch mit dem normalen, gemäßigten Superweitwinkel kamen die Mammaten hübsch rüber:
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Weiter westlich Richtung Lüttich war Nachschub in Sicht. Auf der Fahrt dorthin gab es noch eine wunderschöne Lichtstimmung durch die bald untergehende Sonne in der Nähe von Herve:
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Zwischen Lüttich und Waremme hatte ich dann eine nachrückende Gewitterzelle erreicht:
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Auch diese warf Blitze:
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Diese Gewitter waren ebenfalls relativ kurzlebig und so habe ich mich auf den Heimweg gemacht. Immerhin war das ein fotogener Saisonauftakt.

Schon am nächsten Tag (3. Juni) ging es weiter mit Gewittern, immer noch durch Tief Olger. Estofex vergab ein Level 1 für unsere Region und darüber hinaus. Los ging es gegen 17 Uhr, als sich erste kurzlebige Zellen über der Nordeifel bildeten. Gegen 18 Uhr konnte ich von Strauch aus eine Gewitterzelle mit verdächtiger Absenkung Richtung Raffelsbrand beobachten:
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Um näher an diese Zelle dran zu kommen, bin ich nach Vossenack gefahren. Dort habe ich mich spontan mit Patrick Symma und Andy Holz getroffen und wir sind gemeinsam in die Jülicher Börde gefahren, wo die linienhaften Zellen hingezogen sind. Diese schwächelten allerdings, aber bei Heinsberg bildete sich gegen 19.20 eine ziemlich ortsfeste und langlebige Gewitterzelle. Diese haben wir dann letztendlich angefahren. Auf dem Radar hatte sie schon eine superzellenverdächtige Radarsignatur mit einem rückseitigen Aufwind. Diesen haben wir dann gegen 20.40 bei Wassenberg erreicht.
Das war eine LP-Schönheit im Abendlicht:
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Diese löste sich dann auch schon wieder auf und wir sind weiter nach Westen gefahren, um den Nachschub aus Ostbelgien abzufangen. Die sich auflösende Wallcloud auf der Fahrt:
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Da wir wegen der Corona-Lage nicht in die Niederlande durften, waren dazu verdammt, an der Grenze auf die Gewitterzellen zu warten. Das hat sich gegen 21 Uhr allerdings erledigt, denn der blitzaktive Nachschub war dann nicht mehr blitzaktiv und noch nicht einmal der Regen erreichte uns. Wir haben noch leckere Döner gegessen und haben uns auf den Heimweg gemacht.

Auch am nächsten Tag (4. Juni) sollte es wieder Gewitter geben durch das nachrückende Tief Peter, Estofex vergab sogar ein Level 2 für das südliche Benelux und Westdeutschland. Es ging schon mittags mit typischen Waschküchengewittern über der Nordeifel los:
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Gegen 12.30 zog eine Zelle mit Böenfront von Nordwesten bei Kesternich auf:
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Rechts vom Niederschlagskern sieht man auch eine Absenkung.

Diese Zelle scherte auffällig nach rechts aus und an der Südseite der Zelle sah man auch warum - hier war ein rotierender Aufwindturm in Korkenzieherform:
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Die abziehende Zelle mit Neubildung Richtung rechts über dem Rurtal:
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Diese Zelle löste sich nun auf und es kam erst mal nichts lohnendes hinterher, allerdings bildeten sich am frühen Nachmittag über den Ardennen neue Zellen. Also nichts wie hin! Bei Sourbrodt stand ich plötzlich vor einer hammergeilen rotierenden Wallcloud:
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Langsam scherte die Zelle mit ihrem RFD (rear-flank downdraft) hinter der immer noch spektakulären Wallcloud von Westen an mich heran und ich bin wieder Richtung Kalterherberg zurückgefahren. Am Rande vom Truppenübungsplatz:
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Auf der anderen Seite vom Wald vor Kalterherberg:
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Hier zeigte die Wallcloud dann langsam Auflösungserscheinungen. In den Resten des Aufwindes habe ich immerhin noch einen Blitz erwischt:
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In der Hoffnung, dass es einen neuen Aufwindzyklus gibt, blieb ich am noch aktiven Teil weiter südöstlich dran. Aber um 16.15 bei Schöneseiffen war die Zelle dann wirklich kaputt und wurde outflowdominant:
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Im Südwesten war allerdings schon Nachschub in Sicht an der Versorgungslinie der verreckenden Zelle:
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Daraus wurde nichts, allerdings bildete sich bei Kronenburg eine neue Zelle, die nach Nordosten zog. Via Bad Münstereifel habe ich die Zelle umrundet, um bei Mechernich-Holzheim an die Wallcloud der Zelle zu kommen:
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Diese löste sich auch bald auf und es war wieder Nachschub in Sicht in Form einer Gewitterlinie mit sehr interessanter Shelfcloud aus der Vulkaneifel. Diese habe ich östlich von Blankenheim abgefangen:
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Die Zähne schliffen gefühlt über den Boden:
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Diese Linie konnte ich noch einmal einholen bei Rheinbach:
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Ich bin noch weiter vor der Linie vorweggefahren, allerdings ist sie hinter mir immer weiter verclustert und hat sich abgeschwächt. Nördlich (um Köln herum) und östlich (um Bonn herum) von mir haben sich noch neue Zellen gebildet, die aber alle vom heranziehenden Cluster aufgefressen wurden. Also bin ich von Kerpen aus wieder nach Hause gefahren, wo noch eine tolle Abendstimmung in der gut abgekühlten Luft auf mich wartete:
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Nach diesem doch sehr interessanten und ergiebigen Gewittertag gab es tatsächlich zwei Wochen Pause mit Gewittern in der Region, ehe sich eine richtig spektakuläre Gewitterlage ankündigte.

Für die Nacht vom 17. auf den 18. Juni vergab Estofex ein Level 1 quer durch das östliche Frankreich bis nach Norddeutschland.
Am Abend vom 17. Juni bin ich mit Marcel Kaldenbach in die französischen Ardennen gefahren, wo wir vor Charleville-Mézières auf die Auslöse gewartet haben. Diese kam dann erst am späten Abend in den "nordfranzösischen Plains". Kurz vor Mitternacht zog dann eine sehr vielversprechende Zelle nach Belgien rein und wir fuhren wieder über die Grenze in die Nähe von Dinant. Das mussten wir sowieso wegen der Corona-Situation. Es galt zu der Zeit nämlich noch eine Ausgangsbeschränkung ab 23 Uhr in Frankreich.
Bei Florennes in der Nähe von Dinant standen wir gegen 1 Uhr vor einer sehr blitzaktiven und fotogenen Superzelle mit spektakulärer, rotierender Wallcloud:
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Hinten links konnte man schon die nächste, ebenfalls sehr blitzaktive Zelle erkennen, diese hat später noch eine noch fotogenere Show abgeliefert.

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Wir haben die nun schon sterbende Zelle noch einige Kilometer bis Mettet verfolgt. Dort gab es dann beim "Todesstoß", also dem ziemlich letzten Blitz der Zelle, einen Belichtungsunfall :D
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An einer anderen Ausfallstraße vom Ort ist uns ein Auto mit sich auf deutsch unterhaltenden Menschen aufgefallen. Dort sind wir hingefahren und die Menschen haben sich als Stormchaser aus Norddeutschland herausgestellt: Sebastian Böttcher und Jascha Steppat! Sebastian kenne ich u.a. von früheren Stormchaser Conventions und habe ihn lange nicht mehr gesehen.

Nach kurzer Beratung haben wir vier uns ganz in der Nähe an ein anderes Feld gestellt und haben auf den Aufzug der nächsten Zelle gewartet. Dies war eine nicht minder spektakuläre Zelle, deren riesige Wallcloud genau an uns vorbeiziehen sollte:
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Hier kann man den geneigten Aufwindturm und die Blitzaktivität in diesem Bereich erkennen.

Die Tailcloud unterhalb der Wallcloud schliff fast über den Boden:
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Alles rotierte sichtbar und die Strukturen waren wie in Stein gemeißelt:
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Dieses Foto ist in meinem Kalender "Sichtweisen 2022" abgedruckt.

Die Wallcloud scherte nach rechts aus und kam uns ziemlich nah:
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Als die Wallcloud fast über uns war, haben wir uns auf den Weg gemacht, um uns noch mal vor die Zelle zu setzen. Wir sind also mit 2 Autos mit einem Affenzahn durch Namur weiter nördlich gefahren und konnten uns noch mal vor die Zelle setzen, sodass wir wieder kurz Zeit hatten, die Wallcloud zu fotografieren:
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Schon bald brach ein Staubsturm und Regen über uns herein, sodass wir wieder weiter mussten. Wir sind also weiter vor der Zelle her gefahren und haben in Ham bei Philippsburg inzwischen in der Morgendämmerung den nächsten Stopp gemacht.
Die abziehende Zelle, immer noch mit Wallcloud und Blitzaktivität:
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Zelle Nr. 3 zog zur gleichen Zeit im Süden auf, allerdings war die Böenfront durch hohe Bodenfeuchte weniger spektakulär:
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Trotzdem war es eine geniale Stimmung am Albert-Kanal während der Dämmerung mit Dauergeflacker:
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Wir haben uns von den Jungs aus dem hohen Norden verabschiedet und uns von der Zelle mit nicht dramatischem Starkregen überrollen lassen. Wenigstens auf der Rückseite gab es etwas zu sehen in Form von Blitzen am Aufwind:
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Nun war für uns die Show vorbei und wir sind zurück gefahren. Nachdem ich Marcel zu seinem Auto gebracht habe, konnte ich auch endlich ins Bett, um den Schlaf nachzuholen. Das war schon eine spektakuläre Chasingnacht!

Schon am Abend vom 18.6. ging die Show weiter. Bei Schmithof im Süden von Aachen gab es eine wunderschöne Abendstimmung, während Quellwolken zu Gewittern werden wollten, aber nicht konnten:
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Dieses Foto findet ihr auch im Eifelkalender 2022, der kürzlich erschienen ist.

Nördlich gingen immerhin ein paar Zellen hoch wie diese über Venlo, das sind 75 km Luftlinie:
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Die Zellen waren allerdings kaum blitzaktiv.

Als ich zurück in der Eifel war, ging aber eine andere Show los: NLC (leuchtende Nachtwolken), die über Mitternacht hinaus sichtbar blieben:
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Tolle Strukturen wurden mit dem Tele sichtbar - Wellen und netzartige Strukturen:
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Direkt am nächsten Tag (19. Juni) stand die nächste Gewitterlage an. Estofex vergab ein Level 2 für große Teile von Frankreich bis Belgien und Westdeutschland hauptsächlich für großen Hagel, schwere Sturmböen, aber auch für Tornados. Ich traf mich mit Jerome Schyns, Patrick Symma, Andy Holz und Julian Meisenberg in Lichtenbusch zum Chasing. Das war die erste gemeinsame Chasingtour mit Julian. Dort haben wir lange auf Auslöse gewartet, bis sich am Abend endlich die erste Zelle in den Ardennen südlich von Lüttich bildete. Also ab auf die Autobahn Richtung Lüttich. Erst sah es so aus, dass wir westlich von Lüttich müssten, um die Zelle abzufangen. Dort angekommen, sahen wir, dass sie ausscherte und wir wieder nach Osten mussten. Bei Battice im Herver Land kamen wir dann an eine wunderschöne Wallcloud:
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Direkt östlich von dieser Zelle (links außerhalb vom Foto) war eine neue Zelle und man konnte schön beobachten, wie sich der Aufwindturm der rechten Zelle diese neue Zelle mehr oder weniger einverleibte. Dadurch war die Wallcloud irgendwann nicht mehr wirklich erkennbar und verschwand im Niederschlagsvorhang. Wir sind schnell wieder Richtung Osten gefahren, um die neuen Zellen aus Luxemburg in der Jülicher Börde abzufangen.

Wir haben uns bei Bourheim in der Nähe des Tagebaus Inden hingestellt und konnten dort den Aufwindturm einer neuen Zelle aus Belgien mit Mammati am Eisschirm beobachten:
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Bei Anbruch der Dunkelheit rückten die Zellen aus Luxemburg an und verclusterten zunehmend. Diese schmissen wunderschöne Blitze und tauchten die Front in ein tolles Licht:
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Dieser Blitz ist weit hinter dem Kraftwerk Weisweiler in der Nordeifel eingeschlagen.

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Es kamen auch noch Daniel Plätz und Dennis Oswald dazu. Als die Gewitterzellen zusammenclusterten, sind wir noch auf die A44 Richtung Mönchengladbach gefahren, um wieder auf einen trockenen Fleck zu kommen. Unsere neuen Begleiter verabschiedeten sich wieder und wir fuhren mangels trockener Stellen in die Zülpicher Börde. Dort haben wir auf absehbare Auflockerungen gewartet. Außer ein paar ordentlich rumsenden Naheinschlägen konnten wir dort allerdings nichts mehr reißen.
Auf der Rückfahrt haben wir noch am Fernmeldeturm Großhau (Eifelhoer) angehalten, um gegen 1 Uhr in der Nacht die letzten aktiven Gewitter in der Rheinschiene zu fotografieren:
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Dann haben wir langsam eingepackt und uns noch die Gewitterlage für den nächsten Tag angesehen.

Für den 20. Juni stand im Südwesten und Süden Deutschlands eine sehr brisante Lage an, dafür vergab Estofex sogar ein Level 3! Die Hauptgefahren u.a. der berechneten squall line waren schwere Sturmböen und großer Hagel.

Mit Julian bin ich mittags in die nördliche Pfalz bei Gundersheim gefahren, wo wir gegen 17 Uhr angekommen sind und auf die Auslöse gewartet haben. Die Zeit haben wir für ein paar Landschaftseindrücke genutzt:
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Mohnblumen zwischen den Weinreben:
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In der Zeit zog schon ein kaum gewittriges Niederschlagsgebiet aus Südwesten über den Schwarzwald rein. Das sollte theoretisch die scharfe Gewitterfront sein. Also lief es schon mal nicht wie z.B. im WRF-Modell vorhergesagt. Irgendwann zeichnete sich am westlichen Ende des Regengebietes doch eine moderate Gewitterlinie ab. Dahinter allerdings zog noch eine kräftige, scharfe Gewitterlinie rein. Wir haben dann beschlossen, uns zwischen diese beiden Linien zu manövrieren. Wir sind also Richtung Karlsruhe gefahren. Auf der Fahrt war schon die Gefahr absehbar, dass die zweite Gewitterlinie auf die erste aufläuft. Dies ist nachher auch passiert.
Bei Kandel westlich von Karlsruhe konnten wir um 21 Uhr immerhin eine Shelfcloud im vorlaufenden Regen sehen:
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Es gab im Zellkern hinter der Shelfcloud sogar einen Naheinschlag in eins der Windräder rechts im Panorama.

Mehr war leider nicht rauszuholen. Wir haben uns auf die Rückfahrt gemacht, diese führte uns durch den gewittrigen Regen in der Abenddämmerung. Das war also ein bisschen Energieverschwendung vom sehr hohen Gewitterpotential. Trotzdem gab es mancherorts richtig giftige und schadenträchtige Gewitterzellen.

Genau eine Woche später, am 27. Juni, stand die nächste Gewitterlage an. Estofex hat keine Vorhersage herausgegeben. Vorne an einem Niederschlagsgebiet von Tief Xero über BeNeLux hat es am Nachmittag ausgelöst, also bin ich wieder in das Herver Land gefahren. Dort gab es immerhin einen ganz nett anzusehenden Schauer:
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Das ganze war aber clustermäßig und schwächte sich relativ schnell wieder ab. Weiter südlich, ebenfalls am Regenband, gab es aber kompaktere eingebettete Gewitterzellen. Um diese zu erwischen, bin ich mal eben nach Südosten gefahren, und zwar bis in die Ahreifel. Allerdings war auch dieser Gewitter-Cluster von kurzer Dauer und regnete sich dort nur noch aus.
Bei Kesseling bin ich auf einen Berg gefahren, um auf die neuen Gewitterzellen hinter dem Regenband zu warten. Es ergab sich eine nette Stimmung mit dem anrückenden Nachschubim Westen weit hinter dem Ahrtal:
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Das abziehende System im Nordosten:
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Nun sah der Nachschub über den Ardennen richtig interessant aus, also bin ich geschwind zurück gen Heimat gefahren. Bei Hellenthal-Rescheid kam ich der Sache schon näher, aber ich musste noch ein paar Kilometer näher. Also ab über die belgische Grenze und bei Büllingen stand ich dann südlich einer tollen rotierenden Wallcloud am Südende der Multizelle:
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Hier sieht man schön die Inflow-Bänder oberhalb der Wallcloud.

Diese Wallcloud zog relativ schnell im Dunst ab und war nicht mehr gut erkennbar. Aber die nächste Wallcloud folgte auf dem Fuße. Ich musste mich nur ein wenig umpositionieren, schon konnte ich diese auch gut beobachten, inzwischen gab es hübsches Abendlicht am Horizont:
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Ohne Fisheye hätten die Inflow-Bänder nicht so gut auf das Foto gepasst:
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Ich bin ein Stück hinterher gefahren:
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Das ganze zog dann nach Deutschland hinein und ich bin hinterher gefahren. Allerdings habe ich dabei einen eher unfreiwilligen Corepunch hingelegt. Mit meinem frisch gewaschenen Auto kam ich quasi von der falschen Seite an die Wallcloud, wo ich einen Schnappschuss mit dem Smartphone gemacht habe:
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Hinter Kall-Krekel war ich allerdings auf der goldrichtigen Seite mit Abendlicht und Outflow-Böenkragen im linken Teil:
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Ein Blitz im Niederschlagsbereich hinter der Wallcloud:
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Ich habe die Zelle noch bis vor Mechernich verfolgt, wo die Wallcloud und auch die Zelle vor die Hunde ging und sich nur noch ausregnete:
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Immerhin hat die Wallcloud hier noch eine Tailcloud gebildet.

Das war wieder ein aufregender Gewittertag mit viel Fahrerei. Unverhofft kommt halt oft!

Am 29. Juni gab es die nächste Gewitterlage und auch gleichzeitig die letzte dieser Serie im Juni. Estofex hat ein Level 1 für unsere Region herausgegeben. Es war weiterhin Tief Xero am Zuge und brachte langsam ziehende, sich verclusternde Gewitter, die örtlich sehr viel Regen abgeladen haben. Nach der Arbeit habe ich mich in die Jülicher Börde aufgemacht. Etwas Struktur gab es immerhin zu sehen:
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Im Hintergrund halb rechts sieht man die Sophienhöhe bei Jülich.

Nach diesem Foto von einem verwaschenen Aufwind habe ich mich auf den Rückweg gemacht:
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Das war nun meine Sicht auf die Gewittersaison 2021 mit vielen Gewittern und einigen echten Highlights, wie man sie auch locker in den USA finden würde. Dabei waren mindestens 10 rotierende Wallclouds, so viele hatte ich noch nie in so kurzer Zeit!

Das war schon ein ziemlich langer Beitrag, aber ich würde mich über Lob und Kritik freuen!

Gruß René
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AlexM
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Re: Juni 2021: Die komprimierte Gewittersaison in der Eifel und darüber hinaus mit einigen Highlights

Beitrag von AlexM »

Hallo René!

Ist zwar nun schon etwas her Dein Beitrag
aber nach endlosen Computerproblemen die endlich behoben sind und meiner Epilepsie wo ich zeitweise ins Krankenhaus musste hab ich Alles übersanden (hoffe Ich) :roll: und kann auch wieder antworten

Das sind mal sehr "spannungsgeladene" Photos haben sicher einiges an Zeit in Anspruch genommen würde mich über weitere solcher Photos aus 2022 sehr freuen

Mach weiter so! :up:

Liebe Grüße
Alex
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