Tornado Outbreak 28-02 bis 02-03 in den USA

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knolt
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Tornado Outbreak 28-02 bis 02-03 in den USA

Beitragvon knolt » Freitag 2. März 2007, 14:35

Hi Leute

In den letzten Tagen kam es in den USA zu einem schweren Tornado Outbreak. Am schlimmsten betroffen soll die Stadt Enterprise in Alamama sein. Dort wurden wohl mindesten 7 Schüler einer High School getötet als ein Tornado die Stadt traf.

Auch in Georgia und Missouri soll es Tote gegeben haben.

Hab mal ein paar links zu den Ereignissen gesucht:

Stormreports vom 28.02 und 01.03 des National Weather Service:

http://www.spc.noaa.gov/climo/reports/070228_rpts.html
http://www.spc.noaa.gov/climo/reports/070301_rpts.html

Aus der engl. wikipedia:
http://en.wikipedia.org/wiki/February-March_2007_Tornado_Outbreak

CNN:
http://www.cnn.com/2007/WEATHER/03/01/severe.weather/index.html

Und ABC:
http://beta.abc3340.com/news/stories/0307/401822.html

Grüsse Malte

Forstexperte
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Beitragvon Forstexperte » Samstag 3. März 2007, 17:34

Hallo,

die Zahl der Opfer durch diesen Tornadoausbruch lag bei insgesamt 35 (34 durch T., 1 durch sonst. Sturm (T.-Verdachtsfall):
http://www.spc.noaa.gov/climo/reports/070301_rpts.html
Lt. diesem SPC-Bericht gab es allein am 01. März 51 Tornadoreports!

Hier ein Bericht des NWS:
http://www.srh.noaa.gov/tlh/Mar0102_2007/index.html

Und hier Schadensbilder:
http://www.wetter-zentrale.com/cgi-bin/ ... ad=1093748

Meine Intensitätseinschätzung zu diesen Bildern hier im WZ-Forum:
http://www.wetter-zentrale.com/cgi-bin/ ... ad=1094002
„also meine Einschätzung ist T7 - T8, wobei ich aufgrund der doch recht starken "Durcheinanderwirbelungen" auch schwerer Trümmerteile, ganz massiver Baumschäden und teils schon deutlichen Entrindungsansätzen eher zu T8 tendiere. Das wäre auch eine gute Abstufung zu Micheln. Oder etwa Gleichklang zu Pforzheim 1968.
Insbesondere Das Bild 3 und die 5 Detailbilder danach zeigen Schäden, wo ich F4 zumindest ernsthaft in Betracht ziehe.
Der Pick-Up auf diesem Bild:
http://www.jamesspann.com/viewerpixmaster/0307/mf7.jpg
steckt mit den Rädern z.T. (vhinten links) mehr als 20 cm tief in der Erde. Ich vermute mal, weil dieser vom Tornado ein ganzes Stück hochgerissen wurde und dann aus dieser Höhe (sicher deutlich über 10 m) auf den Boden geplumpst ist. Ich weis nicht, ob so etwas noch mit F3 vereinbar ist. Mit der für einen EF3 zugrundeglegten Windgeschwindigkeit sicher nicht.
Von der Gebäudestruktur - offenbar schwache Bauweise - kann man aufgrund der Zerstörungen nicht unbedingt auf einen F4 schließen.

Für T9 fehlen mir allerdings noch deutlichere Entrindungen.

Ob der Schaden und der daruas resultierende tragische Vorfall an der Enterprise High School oberhalb von F3 lag, kann ich nur aufgrund des einen Bildes in diesem Link nicht beurteilen.
http://www.srh.noaa.gov/tlh/Mar0102_2007/index.html
Allerdings spricht dort diese Aussage doch eher für F4.
"The fatalities occurred when a concrete wall collapsed onto a group of students huddled in the hallway in a crouched position. The football stadium was completely destroyed."

Zur Intensitätseinstufung in D und anderswo gabs hier übrigens vor kurzem eine interessante Diskussion:
http://www.skywarn.de/forum/viewtopic.p ... c&start=60

zum Vergleich starker F4 am 10.08.1925 Borculo, NL:
http://home.hccnet.nl/hj.dute/cycloon.html
keine 2 Jahre später, wird der Rand des Nachbarortes Neede von einem "oberen F4+" getroffen:
http://home.hccnet.nl/hj.dute/cycloon-neede.htm

Und "last but not least" hier mal einige T7 - T9 Fälle aus D:
http://www.wetter-zentrale.com/cgi-bin/ ... s;read=686

Eine endgültige Intensitätseinstufung liegt m. W. noch nicht vor. Ich neige hier bei den stärksten Schäden doch zu T8/F4, mit Tendenz zu T7/F3+. Bin mal gespannt, was herauskommt… ."

Viele Grüße, Martin
Melle-Wellingholzhausen, 20 km sö. Osnabrück

knolt
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Beitragvon knolt » Samstag 3. März 2007, 21:25

Vielen Dank Martin für diese ausführlichere Ergänzung.

Starker F3 / schwacher F4 wäre auch meine bescheidene Einschätzung nach den Bildern und Fernsehberichten.

Ich hab am Donnerstag die Ereignisse lange am US-Radar mitverfolgt, sozusagen als Unterricht in Radarkunde. War sehr interessant und spannend, aber die Bilder am Boden zeigen dann die Kehrseite der Medaille.

Immernoch verwirrend finde ich die Verwendung der neuen EF-Skala.

Hierzu mal 2 kurze Fragen:

1. Müssten nicht Ereignisse nach der EF tendenziell höher auf der Skala eingestuft werden als nach der alten F-Skala?

2. Werden eigentlich bedeutende Ereignisse wie 1999 Oklahoma, 1974 Superoutbreak, Spencer, Dimmit etc. nochmals nach den Kriterien der neuen EF-Skala untersucht und bewertet?

Wäre nett wenn jemand sie kurz beantworten könnte


Grüsse Malte

Imko
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Beitragvon Imko » Samstag 3. März 2007, 21:51

Danke Martin für die Links und deine Einschätzung. Ich persönlich denke da auch ähnlich, die stärksten Schäden sehen für mich auch wie T7-T8 aus.
Moin, Moin und Grüss aus Ostfrieslands gewitterreichster Ecke! ;) ^^

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Cumulus Humilis
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Beitragvon Cumulus Humilis » Montag 5. März 2007, 01:07

knolt hat geschrieben:1. Müssten nicht Ereignisse nach der EF tendenziell höher auf der Skala eingestuft werden als nach der alten F-Skala?

Das werden sie definitiv nicht! Vereinfacht ausgedrückt ist der Unterschied zwischen F und EF nur, daß EF für die gleichen Schäden niedrigere Windgeschwindigkeiten ansetzt.

2. Werden eigentlich bedeutende Ereignisse wie 1999 Oklahoma, 1974 Superoutbreak, Spencer, Dimmit etc. nochmals nach den Kriterien der neuen EF-Skala untersucht und bewertet?

Nein, man hat ja festgelegt für alte Fälle gilt F = EF. Wie gesagt, man geht davon aus, daß ein bestimmter Schaden durch andere (niedirgere) Windgeschwindigkeiten verursacht wurde.

Zu der Thematik wurde in diesem Thread auch einiges geschrieben:
http://www.skywarn.de/forum/viewtopic.p ... c&start=45

Gruß,
Andreas
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Sturmkobold
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Beitragvon Sturmkobold » Montag 5. März 2007, 08:29

Guten Morgen!

Was ich noch für bemerkenswert aber nervig halte, ist, dass die hiesigen Medien scheinbar nur noch mit Attributen arbeiten können. In Europa sind es "Minitornados" und in den USA "Todestornados" (Sat1).
Davon mal abgesehen, sind die Bilder wirklich beeindruckend und sehr erschreckend. Ich habe auch mal eine Frage dazu. Es wurde im Vorwege eine High Risk Situation angekündigt, wenn ich das richtig mitbekommen habe. So schwere Gewitter kommen doch nicht aus dem Nichts. Ich weiss, dass man die Entstehung von Tornados nicht örtlich bestimmen kann, aber warum fallen die Schulen an solchen Tagen nicht aus? Oder gibt es in der Region einfach zu viele High Risk Tage? Sollte man sich nicht trotzdem in der Nähe von einigermassen sicheren Orten aufhalten, wenn man schon keinen eigenen Tornadoschutzraum hat?
Ok, ich gebe zu, das sind mehr als eine Frage. Aber als Mutter fragt man sich schon, ob der Tod dieser Schüler unvermeidbar war oder zu viele Risiken eingegangen wurden. Das ist von hier aus schlecht zu beurteilen, aber vielleicht weiss ja jemand etwas mehr über die dortige Situation und kann darüber was sagen.

Nachdenkliche Grüße
Insa

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Beitragvon knolt » Montag 5. März 2007, 15:30

@ Cumulus Humilis: Danke für die Beantwortung der Fragen und die Denkanstöße. Hab nochmal genauer nachgelesen und bin jetzt glaub ich im Bilde.

@ Sturmkobold: Ich glaube ein genereller Schulausfall ist eher unrealistisch, denn:

1. Von einem solchen Schulausfall könnte dann durchaus eine Fläche so groß wie Mitteleuropa betroffen sein. Die Warscheinlichkeit das ein Tornado auf so einer riesigen Fläche ausgerechnet eine Schule triff ist eher gering.

2. Wären die Kinder zu Hause gewesen und ihr Haus wäre vom Tornado getroffen worden wären sie mitunter ebenso ungeschützt oder sogar ungeschützter ( Die Schule war wohl gemauert im Gegensatz zu den meisten Wohnhäusern)

3. Ich glaube dass in den USA die Gefahr von solchen Unwetter z.T. auch nicht so ernst genommen. (" Mich trifft sowas nicht ")

4. Hat denn die Schule einen Sturmkeller mit Platz für alle Schüler?

5.Wie lange existierte der Tornado schon? Wenn er schon 30 Min durch Alabama gezogen ist und von Spottern gesichtet wurde ist es leichter zu warnen als wenn er erst 1Km vor der Schule Bodenkontakt hat.

6. Bleibt die Frage ob die Stadt Enterprise durch Tornadosirenen, Cops o.ä mit ausreichender Vorwarnzeit gewarnt wurde? Ich weiss nicht ob dass geschehen ist oder nicht. Aber es könnte ein entscheidener Punkt sein bei der Frage warum soviele starben.

Effektiver wäre es denke ich, wenn statt generellem Schulausfall ein Mitarbeiter der Schule die aktuellen Unwettermeldungen/warnungen und den Himmel überwachen würde und bei Gefahr Alarm schlägt.

Ist naturlich nur meine bescheidene Meinung und bin gern bereit darüber zu diskutieren.

P.S.: Der Tag war als medium risk day geführt


Grüsse Malte

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Cumulus Humilis
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Beitragvon Cumulus Humilis » Montag 5. März 2007, 17:34

knolt hat geschrieben:@ Cumulus Humilis: Danke für die Beantwortung der Fragen und die Denkanstöße. Hab nochmal genauer nachgelesen und bin jetzt glaub ich im Bilde.

Keine Ursache! ;)

@ Sturmkobold: Ich glaube ein genereller Schulausfall ist eher unrealistisch, denn:

1. Von einem solchen Schulausfall könnte dann durchaus eine Fläche so groß wie Mitteleuropa betroffen sein. Die Warscheinlichkeit das ein Tornado auf so einer riesigen Fläche ausgerechnet eine Schule triff ist eher gering.

2. Wären die Kinder zu Hause gewesen und ihr Haus wäre vom Tornado getroffen worden wären sie mitunter ebenso ungeschützt oder sogar ungeschützter ( Die Schule war wohl gemauert im Gegensatz zu den meisten Wohnhäusern)

3. Ich glaube dass in den USA die Gefahr von solchen Unwetter z.T. auch nicht so ernst genommen wir (" Mich trifft sowas nicht ")

4. Hat denn die Schule einen Sturmkeller mit Platz für alle Schüler?

5.Wie lange existierte der Tornado schon? Wenn er schon 30 Min durch Alabama gezogen ist und von Spottern gesichtet wurde ist es leichter zu warnen als wenn er erst 1Km vor der Schule Bodenkontakt hat.

6. Bleibt die Frage ob die Stadt Enterprise durch Tornadosirenen, Cops o.ä mit ausreichender Vorwarnzeit gewarnt wurde? Ich weiss nicht ob dass geschehen ist oder nicht. Aber es könnte ein entscheidener Punkt sein bei der Frage warum soviele starben.


Zu 1: Ich denke auch, daß das nicht machbar ist. Die Fläche ist zu groß, bzw. eine konkrete Warnung kann in dem meisten Fällen nicht für einen bestimmten Ort gegeben werden.

Zu 2: Das ist leider sehr wahrscheinlich.

Zu 3: Das glaube ich nicht. Die Gefahr wird schon sehr ernst genommen, aber es gibt halt Grenzen dafür, was man tun kann. Ein gemauertes Gebäude bietet normalerweise ja guten Schutz, wenn es nicht von einem sehr starken oder verheerenden Tornado direkt getroffen wird. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist nunmal gering - deutlich geringer, als bei einem Haushalts- oder Verkehrsunfall zu Schaden zu kommen. Die Schüler wurden durch Einsturz einer Betonwand (!) getötet, was bestimmt nicht alltäglich ist.

Zu 5: Der Tornado exitstierte ca. 5 Minuten als er die Schule traf.

Zu 6: Etwa 18 Minuten vorher war für den County eine Tornadowarnung herausgegeben worden. Diese Warnungen bedeuten aber nicht, daß sicher ein Tornado kommen wird - sie besagen nur, daß die Wahrscheinlichkeit dafür groß ist. Wo und wann genau das sein wird, ist nun mal leider nicht vorhersagbar.

Es ist wohl in den US-Medien auch viel darüber diskutiert worden, ob es nicht besser gewesen wäre, die Schüler heim zu schicken.
In http://www.srh.noaa.gov/tlh/Mar0102_2007/index.html steht dazu:
A look in the parking lot, where several cars had been tossed around, indicates that releasing the students could have been even more disastrous.

"Ein Blick auf den Parkplatz, wo mehrere Autos herumgeworfen worden waren, zeigte, daß das Entlassen der Schüler noch verheerendere Folgen gehabt haben könnte."

Es muß einem einfach klar sein, daß wir es hier mit einer äußerst gefährlichen und immer noch weitgehend unberechenbaren Naturgewalt zu tun haben, deren Potential wir uns (wahrscheinlich) nie völlig entziehen können. Wir können nur versuchen das Gefahrenmoment weiter zu reduzieren. Das Aussetzen des öffentlichen Lebens, also daß wir uns praktisch selbst "lähmen" wenn es nur Anzeichen dieser aufziehenden Gefahr gibt, bringt dabei jedoch nicht wirklich etwas. - Letztlich ist das Leben ist von Anfang an lebensgefährlich!

Gruß,
Andreas
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Beitragvon Peter.R.Hofmann » Montag 5. März 2007, 18:16

Was man hier aber wieder ganz genau sieht, die leicht Bauweise der Amerikaner die Holzhütten die sie haben halten eben nicht mehr aus als bei uns die Gartenhäuser. Hätten sie gemauerte Gebäude mit solidem Fundament wären die Schäden nicht so doll, oder sehe ich das Falsche wenn ja dann bitte ich um Korrektur.
Die Bilder sehen immer heftig aus bei den Berichten aus USA man sollte sie aber nicht über bewerten. Es gab auch beim THW wieder Schulungen mit der INSARAG damit alle Schäden gleich einschätzen können und jeder auf dem gleichen Level ist, nicht damit einer von Wellblechgaragen redet und der andere von Stein auf Stein Häusern.
Ist alles nicht so einfach das Einzige was man vergleichen kann ist der gemessene Wind der auftritt den der ist gleich ob in Afrika, Europa oder USA
nur muss man die verschiedenen Bauweisen beachten.

Zum Schul ausfall würde ich sagen, das sie Schule machen sollen und wenn man in einem Gefahrenbereich wohnt wo diese Phänomene bekannt sind. Luftschutzbunker baut damit keiner zu schaden kommt. Denn so kann man angemessen reagieren und wenn keine Schule ist dient es auch noch den Anwohnern.

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Beitragvon Sturmkobold » Montag 5. März 2007, 19:54

Guten Abend!

Das mit den Schulbunkern finde ich eine vernünftige Idee.

Nunja, ich muss zugeben, ich war ziemlich geschockt.
Eure Erklärungen haben mich wieder auf den Teppich gebracht. Vielen Dank.
Natürlich kann man nicht im gesamten mittleren Westen oder anderen ganzen Landstrichen das öffentliche Leben ruhen lassen, nur weil sich was zusammenbraut und ein Tornado entstehen könnte. Ich weiss auch, dass Tornados, insbesondere deren Zugbahnen, eben nicht wie Hurrikans schon Tage vorhergesagt werden können. Ich wollte eigentlich auch nur wissen, wie so eine Situation zustande kommen kann, und da habt ihr mir wirklich weiter geholfen.

Gruß
Insa

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Beitragvon knolt » Sonntag 18. März 2007, 14:06

Hi Leute

Noch ein kleiner Nachtrag zu der Bunkeridee. Ich finde sie grundsätzlich auch sehr gut, aber:

Überlegt mal was so ein Bunker aus Stahlbeton für sagen wir mal 250-500 Schüler kosten würde. Und dann guckt euch mal diese Karte aller F3-F5 Tornados zwischen 1950-2005 an:

Bild
(Quelle: Severe Plot v 2.0)

Überall dort wo es so starke Tornados gab müsste es auch solche Bunker geben. Jetzt schätzt mal wieviele Schulen es in dem Gebiet gibt.
Wenn man jetzt Schätzung Bunkerkosten x Schätzung Schulen im Gebiet rechnet bekommt man warscheinlich eine recht hohe Zahl heraus.

Ich denke der Bau von sovielen Bunkern ist eine Idealvorstellung die aber leider in der Realität nicht umsetzbar da nicht finanzierbar ist so sinnvoll sie auch sein mag.

Oder?


Grüsse Malte

Forstexperte
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Beitragvon Forstexperte » Dienstag 20. März 2007, 21:50

Hallo zusammen,

ein weiterer der Tornados dieses Ausbruchs ist nun aufgrund der Schadensintensität auf EF4, dass entspricht von der Schadensintensität her dem alten F4, hochgestuft worden.

Es ist der Millers Ferry Tornado im County Wilcox/Dallas, Bundesstaat Alabama.
Bericht:
http://www.srh.noaa.gov/mob/030107Tor/

Fotogalerie:
http://www.srh.noaa.gov/mob/030107Tor/damage.shtml

Hier weitere Fotos:
http://www.wilcoxwebworks.com/tornado/

Es gab am Abend des 28. Februar, also einen Tag zuvor bereits einen in EF4 eingestuften Tornado, nahe Blue Mound in Anderson/Linn KS.

http://www.vortex-times.com/TornAlley2007

In der unteren Tabelle stehen die Intensitätsangaben übrigens noch in F und nicht EF.

Der tragische Enterprise - Tornado im County Coffee, Alabama, der 9 Tote und 50 Verletzte gefordert hatte, wird weiter als F, bzw. EF 3 geführt.

Viele Grüße, Martin
Melle-Wellingholzhausen, 20 km sö. Osnabrück

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Beitragvon Forstexperte » Dienstag 20. März 2007, 22:00

Hallo,

Hier noch ein wirklich eindrucksvoller Chasingbericht über den "waschechten" F4 wedge-Tornado am Abend des 28. Februar 2007, nahe Blue Mound in Anderson/Linn, Kansas:

http://www.tornadohead.com/022807chase.htm

Viele Grüße, Martin
Melle-Wellingholzhausen, 20 km sö. Osnabrück

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Beitragvon knolt » Mittwoch 21. März 2007, 12:42

@ Forstexperte: Danke nochmals für die weiteren links zu dem Thema

Nach den Schäden an den Häusern erscheint mir die Hochstufung Millers Ferry Tornados auf (E)F4 - T8 als durchaus sinnvoll, aber müsste es bei (E)F4 - T8 nicht auch stärkere Entrindungen an den Bäumen geben?

Grüsse Malte

P.S.:Die Bilder des wedge-tornados bei Nacht sind wirklich beeindruckend!

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Beitragvon Forstexperte » Mittwoch 21. März 2007, 16:58

Hallo Malte,

Nach den Schäden an den Häusern erscheint mir die Hochstufung Millers Ferry Tornados auf (E)F4 - T8 als durchaus sinnvoll, aber müsste es bei (E)F4 - T8 nicht auch stärkere Entrindungen an den Bäumen geben?

Auf einzelnen Bildern lassen sich schon teils deutliche Entrindungsansätze erkennen. wie z.B hier:
http://www.srh.noaa.gov/mob/cgi-bin/ima ... 0_0443.jpg
oder hier:
http://www.srh.noaa.gov/mob/cgi-bin/ima ... 0_1516.jpg

Der Grad der Entrindung hängt aber auch von der Verfügbarkeit von Kleintrümmern ab. Und in diesem Fall denke ich, waren davon jahreszeitlich bedingt weniger als im Sommer vorhanden. Im Sommer ist der Boden oberflächennah meistens viel trockener und kleine Erdpartikel werden eher in die Höhe gerrissen, als wenn diese weasergebunden sind.

Aber ich finde den Entrindungsgrad hier schon für F4 passend. Dieser war z.B in Pforhiem 1968 oder Auen-Holthaus 1927 auch nicht größer.

Viele Grüße, Martin
Melle-Wellingholzhausen, 20 km sö. Osnabrück


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