Bericht der Hagelflieger aus dem mittleren Neckar 2012

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Kleiner-Schwabe
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Bericht der Hagelflieger aus dem mittleren Neckar 2012

Beitrag von Kleiner-Schwabe » Donnerstag 24. Januar 2013, 14:17

Hallo miteinander,

wie jedes Jahr gibt es von der Geschäftstelle "Hagelabwehr" des Rems-Murr-Kreises den Jahresbericht zur Hagelabwehr in der Region mittlerer Neckar. Diesen möchte ich allen Interssierten natürlich nicht vorenthalten:

http://www.rems-murr-kreis.de/30113_Hag ... nternet.pd" onclick="window.open(this.href);return false;

http://radar-info.fzk.de/Downloads/Hagelbericht2012.pdf" onclick="window.open(this.href);return false;[/url]

Quelle:remsmurrkreis.de

Interessanterweise wird vom 30.06.2012 an der vorlaufenden Superzelle von einer erfolgreichen Impfung geredet. Tatsächlich konnten ein paar andere Chaser und ich im Schutzgebiet bereits Hagelkorngrößen von 4cm dokumentieren. Weiter östlich des Schutzgebietes, etwa ab einer Linie Wüstenrot / Mainhardt wurde das erste mal tennisball großer Hagel gesichtet - trotz dem Einsatz beider Flieger ! Da lässt sich die Wirksamkeit der Impfung der Zellen durch Silberjodit zu Recht anzweifeln.

Grüße

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bärenfänger
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Re: Bericht der Hagelflieger aus dem mittleren Neckar 2012

Beitrag von bärenfänger » Donnerstag 24. Januar 2013, 18:01

Stellt sich die Frage, wie es mit dem Hagel innerhalb des definierten Schutzgebietes, für das die Hagelflieger verantwortlich sind, aussah. Denn der Erfolg wird sicherlich nicht an den tatsächlich vorhandenen Hagelsteinen und ihrer Größe bemessen, sondern am Ausmaß der aufgetretenen Schäden. Das ist ja schließlich der Grund, warum Landwirte, Obstbauern und Winzer überhaupt Geld dafür ausgeben :wink:

Grüße und Gut Pfad,
Olli.
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Kleiner-Schwabe
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Re: Bericht der Hagelflieger aus dem mittleren Neckar 2012

Beitrag von Kleiner-Schwabe » Donnerstag 24. Januar 2013, 20:32

Hallo Oli,

sehr guter Einwand. Da hast du recht, neben der Entstehung von Hagel ist auch die Menge ausschlaggebend. Allerdings ist der Zellmodus nicht immer ersichtlich und dank fehlender Soundings an dem Tag auch nicht abschätzbar gewesen. Das heißt im Umkehrschluss die Jungs müssen mit ihren Silberjoditgeneratoren jede Zelle impfen. Und das hat offensichtlich nicht funktioniert, da trotz impfung großer Hagel entstanden ist. Nur der Zellmodus als solches hat schlimmeres verhindert.

Grüße

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Cumulus Humilis
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Re: Bericht der Hagelflieger aus dem mittleren Neckar 2012

Beitrag von Cumulus Humilis » Samstag 26. Januar 2013, 20:49

Hallo,
bärenfänger hat geschrieben:Stellt sich die Frage, wie es mit dem Hagel innerhalb des definierten Schutzgebietes, für das die Hagelflieger verantwortlich sind, aussah. Denn der Erfolg wird sicherlich nicht an den tatsächlich vorhandenen Hagelsteinen und ihrer Größe bemessen, sondern am Ausmaß der aufgetretenen Schäden. Das ist ja schließlich der Grund, warum Landwirte, Obstbauern und Winzer überhaupt Geld dafür ausgeben :wink:
und genau da liegt der Hund begraben: Wenn man tatsächlich nur nach den Schäden geht, ist keine objektive Beurteilung der Wirksamkeit möglich. Denn wenn zwar im Schutzgebiet potentiell schadensbringender Hagel auftrat, jedoch nur durch den glücklichen Zufall, daß am Ort des Niederschlags nichts Schadenrelevantes (Obstplantagen, Weinberge, ...) war, keine Schäden entstanden sind, kann kaum von einer erfolgreichen Hagelbekämpfung gesprochen werden. Daß das "Impfen" von Wolken grundsätzlich Auswirkungen auf die Niederschlagsentwicklung hat, ist ja bekannt. In welchem Maß sich damit Hagelschäden vermindern oder vermeiden lassen, ist nach wie vor umstritten und naturgemäß schwer objektiv zu beurteilen. Der Streit zwischen Befürwortern und Kritikern wird wohl noch eine ganze Weile weiter gehen, ohne daß die eine oder andere Seite wirklich qualitativ harte Fakten anführen kann.

Gruß,
Andreas
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Potz Blitz!

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